Stadt und Westfalenbahn suchen Lösung Firma schließt Bahnticketschalter in Papenburg

Von Gerd Schade

Ihren Bahnfahrkartenschalter im vorderen Teil des Alten Güterbahnhofs wird die Firmengruppe Hanrath schließen. Für den Gebäudeteil sucht das Unternehmen einen Pächter. Foto: Gerd SchadeIhren Bahnfahrkartenschalter im vorderen Teil des Alten Güterbahnhofs wird die Firmengruppe Hanrath schließen. Für den Gebäudeteil sucht das Unternehmen einen Pächter. Foto: Gerd Schade

Papenburg. Die Papenburger Unternehmensgruppe Hanrath zieht sich aus dem Verkauf von Bahnfahrkarten im Alten Güterbahnhof zurück. Stadt und Westfalenbahn suchen nach einer Nachfolgelösung. Die Deutsche Bahn hält sich bedeckt. Von der SPD-Stadtratsfraktion kommt Kritik.

Papenburg. Nur noch bis zum kommenden Samstag, 31. März 2018, können Bahnkunden am Hanrath-Schalter IC-Karten für den überregionalen Bahnverkehr (Deutsche Bahn) kaufen. Ende Juni endet auch der Verkauf von Nahverkehrstickets (Westfalenbahn). Das bestätigte eine Sprecherin der Hanrath-Gruppe auf Anfrage unserer Redaktion.

Pächter gesucht

Wie sie auf Nachfrage weiter erläuterte, ist die Firmengruppe derzeit auf der Suche nach einem Pächter für den vorderen Teil des Güterbahnhofs, in dem der Ticketschalter eingerichtet ist. Vorsorglich habe man die Verträge mit der Deutschen Bahn und der Westfalenbahn zu den genannten Zeitpunkten gekündigt. „Ob der neue Pächter diese Verträge dann weiterführen wird oder will, wissen wir momentan noch nicht“, so die Sprecherin weiter.

Wie André Rahmer, Sprecher der Westfalenbahn, die die Emslandlinie im Nahverkehr bedient, mitteilte, würden derzeit Gespräche mit potenziellen Nachfolgern für den Ticketverkauf in Papenburg geführt. Nähere Informationen könne er zurzeit nicht geben, so Rahmer.

Die Deutsche Bahn (DB) verweist derweil lediglich darauf, dass sie in der Bahnhofshalle einen DB-Automaten betreibt, „an dem jederzeit alle DB-Angebote des Fernverkehrs gekauft werden können“. Alles andere sei Sache der Westfalenbahn.

Stadt will helfen

Der Fachbereichsleiter Planen/Bauen der Stadt Papenburg, Heinz Walker, erklärte auf Anfrage, dass die Stadtverwaltung seitens der Hanrath-Gruppe kürzlich darüber informiert worden sei, „dass die Vertragsgrundlagen für den Ticketverkauf in dem Servicepunkt aus wirtschaftlichen Gründen beendet werden sollen“. Wie Walker weiter versichert, werde die Stadt sowohl die DB als auch die Westfalenbahn „selbstverständlich“ bei der Suche nach einer alternativen Lösung unterstützen – soweit es geht. Walker: „Hier könnte die Wirtschaftsförderung zum Beispiel Kontakte vermitteln, um neue Dienstleister vor Ort zu aktivieren. Dazu müssten die ÖPNV-Anbieter uns ein konkretes Bedarfsprofil nennen, das dann geprüft werden kann. Die Stadt hat in ersten Kontakten ihre Hilfsbereitschaft bereits angeboten.“

Für die SPD-Fraktion ist die Entwicklung indes nicht hinnehmbar. „Nachdem die Fahrkartenausgabe in Aschendorf komplett eingestellt worden war, ist dies der nächste Schritt, den Bahnservice für die Bürger der Stadt Papenburg und des näheren Umlands zu reduzieren. Dass dies nicht in eine Welt mit der Notwendigkeit der Emissionsreduzierung passt, steht außer Frage“, erklärt Fraktionsvorsitzender Peter Raske in einer Pressemitteilung. Die SPD fordert die Stadt auf, „mit allen Möglichkeiten, die sie hat, diesen Schritt rückgängig zu machen“.

Die Hanrath-Sprecherin nennt als Grund für die Schließung des Ticketschalters, dass sich das Unternehmen verstärkt auf ihr Kerngeschäft (Automobil- und Sicherheitsdienstleistungen) konzentrieren wolle. Bereits seit 2017 hat Hanrath beispielsweise den Alten Güterbahnhof verpachtet.