Nach Autohaus-Insolvenz Papenburger sieht sich als Geschädigter der Diesel-Affäre

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Nur mit Wertverlust kann Ricardo Fust seinen Diesel verkaufen. Foto: Katharina PreuthNur mit Wertverlust kann Ricardo Fust seinen Diesel verkaufen. Foto: Katharina Preuth

Papenburg. Der Papenburger Ricardo Fust sieht sich als Geschädigter der Diesel-Affäre. Weil das Autohaus, dem er seinen Kombi in Zahlung geben wollte, Insolvenz angemeldet hat, bleibt Fust auf seinem Diesel sitzen. Auf Plattformen für Gebrauchtwagen könne er seinen Audi nur unter Wert verkaufen, sagt er.

Über das insolvente Autohaus aus Ostfriesland hatte Fust sein Auto erhalten. Finanziert hat er es jedoch über die Audi Bank. Nach drei Jahren wollte der Papenburger den Kombi nun zurückgeben. Über das verbriefte Rückgaberecht habe er mit dem Autohaus ausgehandelt, dass die Schlussrate gezahlt und das Auto zurückgenommen werde. 20800 Euro sei der Wert, den er von dem Autohaus hätte bekommen sollen, abzüglich eventueller Schäden und der Kilometer, die er mehr als im Vertrag vereinbart gefahren sei. Aufgrund der Insolvenz könne er den Wagen nun nicht mehr an den Händler zurückgeben, so Fust. In einer Werkstatt habe er sein Auto deshalb schätzen lassen. „Sie haben mir gesagt, für den Audi würden sie mir nicht mehr als 11000 Euro geben“, so Fust, der diesen Wertverlust nicht nachvollziehen kann.

Rechtlichen Beistand einschalten

Kathrin Körber, Juristin bei der Verbraucherzentrale Niedersachsen, empfiehlt Fust, sich einen rechtlichen Beistand zu besorgen und dann mit dem Insolvenzverwalter des Autohauses Kontakt aufzunehmen. Fust werde dann einem Rang zugeordnet. „Banken und Kreditinstitute haben einen höheren Rang als Privatpersonen und werden zuerst ausbezahlt“, so Körber. Fust könne ihrer Ansicht nach mit bis zu zehn Prozent der ausstehenden Summe rechnen. Trotz der Pleite des Autohauses müsse er die ausstehende Schlussrate dennoch zahlen.

Dafür habe er zunächst bei seiner Hausbank einen Zwischenkredit aufgenommen, so Fust. Ohne die Dieselaffäre, so seine Meinung, wäre es ihm möglich gewesen, durch den privaten Verkauf des Audis eine Summe zu bekommen, die in etwa seiner Schlussrate entspricht.

Markus Ahrens, Obermeister der Kraftfahrzeug-Innung Aschendorf-Hümmling, weist darauf hin, dass die Schlussrate keineswegs dem Marktwert eines Autos entsprechen muss. Auch wenn er weder das Auto noch den Vertrag kenne, den Fust mit dem insolventen Autohaus abgeschlossen hat, findet Ahrens die hohe Differenz beim Wertverlust überraschend. Der Wert eines Autos hänge aber auch von anderen Faktoren wie der Farbe oder der Ausstattung ab.

Diskussion übertrieben

Generell werde die Diskussion um den Diesel, wie sie aktuell geführt werde, übertrieben, so Ahrens. Sollte es tatsächlich zu Fahrverboten kommen, dann gehe er davon aus, dass nur einige Straßen betroffen seien und nicht ganze Städte. „Und in Papenburg gibt es garantiert kein Diesel-Fahrverbot.“ Er verkaufe seinen Kunden auch weiterhin Diesel, wenn es zu ihrem Fahrverhalten passe. Dennoch bemerke auch er die Unsicherheit der Kunden. Fust rät er, sich von einem Händler beraten zu lassen. „Ein Auto lässt sich besser verkaufen, wenn ich dafür ein neues nehme“, so Ahrens.


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