Leiter lässt Schilder entfernen Papenburger Media-Markt stoppt umstrittene Videos

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Papenburg. Der Media-Markt in Papenburg hat nur wenige Stunden nach der Berichterstattung über ein Schild am Eingang, das über Bild- und Tonaufnahmen von Kunden bei Betreten des Markts informiert, gehandelt und die gesamte Aktion mit sofortiger Wirkung beendet.

„Wir wollen nicht weiter für Verwirrung und Unruhe sorgen oder Öl ins Feuer gießen“, sagte Oliver Dassinger, Geschäftsführer des Marktes im Bereich Deverpark/An der alten Werft. Sowohl die Schilder wurden von den beiden Eingangstüren abgehängt, als auch die Aufnahme von Bildern gestoppt, die den derzeit laufenden Umbau des Marktes dokumentieren sollten, aber auch Aufnahmen von Kunden erzeugten. Die Videos wurden wochenweise zusammengeschnitten und veröffentlicht, zum Beispiel bei Facebook, und dabei auch zu werblichen Zwecken verwendet. Erstellt und veröffentlicht wurden insgesamt neun Videos.

(Weiterlesen: Erlaubt? „Bild- und Tonaufnahmen“ irritieren Media-Markt-Kunden)

„Keine dauerhafte Überwachung“

Der Geschäftsführer gab am Mittwoch im Gespräch mit unserer Redaktion zu, dass das aufgehängte Schild einen falschen Inhalt hatte. „Ich kann zu 100 Prozent ausschließen, dass zu irgendeinem Zeitpunkt von uns Tonaufnahmen angefertigt wurden. Das versichere ich an Eides statt und ist mir auch im Hinblick auf die Mitarbeiter wichtig“, sagte Dassinger. Er wolle nicht verglichen werden mit einigen Discountern, die teils in Mitarbeiterräumen Videokameras aufgehängt hatten, um Angestellte zu überwachen. „Die Zeitraffervideos wurden nur in Einzelbildern ohne Ton aufgenommen, weitere Videoaufnahmen fanden im gesamten Zeitraum nicht statt. Von einer dauerhaften ,Überwachung‘ von Mitarbeitern oder auch Kunden kann nicht die Rede sein“, so der Geschäftsführer.

Bußgeld bis zu 300.000 Euro

Ein Sprecher der Landesdatenschutzbeauftragten hatte unserer Redaktion mitgeteilt, dass das Erstellen und Speichern von Tonaufnahmen oder auch das zu lange Speichern von Bildaufzeichnungen strafbar wäre und Geldbußen von bis zu 300.000 Euro nach sich ziehen könnte.

(Kommentar: Zu Aufzeichnungen im Papenburger Media-Markt: Auf dünnem Eis)


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