Hilfe auf Schule ausgeweitet Dürre stellt Papenburger Verein in Kenia vor neue Herausforderung

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Papenburg. Die Kinder munter und gesund, das Heim weiter in gutem Zustand: Der Vorstand des Papenburger Vereins Nyeri Kinderhilfe ist mit der Entwicklung seiner Einrichtung in Kenia zufrieden, steht aber auch vor neuen Herausforderungen.

Wie Vorsitzender Nikolaus Nordmann im Gespräch mit unserer Redaktion berichtet, ist die Wasserversorgung durch immer länger anhaltende Dürreperioden zum Problem geworden. „Die Regenzeiten bleiben teilweise aus.“ Für Nordmann ist die Entwicklung eine Folge des Klimawandels. Demnach reichen die Tanks, mit dem in dem Heim über ein Dachrinnensystem das Regenwasser aufgefangen wird, nicht mehr aus. „Wenn es regnet, dann gießt es in Strömen und dabei geht einfach zu viel Wasser verloren“, erklärt Nordmann. Deshalb will der Verein weitere Wassertanks anschaffen. Zurzeit verfügt er nach den Worten des Vorsitzenden über drei Behälter, von denen jeder 10.000 Liter fasst. Weitere vier wären wünschenswert, auch Erdtanks seien denkbar. „Das ist aber eine Kostenfrage. Platz haben wir genug“, sagt Nordmann. Die Arbeit des Vereins finanziert sich ausschließlich durch Mitgliedsbeiträge beziehungsweise Patenschaftsgelder sowie durch Spenden.

Trockene Flussbetten

Mit dem Wasserproblem habe die ganze Region Nyeri rund 100 Kilometer nördlich der Hauptstadt Nairobi zu kämpfen. Die Menschen hätten damit begonnen, Seen mit Folien auszukleiden, um so Wasser aufzufangen. Wie Nordmann weiter berichtet, graben die Menschen in fast ausgetrockneten Flussbetten nach dem letzten Wasser, um es in Kanister abzufüllen.

Verein kauft Lebensmittel für Schulessen

Unterdessen hat der derzeit 110 Mitglieder zählende Verein damit begonnen, seine Hilfe auf die in der Nähe des Heims gelegene Grundschule Riamukurve auszudehnen. Nordmann zufolge werden dort 450 Kinder unterrichtet, etwa 60 davon kämen ohne Frühstück und Mittagessen in die Schule – und das nach teilweise kilometerlangen Fußmärschen. „Diese Kinder schlafen vor Hunger auf den Bänken ein. Das ist doch kein Zustand“, sagt die 3. Vorsitzende Sibylle Pfeifer und berichtet davon, dass einem „die dürren, kleinen Kinder einfach nur leidtun“. Also kauft der Verein für diese Kinder Mais, Bohnen, Zwiebeln, Öl und Salz ein und stellt der Schulküche die Lebensmittel zur Verfügung. Pro Kind und Jahr rechnet der Verein mit Kosten in Höhe von 36 Euro.

Trikots und Fußbälle

Mit Stolz tragen die Schüler der Riamurkuve Primary School sowie einer weiteren Schule nach Nordmanns Worten Trikots, die Eintracht Papenburg sowie die Jugendspielgemeinschaft Völlen gespendet haben. Von der Eintracht wurden zudem Fußbälle gestiftet.

Im Heim selbst, in dem der Vorstand einmal im Jahr auf eigene Kosten für mehrere Wochen persönlich nach dem Rechten sieht, läuft Nordmann zufolge derweil weiterhin alles bestens. Wieder hätten einige Bewohner die Einrichtung, in der seit mehr als zehn Jahren Straßenkinder und Aidswaisen aufgenommen werden, verlassen, weil ihre schulische Ausbildung erfolgreich beendet sei. Besonders stolz ist der Verein auf den Werdegang von Lucy Muthoni. Die 22-Jährige arbeitet nach einem College-Studium an einer Privatschule. Ein weiterer ehemaliger Schützling habe nach Abschluss der Secondary School eine gute Anstellung im Bauhandwerk gefunden. Auch andere ehemalige Bewohnerinnen machten sich außerhalb der geschützten Atmosphäre des Heims gut. „Wir finden es toll, dass wir so etwas vorweisen können“, betont Nordmann. Schließlich sei damit das Kernziel der Vereinsarbeit erreicht: die Kinder so zu unterstützen, dass sie als junge Erwachsene den Weg ins Berufsleben finden und eines Tages auf eigenen Beinen stehen können.

Küchengarten angelegt

Durch die jüngsten Abgänge werden in dem vereinseigenen Heim aktuell „nur“ noch 40 Kinder und Jugendliche betreut. Laut Nordmann soll aber wieder auf bis zu 60 Schützlinge – zum Teil auch wieder extern – aufgestockt werden.

(Weiterlesen: Vom Straßenkind zum Hochschulabsolventen)

Zu den jüngsten Errungenschaften auf dem Heimgelände zählt ein Küchengarten, in dem unter anderem Passionsfrüchte, Avocados, Spinat, Zwiebeln und Kohl angebaut werden. Zudem tummeln sich Enten, Hühner und Kaninchen auf dem Areal. Mithilfe der internationalen Organisation Labtoo verfügt das Heim zudem neuerdings über vier Laptops, an denen die Kinder spielerisch lernen.

Der monatliche Mindestbeitrag für eine persönliche Patenschaft für eines der Heimkinder beträgt 30 Euro. Es sind aber auch Projektpatenschaften, beispielsweise für die heimeigene Bibliothek, möglich.

(Weiterlesen: Papenburger Verein verkauft Kinderheim in Einzelteilen)

Wer mehr über die Arbeit der Nyeri Kinderhilfe wissen möchte, kann sich am Samstag, 31. März 2018, von 9 bis 18 Uhr an einem Verkaufsstand im Dever-Park informieren. Vereinsmitglieder bieten dort Schmuck und andere Gegenstände an, die sie in Kenia erworben haben. Weitere Infos und Kontakt: Telefon 0 49 61/6 72 56 (Nordmann), www.nyerichildsupport.de


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