Blitzschlag zerstört Anlage Enercon-Chef am Ort von Papenburgs erstem Windrad

Von Annika Keilen

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anke Papenburg. Den Ort, an dem vor rund 30 Jahren Papenburgs erstes Windkraftrad gebaut wurde, hat jetzt Enercon-Geschäftsführer Hans-Dieter Kettwig besucht. Der damalige Bürgermeister Heinrich Hövelmann lud den Chef des Windanlagenbauers aus Aurich in die Historisch Ökologische Bildungsstätte (HÖB) am Obenende ein.

Enercon-Gründer Aloys Wobben aus Rastdorf veranlasste damals, in unmittelbarer Nähe zur HÖB das Windrad zu bauen. Die Anlage des Typs E-15 war knapp 30 Meter hoch, hatte einen Rotordurchmesser von 15 Metern und produzierte 55 Kilowatt. Ein heutiger Prototyp des Unternehmens sei Kettwig zufolge 159 Meter hoch und produziere zwischen drei und vier Megawatt. „Eine Entwicklung binnen 30 Jahren, die kein Mensch für möglich hielt“, so der Geschäftsführer.

„Damals war Windenergie völlig neu“

Enercon weist nach seinen Worten aktuell einen Marktanteil von rund 40 Prozent auf und ist damit deutschlandweit der größte Hersteller von Windenergieanlagen. Im Gründungsjahr 1984 war nach Angaben von Kettwig eine alternative Stromzufuhr für die Bevölkerung kaum vorstellbar. „Damals war Windenergie völlig neu“, bestätigt auch der damalige Bürgermeister Hövelmann, der sowohl den Bau der HÖB als auch die Errichtung des Windrades maßgeblich vorantrieb.

„100 Prozent Bio geht“

Beide sind sich einig, dass heute keiner mehr die Windenergie belächelt. Der neue Koalitionsvertrag strebt einen Anteil von etwa 65 Prozent erneuerbarer Energien bis 2030 an. Dennoch müssten Unternehmen wie Enercon permanent beweisen, dass sie mit den niedrigen Strompreisen herkömmlicher Energieerzeugung mithalten können, betont Kettwig. Das sei zwar eine Herausforderung, doch „wir sagen 100 Prozent Bio geht“.

Blitzschlag trifft Windrad

Fährt man dieser Tage entlang der Bildungsstätte am Obenende, ist von dem Windrad nichts mehr zu sehen. Ein Blitzschlag traf die Anlage Mitte der 1990er-Jahre. Was bleibt sind nur noch Erinnerungen, festgehalten auf Fotos und einer hinterlassenen Stromrechnung, die Hövelmann vorlegt. Auf der Rechnung der Firma EWE vom 8. Januar 1988 wird der Betrag von 514, 80 D-Mark der HÖB gutgeschrieben.


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