Dinslaken gegen Hollywood Papenburger Schüler erlebten Deutsch-Lektüre im Theater

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Papenburg. Ein riesiger Bücherstapel als Bühnenbild, sieben wandlungsfähige Schauspieler und eine kleine Trickkiste mit Licht- und Ton-Effekten mussten reichen, um die Zuschauer in der nicht ausverkauften Papenburger Stadthalle in die Welt von Cornelia Funkes „Tintenherz“ zu versetzen.

Doch eignet sich dieses Buch, das Hollywood bereits vergleichsweise verschwenderisch auf der großen Kinoleinwand in Szene gesetzt hat, als Theaterstück? Die Burghofbühne Dinslaken, die mit der Bühnenfassung von Robert Koall vor rund einem Jahr Premiere gefeiert hat, bot den Zuschauern jedenfalls nur ein Extrakt der Geschichte und versuchte, den Figuren einen eigenen Witz zu verleihen. Dem Publikum, darunter die 7. Klassen des Europa-Gymnasiums Papenburg, die „Tintenherz“ als Lektüre im Deutschunterricht gelesen hatten, vermochten die Darsteller damit nur hin und wieder ein Lachen zu entlocken.

Trotzdem gelang mit der rund 80-minütigen Vorstellung etwas, das Cornelia Funke sicherlich gefallen hätte: Eine Liebeserklärung an die Fantasie, an das geschriebene Wort und an die Macht, die es entfalten kann. Da hüpften sie über die Bühne, die Fabelwesen, Helden und Schurken, die Schrift des Autors auf ihren Kleidern gut sichtbar. Ein Sinnbild dafür, dass ein Buch in dem Moment zu leben beginnt, in dem es gelesen – oder noch besser laut vorgelesen wird.


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