Diskussion bei Senioren-Union City-Offensive in Papenburg findet wenig Anklang

Von Nils Kögler


koeg Papenburg. Im Rahmen eines Vortrags von Bürgermeister Jan-Peter Bechtluft (CDU) hat die Senioren-Union über die Rettung des Einzelhandels in Papenburgs Innenstadt diskutiert.

„Wenn man offenen Auges am Hauptkanal entlang geht, fällt einem auf, dass immer mehr Schaufenster leer stehen“, beschrieb Bechtluft in seiner Rede. Um diesen Leerständen entgegenzuwirken, habe man vor drei Jahren die „City Offensive Papenburg“ auf den Weg gebracht. Im Rahmen der Offensive sei es seinen Angaben nach Einzelhändlern möglich gewesen, bis zu 7000 Euro an Fördergeldern für die Renovierung der Außenfassade ihrer Geschäfte zu erhalten.

Doch dieses Angebot sei kaum wahrgenommen worden. „Es hat so wie wir uns das vorgestellt haben nicht funktioniert“, resümierte der Bürgermeister. Die Konkurrenz durch den Online-Handel mache den Geschäften zudem immer mehr zu schaffen, führte Bechtluft aus. „Wenn die Innenstädte überleben wollen, müssen wir uns darauf einstellen“, mahnte er. Der Einzelhandel allein, so Bechtluft, locke die Käufer nicht mehr in die Stadt. Deshalb sieht er die Lösung im Dreiklang aus Einzelhandel, kulturellen Veranstaltungen und Gastronomie. Seiner Meinung nach verleite nur noch die Kombination aller drei Bereiche die Menschen, den Weg in die Stadt anzutreten. „Einkaufen, das macht man heutzutage vom Sofa mit dem iPad“, erklärte der Bürgermeister.

Online-Präsenz finanziell fördern?

Auch die Runde der Senioren zeigte sich an der Problemlösung interessiert. Ein Vorschlag griff das Online-Problem direkt auf. Man solle die Gelder der City-Offensive nutzen, um den Einzelhändlern eine Online-Präsenz zu verschaffen, hieß es aus der Runde. So könnten die Geschäfte im Netz genug Geld verdienen, um auch ihre Standorte in der Stadt zu halten, begründeten die Senioren den Vorschlag.

Bechtluft nahm den Gedanken auf und berichtete von einer App, die Kunden die Möglichkeit gebe, Kleidung online zu bestellen und ins Geschäft liefern zu lassen, wo ihnen dann eine Verkäuferin für Anprobe und Beratung zur Verfügung stehe. So könnten sich die Einzelhändler seiner Meinung nach einen Vorteil gegenüber dem Online-Handel verschaffen.

Zustand der Fahrrad- und Fußwege oft ein Problem

Ein wichtiges Anliegen war der Senioren-Union auch die Renovierung und Gestaltung der Fahrrad- und Fußwege. Vorsitzender Gerd Hanekamp erklärte, dass eine Verbindung der Einkaufsstraßen in Aschendorf und Papenburg per Radweg und eine weitere Verbindung der etwas abgelegenen Center und der Einkaufsstraße am Hauptkanal die Probleme des Einzelhandels bekämpfen könnte. Auch diesen Gedanken griff der Bürgermeister auf. Wie Bechtluft erklärte, herrsche im Rat der Stadt ein parteiübergreifender Konsens über die Sanierung der Radwege in Papenburg.