Kolpingsfamilie seit 50 Jahren aktiv Tonnenweise Altkleider in Papenburg gesammelt

Von Klaus Dieckmann

Seit fünf Jahrzehnten führt die Kolpingsfamilie St. Antonius in Papenburg unterstützt von zahlreichen Helfern und Firmen, die Fahrzeuge zur Verfügung stellen, Sammlungen von Gebrauchtkleidung und Altpapier zugunsten sozialer Zwecke durch. Foto: Klaus DieckmannSeit fünf Jahrzehnten führt die Kolpingsfamilie St. Antonius in Papenburg unterstützt von zahlreichen Helfern und Firmen, die Fahrzeuge zur Verfügung stellen, Sammlungen von Gebrauchtkleidung und Altpapier zugunsten sozialer Zwecke durch. Foto: Klaus Dieckmann

Papenburg. Etwa 3500 Tonnen Papier und 1000 Tonnen Textilien haben die Kolpinger von St. Antonius im Laufe von fünf Jahrzehnten der Wiederverwertung zugeführt und Geld für soziale Zwecke gesammelt.

Der Vorsitzende der Kolpingsfamilie St. Antonius in Papenburg, Günther Döbber, hat Bilanz zum 50-jährigen Bestehen der Gebrauchtkleidung- und Altpapiersammlungen in der Untenender Pfarrgemeinde gezogen. „Wir denken ökologisch und handeln sozial“, sagte Döbber. Insgesamt wurden 178 Straßensammlungen durchgeführt. Dabei trugen die Kolpinger 168-mal Altpapier und 128-mal Gebrauchtkleider zusammen.

Erstmals die 30-Tonnen-Marke beim Altpapier knackte die Kolpingsfamilie bei einer Sammlung Anfang des Jahres 1979. Und das Rekordergebnis erbrachte mit 47,44 Tonnen die 100. Papiersammlung am 8. Januar 2000. Ein so hohes Aufkommen werde derzeit noch nicht einmal als Jahresresultat erzielt, berichtete Döbber.

Die Geschichte der Papiersammlungen der Kolpinger weist eine Reihe markanter Einschnitte auf. Zu diesen zählen unter anderem die flächendeckende Aufstellung von Papiercontainern durch den Landkreis Mitte der 1980er-Jahre, Konkurrenz durch gewerbliche Sammler, phasenweise ein Überangebot an Altpapier verbunden mit einem Preisverfall sowie die Einführung der Blauen Tonne im Emsland Anfang des Jahres 2009. Trotz der blauen Papiertonne verzeichnet die Kolpingsfamilie nach Darstellung von Döbber als Sammelergebnis noch durchschnittlich gut 38 Tonnen Altpapier pro Jahr. Das Aufkommen bei der Gebrauchtkleidung liege im Durchschnitt bei jährlich rund 19 Tonnen.

Die Sammlung von Altkleidern bildet auch die Wurzeln für das 50-jährige Engagement der Papenburger Kolpinger. Am 2. März 1968 folgte die Ortsgruppe St. Antonius einem Aufruf des Diözesanverbands und des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) zur Beteiligung an der „Aktion Rumpelkammer“. Bei den „Lumpensammlungen“ (wie es damals im Volksmund hieß) wurden zunächst nur Alttextilien zusammengetragen. Ende 1974 erweiterte die Kolpingsfamilie ihr Projekt um die Sammlung von Altpapier.

In der Folge wurde zunächst dreimal jährlich Altpapier abgeholt und einmal Gebrauchtkleidung. Schrittweise stockten die Kolpinger im Verlauf der Jahre den Zuschnitt auf das heutige System mit jährlich vier Aktionen auf, bei denen sowohl Gebrauchtkleider als auch Altpapier gesammelt werden. Jeweils bis zu 20 Helfer sind an den einzelnen Sammlungen beteiligt. Aufgeteilt hat die Kolpingsfamilie ihr Sammelgebiet in sieben Bezirke. In diesen sind Teams von zwei bis vier Personen mit Fahrzeugen unterwegs und holen die an den Straßen bereitgestellten Kleidersäcke und Papierbündel ab.

Der Erlöse aus den Sammlungen sind nach den Ausführungen von Döbber einer Vielzahl von gemeinnützigen Vorhaben und wohltätigen Initiativen zugutegekommen. Anfangs seien Gelder unter anderem für die Renovierung von Gruppenräumen, Veranstaltungen der Kolpingsfamilie sowie Projekte der Kirchengemeinde St. Antonius verwandt worden. Im weiteren Verlauf flossen Mittel beispielsweise in die Förderung der Jugendarbeit, die Unterstützung der Obdachlosenhilfe in Papenburg, in Vorhaben der Entwicklungshilfe sowie in Projekte des Kolpingwerks.

Einen Gesamtbetrag der Erlöse aus den Sammlungen habe die Kolpingsfamilie nicht überschlagen, sagte Döbber. Exemplarisch führte er allerdings den Ertrag aus der Dekade zwischen der Einführung des Euro Anfang 2001 und dem Jahr 2011 an. In diesem Zeitraum hätten die Papenburger Kolpinger eine Summe von knapp 50.000 Euro für soziale Zwecke gespendet. Die nächste Gebrauchtkleider-, Schuh- und Altpapiersammlung der Kolpingsfamilie findet am Samstag, 7. April, statt.