Tests an historischem Dampfschiff „Prinz Heinrich“ kehrt nach 109 Jahren zur Meyer Werft zurück

Von Christian Belling


Papenburg. Ein Stück Papenburg kehrt heim - wenn auch nur vorübergehend. Mehr als Hundert Jahre, nachdem die auf der Meyer Werft gebaute „Prinz Heinrich“ vom Stapel lief, hat das historische Dampfschiff am Dienstagmittag an seiner Geburtsstätte wieder halt gemacht.

Etwa ein Dutzend Schiffsromantiker wollten um die Mittagszeit dabei sein, als die „Prinz Heinrich“ die Seeschleuse passiert und sich auf den Weg durch den Sielkanal in Richtung Werfthallen macht. Auch für Hafenkapitän Felix Krause handelt es sich dabei um kein Schiff wie jedes andere. „Es ist auch ein großes Stück Nostalgie dabei, wenn ein in Papenburg gebaute Dampfer nach so langer Zeit wieder zurück nach Hause kommt.“ Allzu lange wird dieser allerdings nicht in seiner Heimat sein.

Schiffsneigung wird geprüft

Lediglich einen Tag wird die „Prinz Heinrich“ in der Fehnstadt verbringen. „Wir führen mit Unterstützung der Meyer Werft die letzten Tests durch, die für die offizielle Wiederinbetriebnahme erforderlich sind“, erklärt Wolfgang Hofer. Er ist Vorsitzender des Vereins „Traditionsschiff Prinz Heinrich“, der vor 15 Jahren in Leer mit den Sanierungsarbeiten auf dem damalig maroden Dampfer begann. Inzwischen ist das stilvoll restaurierte Schiff wieder auf Hochglanz gebracht und fahrtüchtig. „Die jetzt durchzuführenden Übungen sollen tatsächlich die letzten sein“, hofft Hofer. Durchgeführt wird unter anderem der sogenannte Krängungstest, der die Schiffsneigung unter die Lupe nimmt.

„Historische Rückkehr zur Mutterwerft“

Für Hofer stellt die Testfahrt nach Papenburg „eine historische Rückkehr zur Mutterwerft“ dar. Auch wenn diese vorerst nur für einen Tag ist. Verlaufen die Tests erfolgreich, geht es am Mittwoch bereits wieder zurück nach Leer. Mit dem Verlauf des Hinweges zeigt sich Hofer zufrieden. „Für die Tour über die Ems haben wir rund zwei Stunden gebraucht und waren mit knapp 20 Stundenkilometern unterwegs. Alles lief nach Plan.“ Für den Sommer stellt der Vorsitzende eine baldige Rückkehr der „Prinz Heinrich“ nach Papenburg in Aussicht. „Am 16. Juni wollen wir am Forum Alte Werft anlegen und dort die offizielle Wiedergeburt feiern“, so Hofer.

Personen und Post zwischen Emden und Borkum befördert

Gebaut wurde das Schiff im Jahr 1909 als Bau-Nummer 240 auf der Meyer Werft um Personen und Post zwischen Emden und Borkum zu befördern. 390 Passagiere fanden Platz auf dem 37 Meter langen und 7 Meter breiten Schiff. Mit seinen zwei 150-PS-Dampfmaschinen ist die „Prinz Heinrich“ heute etwas Besonderes. Seit 2013 ist der Dampfer von der Deutschen Denkmal Stiftung als nationales Kultur-Denkmal eingestuft.

Weiterlesen: Dampfschiff „Prinz Heinrich“ bald wieder seetüchtig