Prozess am Amtsgericht Papenburg Auch nach drei Verhandlungstagen noch keine Klarheit

Von Jennifer Kemker

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Ein Verfahren wegen Körperverletzung am Papenburger Amtsgericht benötigt nun auch ein vierten Verhandlungstag. Symbolfoto: Michael GründelEin Verfahren wegen Körperverletzung am Papenburger Amtsgericht benötigt nun auch ein vierten Verhandlungstag. Symbolfoto: Michael Gründel

Papenburg. In einem Verfahren gegen sieben Angeklagte aus dem nördlichen Emsland, die sich wegen Körperverletzung vor dem Papenburger Amtsgericht verantworten müssen, ist es nach dem dritten Verhandlungstag noch nicht zu einem Urteil gekommen.

Der Anklageschrift zufolge sollen die Beschuldigten im Alter von 22 bis 54 Jahren im September 2016 auf einer Restaurant-Baustelle einen 29-Jährigen schwer verletzt haben, indem sie mit Baseballschlägern und Holzstöcken auf ihn eingeschlagen hätten.

Bisher hörte das Gericht zahlreiche Zeugenaussagen, die den Tathergang aber noch nicht aufklären konnten. Ein 43-jähriger Zeuge, der bei der Tat dabei gewesen sein soll, verstrickte sich aufgrund von anderen Zeugenaussagen in Widersprüchen. Zunächst behauptete er, dass er nichts von der Auseinandersetzung mitbekommen habe. Er habe zusammen mit dem Geschädigten und seinem Cousin auf der Baustelle gearbeitet. Er sei öfter in den Keller gegangen, um Material zu holen, sodass er nicht mitbekommen konnte, was sich oben abgespielt habe.

Zeuge korrigiert Aussage

„Ich glaube ihnen nicht, dass sie nichts gesehen haben“, sagte die Richterin. Auf Hinweis der Staatsanwaltschaft, dass er dabei sei, eine Falschaussage zu tätigen, korrigierte der Mann seine Aussage. Einer der Angeklagten sei zuerst in das Restaurant gekommen, um einen anderen Vorfall, der sich einige Wochen vorher ereignete, friedlich zu klären. Ein weiterer Angeklagter kam später dazu. Der 29-jährige Geschädigte habe einen Gegenstand in die Hand genommen und sei auf einen der Angeklagten losgegangen. Nachdem der Zeuge dazwischen gegangen war, seien die beiden Angeklagten gegangen.

Die Richterin merkte an, dass auch diese Geschichte nicht mit den anderen Zeugenaussagen zusammenpasst. Aus diesem Grund sei sie der Meinung, dass es insgesamt zwei Vorfälle gegeben haben muss. Die Aussage des Opfers halte sie für überspitzt.

Angeklagte stimmen Einstellung mit Schmerzensgeldauflage nicht zu

Die Angeklagten stimmten nach längeren Gesprächen zwischen allen Parteien keiner Einstellung mit Schmerzensgeldauflage zu. Aus diesem Grund werden nun weitere Zeugen, die zu den letzten Verhandlungsterminen nicht erschienen sind, geladen beziehungsweise vorgeführt. Bis Montag, 23. April, um 9 Uhr wird die Verhandlung unterbrochen.


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