Frauenfrühstück in Aschendorf Häusliche Gewalt: Gleichstellungsbeauftragte appelliert an Opfer

Meine Nachrichten

Um das Thema Papenburg Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Die Tanzgruppe „Lifestyle“ vom TV Papenburg sorgte für ein buntes Rahmenprogramm beim Frauenfrühstück. Für ihre Aufführung ernteten die Tänzerinnen viel Applaus. Foto: Stadt PapenburgDie Tanzgruppe „Lifestyle“ vom TV Papenburg sorgte für ein buntes Rahmenprogramm beim Frauenfrühstück. Für ihre Aufführung ernteten die Tänzerinnen viel Applaus. Foto: Stadt Papenburg

Aschendorf. Hilfsangebote für von häuslicher Gewalt betroffene Frauen haben im Mittelpunkt eines Frauenfrühstücks der Stadt Papenburg im Aschendorfer Gasthof Tepe gestanden. Rund 70 Frauen waren der Einladung des Gleichstellungsbüros der Stadt anlässlich des Internationalen Frauentages gefolgt.

„In der Gesellschaft ist Gewalt gegen Frauen teilweise immer noch ein Tabu“, sagte dazu die städtische Gleichstellungsbeauftragte Andrea Kruse. „Darum ist es besonders wichtig, auf die unterschiedlichen Hilfsangebote für die betroffenen Frauen hinzuweisen.“ Vorgestellt hatten sich an diesem Vormittag die Caritas-Beratungsstelle „Häusliche Gewalt“ und der Sozialdienst Katholischer Frauen (SKF) mit der „BISS“-Beratung. „BISS steht für Beratung und Interventionsstelle gegen häusliche Gewalt“, erklärte Kruse. An dieser Einrichtung ist auch die Stadt Papenburg beteiligt.

Was Opfern schwer fällt

Während der gut zweieinhalbstündigen Vorstellung und Diskussion ging es dann hauptsächlich um die Fragen „Was ist eigentlich häusliche Gewalt?“ und „Wie helfe ich den betroffenen Frauen in Papenburg?“. „Für die Frauen ist es eine sehr schwierige Entscheidung, sich selbst einzugestehen, dass sie Opfer sind“, sagte Kruse. „Wer Opfer von häuslicher Gewalt ist, sollte handeln und zum Beispiel eine Beratungsstelle oder die Polizei informieren. Das fällt vielen Frauen sehr schwer.“ Denn die damit verbundenen Konsequenzen seien oft, dass Familien zerbrechen, soziale Verbindungen gekappt werden und das eigene Umfeld sich drastisch verändert. „Eins ist aber klar: Nicht die Frauen sind die Verursacherinnen, sondern die gewalttätigen Männer.“ Darum erfordere es viel Mut, sich an die Beratungsstellen oder die Polizei zu wenden. „Wir können den Frauen nur den Rat geben, diesen großen Schritt zu gehen, anstatt jahrelang unter der Gewalt zu leiden“, sagte Kruse.

Unterhaltsames Rahmenprogramm

Es gab aber auch ein unterhaltsames Rahmenprogramm, das die Veranstaltung abrundete. So trat unter anderem die Tanzgruppe „Lifestyle“ vom TV Papenburg auf. Zudem gab Helga Freudenthal-Beyer einen bissigen und amüsanten Kurzvortrag zum Frauentag zum Besten. „Wir sind mit diesem Frauenfrühstück sehr zufrieden gewesen“, sagte Kruse abschließend.

(Weiterlesen: Drangsaliert, eingesperrt, geschlagen: So hat eine Emsländerin häusliche Gewalt erlebt)


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN