SPD kritisiert Vorgehen Papenburg baut Platz für Dauercamper um

Von Gerd Schade

Große Aufregung hatte die sofortige Nutzungsuntersagung für das Dauercampen auf dem Papenburger Campingplatz am Poggenpoel im vergangenen Sommer ausgelöst. Foto: Gerd SchadeGroße Aufregung hatte die sofortige Nutzungsuntersagung für das Dauercampen auf dem Papenburger Campingplatz am Poggenpoel im vergangenen Sommer ausgelöst. Foto: Gerd Schade

Papenburg. Der Campingplatz am Poggenpoel in Papenburg wird umgebaut, die Dauercamper ziehen auf dem Gelände um. Das hat die Stadtverwaltung nach einem Treffen mit rund 60 Dauercampern mitgeteilt. Von der SPD-Stadtratsfraktion erntet sie für ihr Vorgehen scharfe Kritik.

Im Sommer 2017 hatte die Stadt aus Brandschutzgründen das Dauercampen auf dem Platz untersagt. Im Zuge einer folgenden Auseinandersetzung, die hohe Wellen schlug, hatte der bisherige Betreiber den städtischen Platz nach fast 20 Jahren aufgegeben. Daraufhin übernahm die Stadt den Betrieb des Platzes.

Nun hätten Bürgermeister Jan Peter Bechtluft (CDU) und Campingplatz-Projektleiter Jürgen Brelage den Dauercampern die Umbaumaßnahmen vorgestellt, teilt die Stadt in einer Presseerklärung mit. Das Vorhaben sei bei fast allen Dauercampern auf Zustimmung gestoßen. Die Verwaltung habe darüber informiert, dass die Dauercamper auf dem Gelände umziehen sollen. Hinzu kämen weitere Planungen, die im Detail in der Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft, Tourismus und Kultur präsentiert werden sollen, derzeit aber noch nicht abgeschlossen seien.

Rasenflächen werden trockengelegt

„Wir ertüchtigen den südlichen Bereich. Dafür legen wir die Rasenflächen trocken, legen neue Parzellen und Wege an“, wird Brelage in der Mitteilung zitiert. Demnach können die Dauercamper ab Herbst einen Teil der neuen Plätze beziehen. Die bisherigen Flächen der Dauercamper sind laut Stadt für Tages- und Wochengäste vorgesehen. Bereits modernisiert sei das Empfangshäuschen. Aktuell werde ein wetterfester, zentraler Gemeinschaftsraum errichtet. Zudem solle der See stärker zum Baden genutzt werden können. Auch das gastronomische Angebot solle ausgebaut werden.

Die SPD-Fraktion fordert von der Verwaltung indes mehr Transparenz ein, was die Platzumgestaltung betrifft. Sie empfindet es nach den Worten von Fraktionschef Peter Raske als „eine Unterlassung, dass die Ratsmitglieder nicht zumindest zeitgleich über die Planungen informiert wurden“. Einmal mehr scheine es so, als sollten die Ratsmitglieder Entscheidungen der Verwaltung „nur abnicken“. Nach Raskes Auffassung „scheint es immer mehr zur Methode des Bürgermeisters zu werden, den Rat und seine Gremien nicht in Verwaltungshandeln einzubinden“.