Neues Papenburger Wahrzeichen Orgel wird „schwebend“ in St. Antonius-Kirche erklingen

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Papenburg. Die Walcker-Orgel, die ab Ende 2019 das neue Wahrzeichen der St.-Antonius-Kirche in Papenburg sein wird, wird mit Stahlseilen am Gewölbe befestigt und damit quasi „schwebend“ in der Kirche erklingen. Auch die Gestaltung wird außergewöhnlich sein.

Diese durchaus spektakuläre Lösung ging jetzt als Sieger aus einem Architektenwettbewerb hervor, den das Büro Königs aus Köln gewonnen hat, wie Pfarrer Franz-Bernd Lanvermeyer nach der Entscheidung der zehnköpfigen Fachjury verkündete. Insgesamt vier Architektenbüros waren mit der baulichen Planung beauftragt worden, drei gaben letztlich Entwürfe ab.

Siegerentwurf gewinnt am Ende klar

Der Vorschlag, der mit 9:1 Stimmen am Ende deutlich siegte, hat aus Sicht der Jury mehrere Vorteile. Er greift zum einen weit weniger in die bauliche Substanz der Kirche ein als die beiden anderen Vorschläge. Der derzeitige Orgelboden bleibt weitgehend erhalten.

Der zweitplatzierte Entwurf des Büros Recker aus Westerstede hatte den Neubau einer ellipsenförmigen „Insel“ vorgesehen, die mit per LED-Lampen illuminierten Tüchern in Szene gesetzt werden sollte. „Wir haben uns intensiv auch mit diesem Entwurf beschäftigt, die Orgelbauer waren ganz begeistert von dieser Lösung. Letztlich war uns der Eingriff in das vorhandene Kirchengebäude zu massiv“, erklärte Lanvermeyer.

(Weiterlesen: Umzug der Walcker-Orgel nach Papenburg nimmt Gestalt an)

Der drittplatzierte Entwurf des Büros Tilgner und Grotz aus Bremen, der zwei vergleichsweise schlichte große „Holztürme“ vorsah, in die die 6850 Pfeifen und 98 Register der Orgel eingebaut werden sollten, war der Jury letztlich in der Tat zu schlicht.

Historische Bausubstanz und moderne Präsentation bedacht

Ausgewählt wurde stattdessen eine Lösung, die beiden Polen, also der historischen Bausubstanz der St.-Antonius-Kirche und einer modernen Präsentation der Orgel, gerecht wird. Der Entwurf sieht eine Verkleidung des Instruments größtenteils aus gebogenem Holz vor, das silbern beschichtet wird. Die Pfeifen werden in insgesamt fünf große Schränke (Teilwerke) aufgeteilt, vier davon, jeweils zwei an jeder Seite, „schweben“ etwa 1,50 Meter über die Ecke des Orgelbodens hinweg in den Kirchenraum hinein, ein fünfter Schrank wird im hinteren Bereich des Orgelbodens weniger sichtbar sein. „Von vorne betrachtet, ergibt sich eine leichte U-Form“, erläuterte Lanvermeyer.

Stahlträger an der Gewölbedecke, in denen die Stahlseile eingehängt werden, und auch am Rand des Orgelbodens, die später verkleidet werden, geben der Konstruktion Halt.

(Weiterlesen: Walcker-Orgel erhält ihren Platz in Antonius-Kirche)

Zum Kirchenraum hin gibt es Öffnungen der Holzkonstruktion, die Orgelpfeifen werden dadurch nur schemenhaft erkennbar sein, also nicht offen liegen. „Das war bei der Walcker-Orgel jahrzehntelang im Konzertsaal des Hans-Sachs-Hauses in Gelsenkirchen aber auch nicht der Fall, eine Rundum-Verkleidung kommt also auch der Historie der Orgel entgegen“, sagte Martin Dücker, Orgelsachverständiger der Diözese Freiburg und Mitglied der Fachjury. Die gebogene Form der Lamellen soll an Schallwellen erinnern. Musikalisch würde es bei den beiden erstplatzierten Entwürfen keinen Unterschied geben, betonte Ralf Stiewe, Organist der St.-Antonius-Gemeinde.

Auch Fernwerk am Altar erhält gleiches Aussehen

Der Siegerentwurf sieht eine LED-Beleuchtung der Orgel vor, allerdings weniger aufwendig als bei der zweitplatzierten Lösung. Auch das Fernwerk, das seitlich des Altars platziert wird, erhält die silberfarbene, teilweise geöffnete Holzverkleidung.

Insgesamt 150.000 Euro sind nach den Worten von Pfarrer Lanvermeyer für die Verkleidung der Orgel im Gesamtbudget von einer Million Euro veranschlagt. Er kündigte an, dass im April die Gesamtfinanzierung stehen solle, sodass im Mai alle Verträge unterzeichnet werden könnten.

(Weiterlesen: Ja zu 50.000 Euro für Einbau der Walcker-Orgel in Papenburg)

Der geplante Einweihungstermin am Sonntag, 15. Dezember 2019, um 11 Uhr mit dem Osnabrücker Bischof Franz Josef Bode kann Lanvermeyer zufolge demnach wohl gehalten werden. Um den Aufbau und die Intonation der Orgel wird sich die Firma Seifert aus Kevelaer am Niederrhein kümmern, bei der das Instrument seit zwölf Jahren eingelagert ist.

Die drei eingereichten Architektenentwürfe können bis Samstag, 24. Mär 2018z, in der St.-Antonius-Kirche besichtigt werden.


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