Aktion zum „Equal Pay Day“ Frauen demonstrieren in Papenburg für gerechten Lohn

Von Jennifer Kemker


Papenburg. Erst ab Sonntag, 18. März 2018, verdienen Frauen in diesem Jahr statistisch gesehen ihr Geld, während die Männer bereits ab dem 1. Januar bezahlt werden. Eine emslandweite Aktion zum internationalen „Equal Pay Day“ in Papenburg machte auf den geschlechtsspezifischen Entgeltunterschied von 21 Prozent aufmerksam.

Der Equal Pay Day markiert symbolisch den Tag, bis zu dem Frauen seit Jahresbeginn umsonst arbeiten. Mit Transparenten, roten Taschen, Mützen und Luftballons ausgestattet, zogen zahlreichen Frauen und Männer am Samstag durch die Straßen der Fehnstadt, um auf die Forderung „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ aufmerksam zu machen. Dabei verteilten die Demonstrierenden auch zwei unterschiedliche Kekse. Einen ganzen Keks für die Männer und einen Keks für Frauen, an dem eine Ecke fehlt. Bevor die Aktionsteilnehmer ihre Forderungen kundtaten, hissten sie bei böigem und eiskaltem Ostwind eine Flagge vor dem Papenburger Rathaus.

Jetzt über Geld sprechen

Papenburgs Gleichstellungsbeauftragte Andrea Kruse machte vor dem Marsch durch die Stadt deutlich, dass in ganz Deutschland, Europa und fast allen Kontinenten auf den „Equal Pay Day“ aufmerksam gemacht werde. Nachdem das Aktionsbündnis bereits Demonstrationen in Meppen und Lingen organisiert hatte, habe man sich in diesem Jahr für Papenburg entschieden.

„Es sollte den gleichen Lohn für gleiche Arbeit geben“, sagte Kruse durch ein Megafon. „Aber es ist anders.“ Frauen würden durchschnittlich gesehen immer noch 21 Prozent weniger als Männer verdienen. „Jedes Prozent ist zu viel“, sagte sie weiter. Es müsse jetzt über Geld gesprochen werden. Dabei sei das Entgelttransparenzgesetz ein erster Schritt in die richtige Richtung.

Auch die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Emsland, Marlies Kohne, meldete sich zu Wort. „Es ist unglaublich, aber wahr, dass es auch im 21. Jahrhundert noch keine gerechten Löhne für Frauen und Männer gibt“, beklagte Kohne. Überdies seien Frauen auch in höheren Positionen immer noch unterrepräsentiert. Veränderungen müssen nach ihren Worten nicht nur durch Gesetze stattfinden, sondern vor allem in den Köpfen der Menschen. Die Demonstranten fordern außerdem die gesetzliche Aufwertung aller Berufe und vorrangig eine Neubewertung der sogenannten „Frauen-Berufe“.

„Forderungen gerechtfertigt“

„Die Forderungen der Frauen sind gerechtfertigt und absolut notwendig“, erklärte auch Bürgermeister Jan Peter Bechtluft (CDU). Die CDU-Bundestagsabgeordnete Gitta Connemann meinte, dass Frauen mehr verdient hätten, weil sie Leistung bringen würden und der Anspruch auch deshalb gerechtfertigt sei. Darüber hinaus müsse es mehr Frauen in den sogenannten Mint-Berufen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) geben.

Das Aktionsbündnis – bestehend aus der Arbeitsgemeinschaft der kommunalen Gleichstellungsbeauftragten im Landkreis Emsland, der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschland, den Landfrauenverbände des Landkreises Emsland, dem Sozialverband Deutschland, dem evangelisch-lutherischen Kirchenkreis Emsland Bentheim und dem Landkreis Emsland – luden alle Interessierten zum internationalen Aktionstag ein.