Serie „Mein Job und ich“ Autoaufbereiter aus Aschendorf über Unkrautpflanzen im Kofferraum

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Auf das Polieren von Autolacken hat sich René Grobelnik mit seiner Firma „Devil Cars“ spezialisiert. Foto: Christoph AssiesAuf das Polieren von Autolacken hat sich René Grobelnik mit seiner Firma „Devil Cars“ spezialisiert. Foto: Christoph Assies

Aschendorf. Auf die Aufbereitung von Autos hat sich der Aschendorfer René Grobelnik spezialisiert. In unserer Serie „Mein Job und ich“ spricht er über die Unterschiede zwischen den verschiedenen Polituren und über Unkrautgewächse im Kofferraum.

Herr Grobelnik, was genau verbirgt sich hinter Ihrem Unternehmen „Devil Cars“? Mehr als nur eine Waschanlage?

Bei uns dreht sich alles um die Fahrzeugpflege. Wir haben eine textile Waschanlage, SB-Waschplätze, wo Kunden ihr Auto selbst waschen können und bieten Fahrzeugaufbereitung an. Desweiteren handeln wir auch mit US Cars und haben uns auf die Restauration spezialisiert.

Wie sind Sie zur Autoaufbereitung gekommen?

Ich habe mich darüber geärgert, dass es in Aschendorf früher keine Waschanlage gab. Ich bin immer penibel gewesen mit meinem Fahrzeug, es musste immer schon super sauber sein und es gab nur eine Waschanlage in Aschendorf. Also musste ich nach Papenburg fahren, um mein Auto waschen zu lassen. Ich dachte mir, dass es unbedingt notwendig ist, auch in Aschendorf sein Auto waschen lassen zu können. Das war eigentlich der ausschlaggebende Punkt, dass ich mich in dem Bereich selbstständig gemacht habe.

Aus welchem Bereich kommen Sie? Hängt die Leidenschaft für das Auto damit zusammen?

Ich habe Kfz-Mechatroniker gelernt und gewissermaßen hängt die Leidenschaft damit zusammen. Ich habe aber auch früher gemeinsam mit meinem Vater das Auto gewaschen. Ich habe mich damals immer um die Felgen von dem Auto meines Vaters gekümmert und deswegen habe ich da heute auch einen Tick. Das muss einfach perfekt sein. Bereits in der Vorwäsche wird extrem gründlich gereinigt. Bei uns wird das komplette Auto von Hand vorgewaschen.

Würden Sie sagen, Sie sind aus dem Grund ein besonders strenger Chef?

Nein, absolut nicht, aber ziemlich penibel und sehr genau. Ich bin sehr empfindlich, wenn die Felgen nach einer Wäsche dreckig sind. Das geht gar nicht. Darum legen wir auch sehr viel Wert auf eine gute Vorwäsche.

Wie sieht aus Ihrer Sicht ein Auto aus, wo ein Profi für eine Aufbereitung ran müsste?

Wenn man einen stark verschmutzten Innenraum hat, mit Flecken auf den Sitzen oder sein Auto verkaufen möchte, aber darin geraucht hat oder der Dachhimmel dreckig ist, dann kommt man mit Hausmitteln nicht mehr weiter. Beim Lack ist es so, dass sogar Neuwagen heutzutage nicht mehr mit einem Schutzwachs ausgeliefert werden. Zu meiner Lehrzeit mussten wir das noch machen, als die neuen Autos vom Transporter kamen. Die Fahrzeuge sind heute nicht mehr so geschützt. Die Lacke sind hingegen sehr empfindlich und deshalb haben wir uns auf Kreamikversiegelung spezialisiert.

Gibt es Unterschiede zwischen den Generationen, welche Altersklasse mehr auf ein sauberes Auto wert legt?

Die jüngere Generation legt da schon mehr Wert auf gepflegte und vor allem glänzende Fahrzeuge. Es ist ganz klar, dass das Auto einer fünfköpfigen Familie mit kleinen Kindern ganz anders aussieht. Ich kann aber nicht grundsätzlich sagen, dass eine bestimmte Altersgeneration ein eher gepflegtes oder unsauberes Auto fährt.

Wie sah denn das schlimmste Auto aus, das hier einmal zur Aufbereitung gebracht wurde?

Zu meiner Anfangszeit rief eine Frau an und meldete sich auf eine Aktion für eine Innenraumreinigung. Sie meinte noch, es wäre nicht schlimm, man müsste nur einmal gründlich putzen. Als das Auto dann hier war und wir den Kofferraum öffneten, hatten sich richtige kleine Unkrautpflanzen gebildet die teilweise schon mit dem Teppich verwachsen waren. Das war auch der ausschlaggebende Punkt, sodass wir heute kein Angebot machen, ohne das Fahrzeug nicht vorher einmal gesehen zu haben.

Wie lange benötigen Sie denn für eine Innen- und Außenaufbereitung?

Wenn wir von einem normal verschmutzten Auto ausgehen, beispielsweise ein Jahreswagen, dann kann man etwa drei bis vier Stunden rechnen. Eine Aufbereitung kann aber auch mehrere Tage dauern. Das hat mit dem Zustand des Lackes, mit dem Zustand der Polster und mit Gerüchen zu tun und eben letzten Endes mit dem Anspruch des Kunden zu tun.

Benötigen Sie Fachkräfte oder wie aufwendig ist die Ausbildung im Umgang mit den Reinigungsmitteln?

Die Fachkräfte habe ich hier jeweils drei Jahre selbst ausgebildet und vertraglich auch eine gewisse Zeit an mein Unternehmen gebunden. Aufbereiter sind nicht gleich Aufbereiter. Jemand, der nur Autos wäscht, hat nichts mit Autoaufbereitung zu tun. Ich achte unheimlich auf Qualität, das ist mir ganz wichtig und mein Herzblut.

Ihr Auto ist wahrscheinlich nie dreckig, oder?

Mein Auto wird eigentlich jeden Tag gewaschen, allein schon deswegen, um die Qualität unserer Waschanlage zu testen. Mitte April bekommen wir eine neue Waschanlage mit zusätzlicher Polierstation. Die Fahrzeuge werden breiter und höher, deshalb haben wir uns auch der Zeit angepasst und in eine neue Anlage investiert.


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