Angebot auf dem Verkehrsübungsplatz Fahrsicherheitstraining für Senioren in Papenburg

Von Hermann-Josef Tangen


Papenburg. Auf dem Papenburger Verkehrsübungsplatz im Gewerbegebiet an der Carl-Benz-Straße können sich Autofahrer ab 65 Jahren unter Anleitung fit für den Straßenverkehr halten.

Die Reifen quietschen auf dem Asphalt, als sich der Pkw um die Pylonen schlängelt und der Fahrer nach kurzer Slalomfahrt „voll in die Eisen“ geht, um unmittelbar vor dem Hindernis zum Stehen zu kommen. „Gefahr gebannt“, lobt Hermann Diekhoff und klopft dem älteren Herrn nach dem Aussteigen anerkennend auf die Schulter.

Das habe er wirklich gut gemacht, befinden anschließend auch die übrigen zehn Senioren, die das Manöver beobachtet haben. Nacheinander nehmen sie nun in ihren eigenen Fahrzeugen Platz und starten nach kurzer Anweisung durch Diekhoff, der sich als Sicherheitstrainer der Landesverkehrswacht Niedersachsen für diesen Kursus zur Verfügung stellt, ihrerseits zu einem Gefahrbremsmanöver auf dem Verkehrsübungsplatz.

Theorie und Praxis in vier Stunden

„Mit unserem vierstündigen Schulungsprogramm in Theorie und Praxis bringen wir die älteren Herrschaften auf den neuesten Stand und machen sie fit, damit sie sich als Autofahrer sicher im Straßenverkehr fortbewegen“, umreißt Josef Brink von der Verkehrswacht Aschendorf-Hümmling das vom Landkreis Emsland geförderte Angebot „Fit im Auto“. Das auf zwölf Teilnehmer begrenzte Fahrtraining bietet Autofahrern ab 65 die Möglichkeit, das eigene Können hinter dem Lenkrad praktisch zu testen und gemeinsam mit Experten zu hinterfragen.

Ohne Angst vor Führerscheinverlust

„Und das alles ohne Angst, den Führerschein abgeben zu müssen“, ergänzt der Polizeibeamte Gerd Müßing mit Nachdruck. In seiner Funktion als Verkehrssicherheitsberater des Polizeikommissariats Papenburg macht er die Teilnehmer in der Theorie mit den neuesten Verkehrsrichtlinien vertraut. Mit anschaulichen Bildern beleuchtet Müßing die in jüngster Zeit veränderten Verkehrssituationen in Papenburg, beispielsweise den Oval-Kreisel am Hauptkanal, in den auch Radfahrer nur noch in einer Richtung einfahren dürfen. Dass Fahrrad- und E-Bike-Fahrer bei kombinierten Rad- und Fußwegen oder bei Fußwegen mit dem Zusatz „Für Radfahrer frei“ auch die Straße benutzen dürfen, war den meisten Personen in der Runde neu.

Mit Fahrschullehrern durch die Stadt

Für die praktischen Übungen im Pkw werden zwei Gruppen gebildet. Die eine Hälfte macht sich mit den Fahrlehrern Rudolf Onken und Roy Mühlmann in zwei Fahrschulwagen auf den Weg durch die Stadt, um unter Anleitung in Erfahrung zu bringen, wo sie im wahrsten Sinne des Wortes sicher sind und wo Übungsbedarf besteht, beziehungsweise auf was sie in Zukunft genauer achten müssen.

Einparken und Rangieren

Die Teilnehmer der anderen Gruppe steigen währenddessen in die eigenen Pkws, um in Begleitung durch den Sicherheitstrainer auf dem Übungsplatz das richtige Bremsen bei unterschiedlichen Geschwindigkeiten zu trainieren. Geübt werden zudem das Einparken und Rangieren. Darüber hinaus kontrollieren die Mitarbeiter der Verkehrswacht bei einer Slalomfahrt die Reaktionsfähigkeit der Probanden.

„Das hat richtig was gebracht“, bestätigt ein Rentner, als er sich nach dem Training von den Veranstaltern und den anderen Kursteilnehmern verabschiedet. Erst jetzt habe sie richtig erfahren, wie sich die diversen technischen Einrichtungen im eigenen Auto für noch mehr Sicherheit im Straßenverkehr nutzen lassen, führt seine Ehefrau einen für sie, so wörtlich, nachhaltigen Aspekt an.

Nächster Termin im Juni

Das nächste „Fit im Auto“-Training für Senioren am 17. April 2018 ist bereits ausgebucht. „Im Juni wollen wir aber einen weiteren Kursus anbieten“, verspricht Josef Brink und bittet interessierte Personen um telefonische Kontaktaufnahme unter 01 76/99 27 14 01. Die Teilnahmegebühr beträgt 30 Euro. Weitere Informationen unter www.fit-im-auto.de