Zuhörer diskutieren mit Jugendbuchautor Karl Olsberg liest in Papenburg

Von Susanne Risius-Hartwig


Papenburg. Aus seinem Jugendbuch „Boy in an White Room“ hat Karl-Ludwig von Wendt, der sich als Autor nach seinem Geburtsort Olsberg nennt, in der Buchhandlung Eissing in Papenburg vorgelesen.

Bei seinem ersten Besuch in der Kanalstadt las der Bestseller-Autor, Unternehmensberater und Software-Entwickler die ersten beiden Kapitel seines 2017 erschienenen Romans. Im Anschluss gab er Einblick in seine Motive dieses Buch zu schreiben und bot an, mit ihm zu diskutieren. Dieses Angebot nahmen die Gäste, angeregt durch die Lesung, gerne an.

Im Roman erwacht der Ich-Erzähler in einem weißen Würfel. Er weiß weder wer er ist, noch wo er sich befindet und fragt sich, ob dies ein neues Level eines Computerspiels ist. Eine computergenerierte Stimme ist der einzige Kontakt des Jungen. Sie verschafft ihm Zugang zum Internet. Die Suche beginnt. Je mehr der Junge über sich herausfindet, umso fesselnder wird die Handlung. Sie lässt den Leser jedoch im Ungewissen darüber, was wahr sein könnte und was nur virtuelles Abbild.

Chancen und Gefahren künstlicher Intelligenz, einseitiger Information durch Filterblasen und mehr oder weniger raffiniert gemachte „Fakenews“ griff von Wendt auf und demonstrierte sie mit kurzen Videos. Während seiner eigenen Beschäftigung mit diesen Fragen ist der Hamburger auf den Philosophen Rene Descartes gestoßen, der vor 400 Jahren gelebt hat und sich mit Fragen nach Realität und Identität befasst hat. Keine Angst vor Technik zu haben aber immer misstrauisch zu bleiben, ist nach Ansicht von Wendts die beste Art mit den neuen Herausforderungen umzugehen.