Kunstkurs in Papenburg Eltern schlüpfen beim Malen in die Rolle der Kinder

Von Katja Daron

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Ihr gemeinsames Bild haben die Teilnehmer nach dem Kurs präsentiert. Foto: Katja DaronIhr gemeinsames Bild haben die Teilnehmer nach dem Kurs präsentiert. Foto: Katja Daron

kad Papenburg. Einen Workshop der etwas anderen Art gab es in der Kunstschule Zinnober unter der Leitung der freischaffenden Künstlerin Renate Gatner. Unter dem Thema „Ästhetische Bildung“ konnten Erwachsene in die Rolle ihrer Kinder schlüpfen.

Im Kurs „Ästhetische Bildung – Kreativ wie Kinder“ haben Mütter, Großmütter und Erzieherinnen nacherlebt, was sonst ihre Kinder von der Künstlerin erlernen. Unter dem Titel „Ästhetische Bildung von klein auf“ veranstaltet Gatner normalerweise Kurse für Zwei- bis Vierjährige.

„Kindern in ihrer Entwicklungsphase Spielraum lassen sich kreativ zu entfalten“, sei das Ziel des Programms, sagt Gatner. Mit bestimmten Methoden sollen die Teilnehmer ästhetische Erfahrungen sammeln und so kreativ wie möglich selbst forschen. Die Aktivitäten sollen zum einen die Wahrnehmungsfähigkeit unterstützen, beispielsweise durch Arbeiten mit Ton, Knete oder Kleister. Zum anderen sollen die Kinder spielerisch Lernen, zum Beispiel wie verschiedene Farben miteinander reagieren, erklärt die Künstlerin.

Die freie Auseinandersetzung mit Kunst stehe im Vordergrund stehen, so Kunstschul-Leiterin Petra Wendholz. Ganz ohne Hilfe würde es allerdings nicht funktionieren. „Die Kleinen brauchen eine vorbereitete Situation, in dieser sollen sie jedoch ihren eigenen Impulsen folgen“, erklärt sie. Bei den 90-minütigen Kunstkursen sollen „Eltern beobachten und begreifen, ohne einzugreifen“, sagt Wendholz.

Doch anstatt zuzugucken, war es den Erwachsenen nun möglich, selber kreativ zu werden und die Welt ihrer Kinder nachzuempfinden. Beim Malen mit den Fingern und Gestalten mit Ton und Papier wurden haptische Erfahrungen gesammelt. Anschließend haben die acht Teilnehmerinnen gemeinsam an einem Kunstwerk unter dem Motto „von der Linie zur Fläche“ gearbeitet.

Jede von ihnen bekam eine Flasche mit Farbe, die sie beliebig auf einer transparenten Folie verteilten. Die Folie wurde anschließend zusammengefaltet und die Teilnehmerinnen konnten beim Verteilen der Farbe mit den eigenen Händen, aktiv den Veränderungsprozess des Bildes beeinflussen. Das Kunstwerk soll so in der Kunstschule angebracht werden, dass durch Sonneneinstrahlung ein Lichtspiel aus vielen Farben entstehe und dem Betrachter Raum für Interpretation lasse, sagt Wendholz.

Der nächste Kurs für Kinder findet am Donnerstag, 12. April, in der Kunstschule Zinnober statt, außerdem könne Gatner sich vorstellen, dass sie ihr Angebot ausbaut, um etwa für Erzieherinnen und pädagogische Kräfte Weiterbildungen anzubieten.


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