Oft weit vor dem Zeitplan Emspassage der „Norwegian Bliss“ verläuft bilderbuchmäßig

Von Daniel Gonzalez-Tepper und Katharina Preuth

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dgt/kap Papenburg. Die Emspassage der „Norwegian Bliss“ von Papenburg zur Nordsee ist in der Nacht zu Mittwoch bilderbuchmäßig verlaufen. Der neueste Luxusliner der Meyer Werft lag zeitweise fast eine Stunde vor dem offiziellen Zeitplan.

Nur zu Beginn mussten die Zuschauer am Dienstagabend bei nasskalten vier Grad und Dauerregen ein wenig ausharren, bis es los ging. Planmäßig sollte das Kreuzfahrtschiff um 19.30 Uhr in Position gebracht werden, erst gegen 20.15 Uhr setzte sich der Koloss dann, gezogen und gedrückt von drei Schleppern, in Bewegung.

Seit Mitte Februar stand das Kreuzfahrtschiff Norwegian Bliss im Hafen vor der Meyer Werft. In dieser Zeit hat es sich zum beliebten Fotomotiv gemausert. Vor allem die Bugbemalung des US-Marine Künstlers Robert Wyland hat es den Hobbyfotographen angetan. Die blaue Buckelwalkuh und ihr Kalb zieren unzählige Fotos.

Nass-kaltes Regenwetter bei Nachtüberführung

So viele Menschen in den vergangenen Wochen zur Meyer Werft strömten, so wenige verfolgten die Überführung am Dienstagabend. Nur einige hundert wirklich hart gesottenen Kreuzfahrtfans hatte es bei nass-kaltem Regenwetter zur Dockschleuse gezogen, weit weniger als bei einer Überführung tagsüber und an einem Wochenendtag. Doch die Zuschauer bekamen zu sehen, was eine Nachtüberführung verspricht: Mit dem Heck voraus passierte das hell beleuchtete Schiff Meter für Meter die enge Passage der Dockschleuse. Neben aktuellen Radiohits wie „Fast Car“ von Jonas Blue, zu der die etwa 300 der später 1718 Crewmitglieder an Bord feierten, dröhnte der Evergreen „Time to say goodbye“ durch die Schiffslautsprecher. Ein Lied, das zu einer Emspassage einfach dazugehört.

(Liveblog zum Nachlesen: So verlief die Emspassage der „Norwegian Bliss“)

Für die Zuschauer war an einem Bauzaun vor der Schleuse Schluss. Um mitzubekommen wie sich das 41,4 Meter breite Ungetüm durch das gerade einmal 45 Meter breite Nadelöhr schlängelt, mussten sie ihre Teleobjektive von dort aus scharf stellen. Hier standen auch Vater Marco Zillich und Sohn Marco Zillich jun. aus Oldenburg. Bei einem Bier genossen sie trotz des Regens ihre erste Überführung. „Es ist einfach beeindruckend“, sagte der ältere Zillich. Nicht wenige Schaulustige waren mit ihren Wohnmobilen angereist. Sie hatten das Glück, sich zwischendurch aufwärmen zu können.

Emssperrwerk in wenigen Minuten passiert

Etwa eine Stunde später als geplant war die Norwegian Bliss gegen 21.30 Uhr auf der Ems in Position gebracht. Danach verlief die Emspassage wie im Bilderbuch. Die Friesenbrücke bei Weener passierte sie um 0.40 Uhr, damit lag die Norwegian Bliss eine gute halbe Stunde vor dem Zeitplan. Auch die nächsten Etappenziele wie die Jann-Berghaus-Brücke bei Leer oder das Sperrwerk in Gandersum wurden mehr als pünktlich erreicht. Überschaubar blieb an all diesen neuralgischen Punkten die Zahl der Zuschauer, von Verkehrschaos am Deich, wie es bei manch Wochenendüberführung der Fall war, blieb diese Emspassage verschont.

In Gandersum, wo das Kreuzfahrtschiff gegen 10.30 Uhr innerhalb weniger Minuten das Sperrwerk passierte, waren es wie an der Meyer Werft einige hundert Besucher, am Außenhafen in Emden ebenso. Dort wurde der Luxusliner gegen 11.30 Uhr erfolgreich gedreht und fuhr sofort weiter in Richtung Eemshaven. Dort machte er auf der Nordsee am Nachmittag zunächst vor dem Hafen fest, um auf die nächste Flut zu warten. Das dürfte Donnerstagmorgen der Fall sein.

Auf der Nordsee soll das Schiff dann für mehrere Tage technische und nautische Tests absolvieren. Die Übergabe an die US-Reederei ist für den 19. April in Bremerhaven vorgesehen.


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