Debatte um Planung des Betreibers Papenburger Freibad nur sechs Wochen offen?

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Papenburg. Wie lange soll das Papenburger Freibad am Waldstadion in diesem Jahr geöffnet sein? Um die Frage hat sich während der Versammlung der Interessengemeinschaft (IG) Schwimmausbildung am Dienstagabend eine intensive Debatte entwickelt. Badbetreiber Norbert Averdung schlug als Zeitraum die sechs Wochen in den Sommerferien vor.

„Unsere jetzigen Planungen sehen eine Öffnung vom 28. Juni bis 8. August vor. Wenn aber etwas anderes gewünscht ist, lasse ich durchaus mit mir reden“, teilte Averdung den rund 30 Gästen mit. Er begründete das kurze Zeitfenster mit den zurückgehenden Besucherzahlen in den vergangenen Jahren, für die er die verregneten Sommer verantwortlich macht. „Im letzten Jahr gab es nur vier Tage mit einer Temperatur von mehr als 30 Grad. Besuchten 2003 noch rund 50.000 Gäste das Freibad, waren es 2017 nur noch 3000“, so der Betreiber.

„Kinder von heute sind halt weicher, als wir es früher waren“

Trotz einer durchgehenden Wassertemperatur von 24 Grad würden die Menschen nicht mehr in das Freibad gehen. „Bäder in anderen Orten haben die gleichen Probleme. Die Kinder von heute sind halt weicher, als wir es früher waren“, stellte Averdung fest. Zudem machte er deutlich, dass das Hallenbad bei einer kürzeren Öffnung des Freibades länger für die stark nachgefragte Schwimmausbildung zur Verfügung stünde. „Eines ist aber klar: Überlappende Öffnungszeiten für beide Bäder wird es nicht geben.“

Kurze Freibadöffnung ein „absolutes No-Go“

Sascha Kleinhaus, Vorsitzender der IG Schwimmausbildung, stellte klar, dass „eine so kurze Freibadöffnung ein absolutes No-Go ist.“ Wenn das Bad von Beginn an eine Wassertemperatur von 26 Grad habe, sei „die Bude auch voll, egal bei welchem Wetter“. Eine Ansicht, der Averdung widersprach. „Warmes Wasser bedeutet nicht gleich mehr Besucher. Wir brauchen drei Tage schönes Wetter am Stück, dann kommen die Leute ins Freibad.“ Für Kleinhaus seien die betriebswirtschaftlichen Gründe hinter dem kurzen Zeitfenster „absolut nachvollziehbar“. „Wir müssen uns als Gesellschaft aber die Frage stellen, ob wir das wollen und wer die Kosten trägt, für den Fall, dass es bei einer längeren Öffnung nicht so läuft wie gewünscht.“

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Bürgermeister Jan Peter Bechtluft (CDU) gab zu Bedenken, dass die Stadt aufgrund des geplanten Kombi-Bades am Waldstadion ohnehin während der Bauphase über mehrere Jahre ohne das Freibad auskommen müsse. Dann stelle sich nach seinen Worten die jetzt diskutierte Frage nicht mehr. „In der jetzigen Form wird es das Freibad nur noch etwa fünf Jahre geben“, so Bechtluft.

Entscheidung auf breite Schultern stellen

Pascal Albers (CDU), Vorsitzender des Ausschusses für Jugend, Sport und Soziales, warnte aber davor, die Öffnungsdauer des Freibades zu reduzieren. „Es besteht die Gefahr, dass in den Folgejahren immer weiter reduziert wird, bis das Freibad gar nicht mehr auf hat.“ Geplante Aktionen zur Aufwertung des Bades würden dann nach seinen Worten keinen Sinn mehr ergeben. Er regte an, die Entscheidung noch mal zu überdenken und zu fragen, was Vereine, Schulen oder auch Privatleute wünschten. Er lobte Badbetreiber Averdung aber dafür, hinsichtlich des Zeitfensters mit sich reden zu lassen. „Die Entscheidung muss auf breite Schulter gestellt werden, damit nicht einer alleine den Kopf hinhalten muss.“

Bürgerversammlung soll Klarheit bringen

IG-Vorsitzender Kleinhaus griff diesen Vorschlag auf und schlug vor, zeitnah eine Bürgerversammlung abzuhalten. „Dabei wollen wir herausfinden, was die Papenburger Bevölkerung hinsichtlich der Öffnungsdauer wünscht. Zudem wollen wir die Gelegenheit nutzen, das Freibad zu präsentieren.“ Averdung stimmte zu, gab aber zu Bedenken, dass er eine schnelle Meinungsbildung brauche, um entsprechende Vorbereitungen treffen zu können. Nach kurzer Rücksprache teilte Kleinhaus mit, dass die Versammlung am Dienstag, 3. April, um 20 Uhr in der Gaststätte Hilling am Obenende stattfinden wird. „Danach wissen wir, was wirklich gewünscht wird.“


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