Vorne einen Daumen breit Platz Papenburger EZ-Lauftagebuch: Darauf kommt es bei der Ausstattung an

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Papenburg/Leer. Oberbekleidung, Hose, Socken, Schuhe: EZ-Redaktionsleiter Gerd Schade hat sich vor dem Start als Läufer mit der passenden Ausrüstung eingedeckt. Bei der Beratung vom Fachmann hat er außerdem Neues über seinen Körper erfahren, wie im zweiten Teil des Lauftagebuchs nachzulesen ist.

Edzard Wirtjes runzelt die Stirn. „Wussten Sie, dass Ihr linker Fuß größer ist als der rechte?“, fragt Wirtjes mich, als er vor mir hockt und meine Füße in Augenschein nimmt. Die letzten Zweifel beseitigt ein Thermoabdruck meiner Füße, auf dem Wirtjes noch einmal genau nachmisst. Links: Größe 46, rechts 45. Der Leeraner versteht seit Handwerk. Seit mehr als 20 Jahren führt er in der Ledastadt ein Fachgeschäft für Ausdauersportler. Kernstück ist die Laufschuhberatung. Wirtjes muss wissen, wovon er spricht. Er ist nach eigenen Angaben nicht nur selbst Läufer, sondern veranstaltet in Ostfriesland auch die Laufserie „Ossiloop“, deren sechs Etappen über jeweils rund 10 Kilometer in diesem Jahr von Bensersiel bis nach Leer führen. Zudem veranstaltet Wirtjes Laufkurse für Anfänger und Fortgeschrittene und trainiert die Triathleten im Sportverein Fortuna Logabirum.

Leichte O-Beine

Beim Blick auf meine Fußstellung diagnostiziert Wirtjes eine leichte O-Beinigkeit. Als ich ihm erzähle, dass ich seit meinem sechsten Lebensjahr Fußball spiele, nickt er und meint, dass sie sich daher entwickelt haben. Wie er bei der Analyse weiter feststellt, bin ich „ein Fersenläufer“. Das heißt, die Füße kippen beim Laufen leicht nach außen weg. Auch das sei typisch für Fußballer. Eine Laufbahnanalyse bestätigt die Vermutung. Wirtjes bittet mich, einige Meter durch seinen Laden am alten Handelshafen zu joggen. Er zeichnet die Schritte auf und zeigt mir meinen Bewegungsablauf – auch in Zeitlupe. Dabei war ich ohnehin nicht sehr schnell, denke ich.

Zwei Nummern größer

Aber darum geht es jetzt nicht. Vielmehr ergibt die Untersuchung Aufschluss darüber, welche Art Laufschuh ich benötige. „Sie brauchen einen Neutralschuh“, sagt Wirtjes und holt vier Modelle aus dem Lager. Alle sind zwei Nummern größer als meine bisherigen Schuhe. „Läufer brauchen vorne einen Daumen breit Platz“, erklärt Wirtjes. Ich entscheide mich für ein Paar, das sich ausgesprochen leicht anfühlt.

Dazu greife ich zu atmungsaktiver Bekleidung, auch bei den Socken. „Baumwolltextilien saugen sich schnell mit Schweiß voll“, sagt Wirtjes. Atmungsaktive Bekleidung halten nach seinen Worten hingegen die Wärme – „aber immer nur so viel, wie der Körper braucht“. Bei der Ausstattung sei die erste Textilschicht am Körper die Wichtigste. Ideal angezogen sei der Läufer, wenn es ihn kurz vor dem Loslaufen leicht fröstele.

Eine Lanze für die Fußpflege

Als Edzard Wirtjes die Ware für mich zusammenpackt, bricht er eine Lanze für die Fußpflege. „Der Fuß wird eigentlich immer nur belastet. Aber wer macht schon separat Fußgymnastik?“ Wirtjes empfiehlt einfache Übungen, bei denen man beispielsweise barfuß nur durch das Zusammenziehen der Zehen leicht voranrobbt. Zur Stabilisierung der Koordination rät der Leeraner dazu, auf einem Bein zu stehen, bestenfalls auf einem Wackelbrett.

Teil 2 im Kalender: die Ausstattung.

Was das Laufen selbst – gerade für Einsteiger – betrifft, formuliert Edzard Wirtjes Regelmäßigkeit als eines von drei „Grundgesetzen“. Die anderen beiden Basisregeln seien das Beachten von Pausen und der Verzicht von zu schneller Steigerung. „Das Wichtigste für den Laufstart ist die Motivation“. Mit diesem weiteren Grundsatz wirbt Wirtjes für seine Laufkurse unter dem Motto „Laufeinstieg leicht gemacht“. Demnach sollte der erste Lauf im Wechsel von kurzen Laufeinheiten und Pausen stattfinden. Wichtig sei zudem immer ein Ruhetag nach einer Laufeinheit.


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