Maßnahme der VHS Papenburg Menschen mit Einschränkungen an den Arbeitsmarkt heranführen

Von Insa Pölking

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Mit den Intensivcoachings für Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen versucht Anna Bergmann von der VHS Papenburg ihre Kunden wieder näher an den Arbeitsmarkt heranzuführen. Foto: Insa PölkingMit den Intensivcoachings für Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen versucht Anna Bergmann von der VHS Papenburg ihre Kunden wieder näher an den Arbeitsmarkt heranzuführen. Foto: Insa Pölking

isp Papenburg. Die Volkshochschule (VHS) Papenburg bietet zusammen mit den Landkreisen Emsland und Leer Intensivcoachings für Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen an. Aktuell betreut die VHS knapp 60 Menschen innerhalb dieser Maßnahme.

Das seit 2016 bestehende Angebot richtet sich an arbeitsuchende Menschen, die aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen ein Vermittlungshemmnis haben. „Durch diese Einschränkungen stehen die Kunden dem Arbeitsmarkt häufig nicht mehr zur Verfügung“, berichtet Anna Bergmann, Ansprechpartnerin und Leiterin der Aktivierungsmaßnahme. „Wir möchten ihnen mit diesem Coaching ganz individuell helfen ihre gesundheitliche Situation zu stärken und sie wieder näher an den Arbeitsmarkt heranzuführen.“

Auch bei Problemen innerhalb der Familie

Zu den gesundheitlichen Einschränkungen zählen Bergmann zufolge nicht alleine körperliche Erkrankungen. Auch psychische sowie chronische Leiden, die plötzlich auftreten können, werden in dieser Maßnahme berücksichtigt. „Wenn ein Kunde Probleme innerhalb der Familie hat, auch dann helfen wir und kümmern uns darum“, so Bergmann.

In Gesprächen kennenlernen

Die Vermittlung an die VHS findet zunächst über die Landkreise statt. „Wir versuchen, unsere Kunden während der Gespräche erst einmal kennenzulernen“, berichtet Hans Hannen, Leiter des Jobcenters Emsland. „Je nachdem welche Probleme sie haben, vermitteln wir sie dann an externe Institutionen weiter.“ Mit diesen Eingliederungsmaßnahmen sollen die Kunden nach der Überwindung ihrer Probleme an den Arbeitsmarkt herangeführt und integriert werden. „Häufig finden die Menschen während dieser Maßnahmen auch schon direkt wieder in den Arbeitsmarkt zurück“, teilt Hannen mit.

Unterschiedliche Phasen

Das Intensivcoaching umfasst eine Betreuung von einem halben Jahr. „Je nach Bedarf kann diese auch noch einmal verlängert werden“, erklärt Bergmann. Innerhalb dieser Zeit werden 13 Termine mit den Kunden vereinbart, in denen Schritt für Schritt unterschiedliche Phasen durchlaufen werden. „Zu Beginn möchten wir herausfinden, wo der jeweilige Mensch steht und welche Probleme er hat. Danach konzentrieren wir uns darauf, was erreicht werden soll“, so die Leiterin weiter.

Eigeninitiative stärken

In kleinen Schritten werde anschließend ein Vorgehen erarbeitet, um die gesetzten Ziele nach und nach zu erreichen. „Es kommt uns innerhalb dieses Projektes auch sehr darauf an, dass die Eigeninitiative gestärkt wird“, betont Bergmann. „Die Kunden sollen merken, dass sie etwas erreicht haben und ihrem Ziel eigenständig ein Stück näher gekommen sind.“

Die Teilnehmer bekommen zudem von Termin zu Termin Aufgaben, die jeweils bis zum folgenden Treffen eigenständig erledigt werden sollen. „Das sind zum Beispiel Aufgaben zur Alltagsstrukturierung oder die Teilnehmer sollen eigenständig Termine machen, bei einem Facharzt zum Beispiel“, erklärt Bergmann. „Es gibt aber immer Dinge, die nicht alleine erledigt werden können, wie eine Antragstellung. Dabei unterstützen wir unsere Kunden dann natürlich.“

Landkreise helfen bei der Integration

Finanziert wird das Projekt von den Landkreisen Emsland und Leer. Zudem stehe die VHS während der Aktivierungsmaßnahmen Bergmann zufolge stets im engen Kontakt mit den Fallmanagern der Landkreise. „Wir arbeiten zusammen und möchten die Menschen mit Einschränkungen an den Arbeitsmarkt heranführen und die Landkreise helfen anschließend sie dort wieder zu integrieren.“

Erleichterte Kunden

Nach Worten der Leiterin stoßen die Intensivcoachings fast ausschließlich auf positive Resonanz. „Es kommt immer mal vor, dass jemand dann doch kein Interesse hat“, so Bergmann. „Aber das ist sehr selten.“ Häufig seien die Kunden allerdings erleichtert. „Die meisten freuen sich, dass endlich jemand da ist, der gezielt hilft. Am Ende haben wir also meistens zufriedene und glückliche Menschen, was auch uns glücklich macht.“


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