Verurteilter war auch im Emsland aktiv Fünf Jahre Haft für Dealer aus Westoverledingen

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Mit Drogenhandel hat sich ein 20-jähriger Westoverledinger nach Auffassung des Gerichts seinen Lebensunterhalt finanziert. Nun wurde er zu fünf Jahren Haft verurteilt. Symbolfoto: Frank Leonhardt/dpaMit Drogenhandel hat sich ein 20-jähriger Westoverledinger nach Auffassung des Gerichts seinen Lebensunterhalt finanziert. Nun wurde er zu fünf Jahren Haft verurteilt. Symbolfoto: Frank Leonhardt/dpa

Papenburg/Osnabrück. Zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von fünf Jahren hat das Landgericht Osnabrück einen Mann aus Westoverledingen wegen mehrerer schwerer Drogendelikte verurteilt. Der 20-Jährige hatte laut Polizei auch im nördlichen Emsland in größerem Stil mit Drogen gehandelt.

Unerlaubtes Handeltreiben mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge in drei Fällen – so lautet in der Justizsprache der Hauptgrund für die Verurteilung. Die 3. Große Jugendkammer verhängte sie als Jugendstrafe. Im Jugendstrafbereich seien fünf Jahr eine sehr hohe Strafe, erklärte Gerichtssprecherin Katrin Höcherl auf Nachfrage unserer Redaktion. Das Gericht ordnete die Unterbringung des 20-Jährigen in einer Entzugsklinik an.

Noch mehr auf dem Kerbholz

Der junge Mann hatte nach Auffassung des Gerichts aber noch mehr auf dem Kerbholz. So hatte ihm die Anklage auch die Einfuhr von Drogen sowie das Dealen in fast 30 Fällen allerdings mit geringeren Mengen zur Last gelegt. Im Fall einer Verurteilung wirken sich die Mengengrößen auf das Strafmaß aus.

Der 20-Jährige war bereits im vergangenen August vor dem Landgericht Aurich wegen des Einschmuggelns von Marihuana zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und sechs Monaten verurteilt worden (wir berichteten). Das Gericht sah es als erwiesen an, dass er teilweise gemeinsam mit anderen jungen Leuten gewerbsmäßigen Drogenhandel betrieben hat – unter anderem in Papenburg, Lorup und Westoverledingen. Durchsucht worden waren aber auch Wohnungen in Dörpen. Der Tatzeitraum erstreckt sich von März 2016 bis Januar 2017. Der junge Mann soll sich durch den Rauschgifthandel seinen Lebensunterhalt finanziert haben. Zu seinem Dealerkreis sollen der Anklage zufolge auch Jugendliche gehört haben. Sie sollten Marihuana-Tütchen für ihn verkaufen.

Größerer Kreis von Kleindealern

Hinter dem Fall steckte aber offenbar ein größerer Kreis von Kleindealern und Rauschgiftabnehmern. Nach Festnahme und Verurteilung des 20-Jährigen sowie zwei weiteren jungen Männern nahm die Polizei nach eigenen Angaben Ermittlungen gegen rund 200 mutmaßliche Mittäter auf. Wie ein Sprecher der Beamten seinerzeit in einem Gespräch mit unserer Redaktion erklärt hatte, liege die Dunkelziffer voraussichtlich noch weit jenseits der Zahl 200. Grund für diese Annahme: „Ein Großteil der Personen hat die Hart- und Weichdrogen nicht nur zum Eigenkonsum, sondern auch für ihren gewerbsmäßigen Handel erworben, was den Abnehmerkreis deutlich erhöht“, hatte ein Ermittler der Polizeiinspektion Emsland/Grafschaft Bentheim erklärt.

Die drei jungen Männer waren im Januar 2017 von einem etwa zehnköpfigen Einsatzkommando der Polizei in einer Wohnung in Flachsmeer verhaftet worden. Sie wurden auf frischer Tat ertappt, denn sie waren laut Polizei im Begriff, zwei zwischenzeitlich ebenfalls verurteilten Rauschgifthändlern aus Scheemda (Niederlande) drei Kilogramm Marihuana abzukaufen.

Hohes Gewaltpotenzial

Die Polizei verbuchte den Fall als einen „großen Ermittlungserfolg“. Der Straßenverkaufswert der beschlagnahmten Drogen wurde auf rund 30000 Euro beziffert. Vor dem Zugriff hatten die Ermittler Schmuggler und Händler wochenlang observiert.

Der Ermittler nennt das Ausmaß des Drogenhandels in der Region nach wie vor „erschreckend“. Bei der Verhaftung des 20-Jährigen und der beiden anderen Männer waren unter anderem mehr als ein Dutzend Glasröhrchen mit Kokainspuren, Klemmtütchen, Ecstasy und LSD-Tabletten,, aber auch Waffen durch die Polizei beschlagnahmt worden, darunter eine Gaspistole, zwei Schlagstöcke und ein Elektroschocker. Der Verurteilte soll überdies aus der Haft heraus Zeugen durch Gewaltandrohung eingeschüchtert haben. Der Ermittler zeigt sich über die Gewaltbereitschaft bestürzt. „Das sucht seinesgleichen“, sagte er. Er berichtet zudem davon, dass die Dealerszene in der Region nördliches Emsland/südliches Ostfriesland weiterhin höchst aktiv sei.


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