„Sterblichkeit geht zurück“ Experten berichten in Papenburg über Entwicklung im Palliativbereich

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Papenburg. Der Umgang mit Sterbenden und deren Angehörigen hat am Freitag beim zweiten Palliativ- und Hospizsymposium in Papenburg im Vordergrund gestanden. Mehr als 150 Gäste aus dem Bereich der Palliativmedizin informierten sich in der Alten Drostei am Hauptkanal.

Eingeladen zu der mehrstündigen Veranstaltung hatten der im Bereich Aschendorf-Hümmling tätige Palliativstützpunkt „Die Brücke“ in Kooperation mit der Hospizbewegung Papenburg und Umgebung. Der Papenburger Palliativmediziner Dr. Volker Eissing stellte zu Beginn den neu gegründeten Stützpunkt „Die Brücke“ vor. „Bislang gab es im Emsland nur die Stützpunkte in Sögel und Thuine. Aufgrund einer Gesetzesänderung im vergangenen Jahr, die mehr Vielfalt zulässt, haben wir uns beworben, einen eigenen Palliativstützpunkt zu gründen.“

Einzelner Patient steht im Vordergrund

In Zusammenarbeit mit Pflegediensten, Ärzten, Apotheken und Physiotherapeuten stehe dabei immer die Frage im Vordergrund, was man für den einzelnen Patienten tun könne. „Aufgrund des Netzwerkes ergeben sich in regelmäßigen Gesprächen mit allen Beteiligten immer neue Ansätze und Blickwinkel, um die Situation des Patienten zu verbessern“, erklärte Eissing.

38 Sterbebegleitungen im vergangenen Jahr

Wilhelm Pohlen, Vorsitzender der ehrenamtlich tätigen Hospizgruppe Papenburg, teilte mit, dass die rund 50 ausgebildeten Hospizbegleiter im vergangenen Jahr 38 Sterbebegleitungen geleistet habe. Der Zeitaufwand dafür lag bei rund 630 Stunden. Die Helfer bieten zudem auch Lebens- und Trauerbegleitung an. „Wir wollen gleichermaßen Sterbende und Angehörige sowie Menschen die alleine sind unterstützen“, teilte Pohlen mit. Die Hospizbewegung Papenburg und Umgebung mit Gruppen in Aschendorf/Rhede und Dörpen zählt derzeit rund 150 Mitglieder.

Sterblichkeit von Tumorerkrankten geht zurück

In mehreren Vorträgen informierten während des Symposiums zudem Mediziner, ein Pfarrer sowie eine Psychologin über Veränderungen und Entwicklungen im Bereich der Palliativmedizin und Hospizversorgung. Unter dem Titel „revolutionäre Therapieansätze“ in der Onkologie stand beispielsweise der Vortrag von Prof. Dr. Christoph Reuter von der medizinischen Hochschule Hannover. Er berichtete über die Entwicklung der ersten Chemotherapie bis heute. „Seit den 1990er-Jahren geht die Sterblichkeit von Tumorerkrankten dank neuer Therapien und Medikamente stetig zurück“, so Reuter. Dies sei unzähligen Studien weltweit zu verdanken, die allerdings sehr kosten- und zeitaufwendig seien. „Eines ist aber klar: Die Zeit, als mit der reinen Chemiekeule therapiert wurde, ist zum Glück längst vorbei. Inzwischen könne man immer individuellere und auf den Patienten angepasste Behandlungsmethoden einsetzen.

Früher mit der Palliativarbeit beginnen

Reuter sprach sich zudem dafür aus, mit der Palliativarbeit bereits direkt nach der Diagnose zu beginnen. „Das verbessert die Lebensqualität der Patienten deutlich und hat auf Einfluss auf die Wirksamkeit der Behandlung.“

Weitere Informationen zum Palliativstützpunkt „Die Brücke“ unter Telefon 0 49 61/9 42 12 18 oder per E-Mail an info@hospiz-papenburg.de


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