Auf den Spuren von Willi Herold So mordete der falsche Hauptmann im Emsland

Von Gerd Schade

Das Gesicht eines Massenmörders: Als selbst ernannter Hauptmann zog der 19-jährige Wehrmachtsgefreite Willi Herold eine blutige Spur vom Emsland nach Ostfriesland. Foto: Absolut MedienDas Gesicht eines Massenmörders: Als selbst ernannter Hauptmann zog der 19-jährige Wehrmachtsgefreite Willi Herold eine blutige Spur vom Emsland nach Ostfriesland. Foto: Absolut Medien

Papenburg. Am kommenden Donnerstag, 15. März 2018, kommt der Spielfilm „Der Hauptmann“ auch in emsländische Kinos. In Schwarz-Weiß-Optik erzählt er die Geschichte des falschen Hauptmanns Willi Herold, der in den letzten Kriegstagen 1945 beispiellos mordend durchs Emsland zog. Eine Spurensuche.


Das Lager Aschendorfermoor

Während des Dritten Reiches von 1933 bis 1945 existierten im Emsland und in der Grafschaft Bentheim 15 Gefangenenlager. Ihre Funktionen waren unterschiedlich. Sie dienten als Konzentrations-, Strafgefangenen- und Kriegsgefangenenlager. Das Lager II Aschendorfermoor wurde im April 1935 als Justiz-Strafgefangenenlager für zunächst 1000 Häftlinge fertiggestellt, später kamen unter anderem politische Gefangene und verurteilte Wehrmachtssoldaten hinzu. Die Inhaftierten mussten täglich bis zu zwölf Stunden Zwangsarbeit im Moor leisten. Für die Wachmannschaften mussten die Gefangenen einen „Vergnügungspark“ anlegen, von dem noch Reste erhalten sind. Während des Krieges wurden sie in der Landwirtschaft eingesetzt. Stets blieben sie überdies körperlichen und seelischen Misshandlungen durch die Willkür der Wachmannschaften ausgesetzt. Standesamtlich sind 237 Todesfälle beurkundet, die tatsächliche Zahl dürfte aber höher liegen. Anfang April 1945 wurden bis zu 3000 Gefangene nach Aschendorfermoor verlegt. In diesen Tagen tauchte der falsche Hauptmann Willi Herold mit weiteren versprengten Soldaten auf...

Weitere Infos: www.gedenkstaette-esterwegen.de