Neue Serie Fit durch Laufen: EZ-Redaktionsleiter startet Selbstversuch

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Papenburg. Jetzt gibt es keine Ausreden mehr. Zur zehnten Auflage des Papenburger OLB-City-Laufes am Sonntag, 22. April, will EZ-Redaktionsleiter Gerd Schade erstmals die Laufschuhe schnüren. Wie sich der 45-Jährige bis dahin fit macht und was zum Einstieg in ein regelmäßiges Training für Freizeitläufer alles dazugehört, dokumentiert er zum Start einer neuen Serie in Form eines Vorbereitungstagebuches.

Die erste Hürde, die es zu überwinden gilt, ist der innere Schweinehund. So sieht es auch Peter Bergfeld, Cheforganisator des Citylaufes, Lauftrainer und Wettkampfrichter. „Außerdem darf man nicht einfach so einsteigen und loslegen“, rät der Papenburger und verrät, worauf es außerdem ankommt.

Schnell wird klar, dass ich bislang so ziemlich alles falsch gemacht habe. Als leidenschaftlicher, aber mit überschaubaren technischen Fähigkeiten ausgestatteter Altherrenfußballer laufe ich höchst unregelmäßig und vor allem viel zu selten eine 12-Kilometer-Runde von Aschendorf über Nenndorf und Tunxdorf und zurück – in uralten Lauftretern und Schlabberklamotten, aber immerhin schaffe ich die Strecke trotz 95 Kilogramm Kampfgewicht an einem Stück in etwa 80 Minuten. Als ich Bergfeld das erzähle, schüttelt er dennoch nur milde lächelnd leicht den Kopf.

„Die richtige Ausstattung ist das Allerwichtigste“, sagt er. Außerdem empfiehlt der Papenburger jedem Einsteiger, „der bei null anfängt“, sich beim Hausarzt sportmedizinisch untersuchen zu lassen – Blutanalyse inklusive, „und auch, wenn man sich gesund fühlt“, wie Bergfeld betont. Denn bei Belastung reagiere der Körper anders. Gegebenenfalls sei auch das Konsultieren eines Orthopäden sinnvoll. „Jeder Zweite hat eine Fußfehlstellung“, so der Laufexperte.

Drei Läufe pro Woche

Freizeitläufern, denen es „nur“ um Fitness und nicht um Wettkampftraining geht, rät er, dreimal pro Woche für jeweils maximal eine Stunde laufen zu gehen. Um die Motivation aufrechtzuerhalten und der abendlichen Anziehungskraft des Sofas bei Schokolade, Chips und Bier zu widerstehen, bietet sich nach seinen Worten für Einsteiger eine Trainingsgruppe an, wie sie sich mittwochs um 18 Uhr und sonntags um 10 Uhr beim Waldstadion trifft (weitere Infos und Kontakt: Henry Berlin, 0172/ 4507876).

Wer für sich entschieden hat, ob er auf Asphalt oder im Gelände Kilometer fressen will, kann sich um den Kauf des passenden Schuhwerks kümmern, ohne an der falschen Stelle zu sparen. „Dabei machen viele den größten Fehler“, sagt Bergfeld. Sein Tipp: ein gutes Sportfachgeschäft aufsuchen, das eine Laufanalyse anbietet. „Bestenfalls ist der Verkäufer selbst Läufer.“

Nicht überfordern

Und die Bekleidung? „Funktional“, betont Bergfeld. Das heißt, in der kalten Jahreszeit eng anliegend, Laufsocken, windabweisende Jacke und gegebenenfalls Schirmmütze, Schal und Handschuhe. Zur Trainingssteuerung empfiehlt sich Bergfeld zufolge ein Pulsmesser. „Das Herz ist der Parameter für die Fitness.“ Er warnt außerdem davor, sich zu überfordern. „Das zählt zu den häufigsten Fehlern.“ Wichtig seien zudem Dehn- und Kräftigungsübungen (zehn Minuten) vor allem nach einer Laufeinheit.

Gesunde Ernährung

Wer es mit dem Fitnessgewinn durch Laufen ernst meint, muss sich Bergfeld zufolge parallel dazu gesund ernähren (Vollkornprodukte, Salate, Obst, wenig Fleisch, Süßigkeiten, Kaffee, schwarzen Tee und Alkohol, kein Nikotin). Als Getränk empfiehlt der Papenburger Saftschorlen mit natürlicher Süße und zwei Dritteln Wasseranteil – insgesamt drei Liter täglich.

Sich während des Laufens durch Musik ablenken zu lassen, hält Bergfeld für falsch. Sinnvoller sei es, die Natur zu genießen, gedanklich abzuschalten und in den eigenen Körper hineinzuhorchen.

Die Vorteile des Laufens zählt für Peter Bergfeld im Handumdrehen auf: positive psychische Effekte, Stärkung des Immunsystems, Förderung des Stoffwechsels und Gewichtsreduzierung.

Teil 1 im Kalender: Basistipps vom Experten.

Doch grau bleibt bekanntlich alle Theorie. Ich weiß jetzt, dass ich mich um zwei Termine kümmern muss – einen beim Arzt und einen beim Sportfachhändler. Ein weiterer Termin ist schon fix. Am kommenden Dienstag, 13. März, steht meine erste Laufeinheit unter Bergfelds Anleitung an. Der Kampf gegen den inneren Schweinehund hat begonnen. Er kann sich warm anziehen.


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