Neun Tatverdächtige, sechs in Haft Polizei klärt Raubserie im nördlichen Emsland auf

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Das Bild zeigt aufgebrochene Spielautomaten in einer Gastronomie am Hauptkanal in Papenburg. Bei dem Raub waren die Täter von Überwachungskameras gefilmt worden. Foto: Polizei EmslandDas Bild zeigt aufgebrochene Spielautomaten in einer Gastronomie am Hauptkanal in Papenburg. Bei dem Raub waren die Täter von Überwachungskameras gefilmt worden. Foto: Polizei Emsland

Papenburg. Erfolg für die Ermittlungsgruppe „Jackpot“ der Polizei im Emsland: Sie konnte eine Raubserie im nördlichen Emsland aufklären. Insgesamt wurden neun Tatverdächtige ermittelt, sechs sitzen in Haft.

Den Verdächtigen wird vorgeworfen, zwischen Mai und Oktober 2017 acht Raubüberfälle begangen zu haben. Neben fünf Spielhallen hatten sie es dabei auf eine Wohnung, einen Taxifahrer sowie eine Tankstelle abgesehen. Zudem stehen sie im Verdacht, von April bis November vergangenen Jahres in mindestens 18 Tankstellen, Restaurants, Schuhgeschäfte und Apotheken eingebrochen zu sein. Das erbeutete Bargeld in fünfstelliger Höhe wurde dabei überwiegend zur Finanzierung der Drogen- und Spielsucht der Beschuldigten genutzt, heißt es. Das geht aus einer Mitteilung der Polizei von Donnerstag hervor.

Aufgeklärt werden konnten zudem im Zusammenhang mit den Festnahmen neun Laden- und Fahrraddiebstähle, heißt es. Gegen die Gruppe sowie weitere Tatverdächtige wird zusätzlich wegen Handeltreibens mit Betäubungsmitteln sowie gewerbsmäßiger Hehlerei ermittelt.

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Zu der Ermittlungsgruppe „Jackpot“, die jetzt den Erfolg vermelden konnten, gehörten Experten der Polizeiinspektion Emsland/Grafschaft Bentheim und der Staatsanwaltschaft Osnabrück. Sechs der neun zunächst festgenommenen Täter sitzen aktuell in Untersuchungshaft. Drei Haftbefehle wurden zwischenzeitlich unter Auflagen außer Vollzug gesetzt. Die neun Männer, die den Angaben zufolge zwischen 17 und 22 Jahre alt sind und unterschiedliche Nationalitäten haben, hatten im Tatzeitraum Wohnsitze in Papenburg, Dörpen und Karlsruhe.

Täter zeigten laut Polizei „steigende Gewaltbereitschaft“

Nach dem ersten Raub auf eine Spielhalle in Haren im Mai 2017 sollen sie weitere Spielotheken in Lathen, Dörpen und Papenburg überfallen haben. Die Bande sei dabei in unterschiedlichen Zusammensetzungen vorgegangen, so die Polizei.

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Die Täter hätten dabei eine „auffällig steigende Gewaltbereitschaft“ gezeigt. Beim Spielhallenüberfall in Lathen am 25. Mai haben sie den Ermittlern zufolge mit einer Brechstange auf einen 68-jährigen Angestellten eingeschlagen. Der Mann sei dabei verletzt worden. In anderen Fällen seien die Opfer zu Boden gestoßen oder geohrfeigt worden.

Bei einem Überfall auf einen Mann in einer Lathener Wohnung sei das 24-jährige Opfer mit Fäusten geschlagen und am Boden liegend getreten worden. Aus der Wohnung sollen die Täter eine Vielzahl von technischen Geräten sowie Bargeld gestohlen haben. Auch bei einem Überfall auf einen Taxifahrer in Papenburg sollen sie ebenfalls gewalttätig und rücksichtslos vorgegangen sein. Weil das Opfer sich dabei zur Wehr setzte, machten sie jedoch keine Beute, so die Polizei.

Ermittlungsgruppe im August 2017 eingerichtet

Die fünfköpfige Ermittlungsgruppe „Jackpot“ bestand der Mitteilung zufolge aus Beamtinnen und Beamten der Polizei Papenburg und des Zentralen Kriminaldienstes Lingen. Unter der Federführung der Staatsanwaltschaft Osnabrück, wurde im August 2017 die Arbeit aufgenommen, heißt es. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft erließ das Amtsgericht Osnabrück in der Folge insgesamt neun Untersuchungshaftbefehle sowie zahlreiche Durchsuchungsbeschlüsse.

Sämtliche Täter wurden im Januar und Februar festgenommen und in unterschiedliche Justizvollzugsanstalten eingeliefert. Bei den Wohnungsdurchsuchungen im Emsland sowie bei dem in Baden-Württemberg wohnenden Beschuldigten, wurden zahlreiche Beweismittel beschlagnahmt. Unter anderem wurden drei Handfeuer-Schreckschusswaffen gefunden.

Die Ermittlungen sind der Mitteilung zufolge noch nicht abgeschlossen. Neben den Verfahren gegen die neun Haupttäter laufen zahlreiche weitere Ermittlungen gegen Personen aus deren Umfeld.

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