Neue App „Tigerbooks“ geplant Emsländische Büchereien sollen gefördert werden

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Wie in der Stadtbibliothek Osnabrück soll die entleihbare App „Tigerbooks“ bald auch in den emsländischen Büchereien zur Verfügung stehen. Foto: David EbenerWie in der Stadtbibliothek Osnabrück soll die entleihbare App „Tigerbooks“ bald auch in den emsländischen Büchereien zur Verfügung stehen. Foto: David Ebener

Meppen. Für die knapp 120 Büchereien im Emsland schlägt der Kulturausschuss des Landkreises eine Fördersumme von 300.000 Euro vor. Dabei sollen 30.000 Euro für die Kinderbuch-App „Tigerbooks“ verwendet werden.

Die Büchereien im Emsland seien vor allem bei Kindern und Jugendlichen attraktiver denn je, so geht es aus einer Sitzungsvorlage des Kulturausschusses hervor. Im Jahr 2016 verzeichneten die Büchereien insgesamt über eine Millionen Ausleihen. Als Vergleich nennt die Vorlage das Jahr 1979, hier waren es mit rund 500.000 Ausleihen gerade einmal die Hälfte. Auch der Bestand an Büchern, Kassetten, DVDs oder Hörbüchern sei stark angestiegen. Vor etwa 40 Jahren standen den Besuchern rund 300.000 Medien zur Verfügung, 2016 waren es über 550.000.

Ein Großteil der Arbeit in den Büchereien leisten dabei die 1400 Ehrenamtlichen, ihnen stehen 19 hauptamtliche Mitarbeiter zur Seite.

Die Fördersumme von 300000 Euro teile sich dabei auf die einzelnen Büchereien auf. Danach würden die Einzugsbereiche der Stadtbüchereien Lingen, Meppen und Papenburg je ein Drittel erhalten. Wobei den drei Stadtbüchereien für ihre überörtliche Funktion je einen Betrag von je 20.000 Euro zugesprochen wird. Die restlichen Mittel würden zur 40 Prozent auf den Buchbestand und zu 60 Prozent auf die Entleihen verteilt.

Kinderbuch-App Tigerbooks

Auch die digitalen Medien spielen in den Büchereien eine immer größere Rolle. Neben den E-Books, die fast in allen Büchereien des Emslandes zur Ausleihe bereit stehen, soll demnächst die App Tigerbooks den Zwei- bis Zehnjährigen eine Auswahl an Kinderbüchern liefern. Über 2000 Titel umfasse die App, so Thomas Oberholthaus von der Fachstelle für Katholische Öffentliche Büchereien Osnabrück. Nahezu alle Kinderbuchverläge hätten sich zusammengeschlossen um ein aktuelles und vielfältiges Angebot bereit zu stellen. Der Oetinger Verlag bietet dabei die Plattform. Als „werbefrei und kindersicher“ preist Oberholthaus die App an. Sie soll für die Kunden ausleihbar sein. Für die Anschaffung von dafür notwendigen Tablets und den Kosten für Präsenzlizenzen und Endnutzerlizenzen empfiehlt der Ausschuss eine Fördersumme von 30.000 Euro.

Das Buch als Kulturgut

Günter Buss von der Grünen-Fraktion sieht die App kritisch und merkt an, dass er es lieber sehe, wenn gerade die Kinder ein Buch zur Hand nähmen. Seiner Meinung nach würden die Kleinen sowieso schon zu viel Zeit vor dem Smartphone oder dem Tablet verbringen. Oberholthaus entgegnet, dass sie sich nicht mehr die Frage stelle, ob sie digitale Medien konsumieren. Aber mit der App hätte man zumindest einen Einfluss auf die Qualität. „Das Spiel- und Lernverhalten hat sich verändert“, sagt auch Marion Terhalle (FDP). Grundsätzlich sind sich Ratsherren und -frauen jedoch einig, dass die Büchereien förderwürdig sind. „Das Buch ist ein Kulturgut, dass es, in welcher Form auch immer, zu bewahren gilt“, so Ulrich Wilde (SPD).

Einstimmig spricht sich der Ausschuss für die Förderung der Büchereien und sowie für die Unterstützung der App aus. Über den Beschlussvorschlag berät der Kreistag in seiner Sitzung.


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