Für zwei Millionen Euro St.-Lukas-Heim will Sprachheilkindergarten in Papenburg neu bauen

Meine Nachrichten

Um das Thema Papenburg Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Seit 1993 ist der Sprachheilkindergarten in der ehemaligen Gaststätte Heyen am Bethlehem-Kanal in Papenburg untergebracht. Foto: Gerd SchadeSeit 1993 ist der Sprachheilkindergarten in der ehemaligen Gaststätte Heyen am Bethlehem-Kanal in Papenburg untergebracht. Foto: Gerd Schade

Papenburg. Das St.-Lukas-Heim plant den Neubau seines Sprachheilkindergartens in Papenburg. Losgehen soll es in der zweiten Jahreshälfte. Das Investitionsvolumen ist mit rund zwei Millionen Euro veranschlagt. Hauptgrund für den Neubau ist der gestiegene Bedarf.

Seit 1993 ist der Sprachheilkindergarten in dem Gebäude der ehemaligen Gaststätte Heyen am Bethlehem untergebracht. Längst reicht der Platz jedoch nicht mehr aus: Zurzeit wird eine Gruppe in Containern gefördert. Mit dieser Übergangslösung soll bald Schluss sein. „Aber auch die baulichen und räumlichen Gegebenheiten des zum Teil im Jahr 1910 entstandenen Gebäudekomplexes der ehemaligen Gaststätte entsprechen nicht mehr den heutigen Ansprüchen an einen modernen Kindergarten“, erklärt St.-Lukas-Heim-Geschäftsführer Heinz-Bernhard Mäsker auf Anfrage unserer Redaktion.

Einst Domizil für Schießverein

Vor dem Einzug in die Ex-Gaststätte waren die Räume umgebaut worden. Die Gaststätte war einst auch Vereinslokal des Schießvereins von 1924. Hinter dem Gebäude wurde bis zur Eröffnung eines eigenen Vereinsdomizils einst das traditionelle Schießfest gefeiert. Dieser ehemalige Festplatz soll nun als Fläche für den Kindergarten-Neubau dienen.

Dafür will das St.-Lukas-Heim das Gelände kaufen. Der städtische Bau- und Umweltausschuss brachte das Verfahren in seiner vergangenen Sitzung einstimmig auf den Weg. „Unsere Bauvoranfrage war Anlass für den Start des öffentlichen Verfahrens mit dem Ziel einer Bebauungsplanänderung“, erklärt Mäsker. „Derzeit befinden wir uns noch in der Planungsphase und in der Abstimmung mit den beteiligten Stellen. Danach werden die Ausschreibungen vorbereitet. Nach Abschluss des Genehmigungsverfahrens soll der Projektstart erfolgen. Wir haben die Hoffnung, dass wir in der zweiten Jahreshälfte den ersten Spatenstich setzen können.“

Auch Platz für ambulante Frühförderung

In dem Neubau soll auch die ambulante Frühförderung ein Zuhause finden. Sie ist derzeit noch in den Räumen des ehemaligen Kinderhauses am Gasthauskanal untergebracht.

Die Fläche war vor einigen Jahren für den Bau eines Pflegeheimes vorgesehen gewesen. Entsprechende Beschlüsse waren 2012 gefasst worden. Der Investor hat sein Vorhaben aber inzwischen an der Straße „Am Vosseberg“ verwirklicht.

Den Sprachheilkindergarten besuchen nach Angaben des St.-Lukas-Heimes Mädchen und Jungen mit besonderem Förderbedarf aus dem Papenburger Stadtgebiet, den Samtgemeinden Nordhümmling und Dörpen sowie der Einheitsgemeinde Rhede. In Sögel existiert zudem eine Außenstelle. Dahinter steckt das Ziel einer sozialraumnahen Förderung. Aktuell werden in Papenburg sechs Gruppen mit je acht Kindern (insgesamt 48) und in Sögel vier Gruppen mit je acht Kindern (32) gefördert. In dem Papenburger Kindergarten sind derzeit 20 Teil- und Vollzeitkräfte tätig, darunter Logopäden, Sozialpädagogen, Heilerziehungspfleger, Erzieher, Heilpädagogen und Psychologen.

Rückführung in Regelkindergarten

Die Ausprägungen von Sprachstörungen seien unterschiedlich, erläutert Mäsker. Ziel sei immer eine schnellstmögliche Rückführung in die Regelkindergärten. Nach seinen Worten erfolgen regelmäßige Begutachtungen durch Fachberater der Kostenträger.

Die Ursachen für Sprachstörungen seien vielschichtig. Mäsker: „In einigen Fällen liegen unterschiedliche Beeinträchtigungen in der Gesundheit oder Entwicklung vor. Manche Ursachen der Sprachentwicklungsverzögerungen sind gar nicht feststellbar.“


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN