Für Menschen in sozialen Berufen Pilotprojekt im Emsland will Brücke ins Studium sein

Von Nils Kögler

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Das Projekt stellten vor (von links): Maria Brand, Michael Reitemeyer, Thomas Südbeck, Karin Siebertz-Reckzeh, Lydia Kocar, Corinna Rieken und Julia Fübbeker  Foto: Katja DaronDas Projekt stellten vor (von links): Maria Brand, Michael Reitemeyer, Thomas Südbeck, Karin Siebertz-Reckzeh, Lydia Kocar, Corinna Rieken und Julia Fübbeker Foto: Katja Daron

koeg Papenburg. Die Historisch-Ökologische Bildungsstätte (HÖB) Papenburg bringt zusammen mit dem Ludwig-Windhorst-Haus (LWH) Lingen und der Universität Vechta das Pilotprojekt „Psychologische Basiskompetenzen für professionelles Handeln in sozialen Berufen“ auf den Weg. Das Projekt verfolgt das Ziel, Menschen in sozialen Berufen über die Möglichkeiten eines Studiums aufzuklären.

Viele Menschen wüssten gar nicht, dass ein Studium auch ohne Abitur möglich sei, erläutert Thomas Südbeck, Leiter der HÖB in Papenburg, während der Vorstellung des Projektes in Papenburg. Für diese Menschen könne das Projekt ein Anreiz sein, die zweite Chance auf ein Studium wahrzunehmen, hofft er. Zudem bestehe für die Teilnehmer des Bildungsangebotes die Möglichkeit, eine Prüfung abzulegen und sich die Teilnahme in einem später aufgenommenen Studium anrechnen zu lassen, so Südbeck.

„Garantie kann man nicht geben, es gibt die Autonomie der Hochschulen, doch das Projekt hat ideale Voraussetzungen“, sagt der Leiter der Bildungsstätte. Im Idealfall leiste das Projekt somit einen Beitrag zur Durchlässigkeit der Hochschule und trage zur Bekämpfung des Fachkräftemangels bei, so Südbeck weiter. Demnach qualifiziere sich eine Altenpflegerin mit dem Abschluss eines Studiums für die Leitung eines Altenheims, erläutert Michael Reitemeyer, Leiter des LWH in Lingen.

Inhaltlich beschäftigt sich das Projekt mit den unterschiedlichen Teilbereichen der Psychologie, erklärt Karin Siebertz-Reckzeh vom Arbeitsbereich Pädagogische Psychologie an der Universität Vechta. Ein Hauptaugenmerk sei es, die Teilbereiche, die von Lernpsychologie über Entwicklungs- und Sozialpsychologie bis hin zur Persönlichkeitspsychologie reichten, für den Alltag der einzelnen Berufsgruppen aufzubereiten, so Siebertz-Reckzeh weiter.

Mit Job und Familie vereinbar

Der Kurs sei zweiteilig aufgebaut, erläutert Südbeck. Zum einen solle es Vorlesungen geben, die von zuhause aus online abrufbar seien, zum anderen seien vertiefende Wochenendseminare in der HÖB und dem LWH geplant, erklärt Südbeck. Großen Wert sollen diese Seminare auf die individuelle Beratung legen, verrät Julia Fübbeker, Bildungsreferentin in der HÖB. So sei es Ziel der Seminare, die Online-Inhalte zu reflektieren und Anschlüsse an die Praxis zu schaffen. „Ich glaube, dass wir eine ganz wichtige Brücke sein können, die an ein Studium heranführt“, sagt die Bildungsreferentin über das Projekt. „Man ist verortet und ein Studium in einer Stadt aufzunehmen, könnte eine große Hemmschwelle sein“, sagt Maria Brand, Studienleiterin im LWH Lingen. Durch den Online-Charakter der Vorlesungen und die Seminare am Wochenende, würde die Hemmschwelle sinken und die Teilnahme an dem Modul sei sogar mit Job und Familie hervorragend vereinbar, so Brand.

Start im September

Der offizielle Start des Projekts ist zu Beginn des Wintersemesters 2018/2019 im September geplant, sagt Reitemeyer. Das Modul würde sich über zwei Semester erstrecken und die Teilnahme sei kostenfrei, ergänzt Brand. Für Interessierte sind Informationsveranstaltungen in der Zeit nach Ostern geplant, genaue Termine gibt es allerdings noch nicht.


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