Sechs Literaten auf der Bühne „Anker-Slam“-Premiere mit 270 Besuchern in Papenburg

Katja Daron und Annika Keilen

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kad Papenburg. Gelungene Premiere in Papenburg: Fünf Bühnenliteraten traten am Freitag beim Poetry-Slam mit ihren Texten gegeneinander an. Rainer Holl aus Leipzig konnte beim ersten „Anker Slam“ in Papenburg das Publikum am Ende für sich gewinnen.

Beim „Anker Slam“ trugen Künstler aus Deutschland und Österreich im Güterbahnhof Papenburg ihre Texte vor. Jeder hattet in zwei Runden maximal sechs Minuten Zeit, um das Publikum mit einem Text zu überzeugen. Bei Form und inhaltlicher Gestaltung ist der Fantasie der Künstler freier Lauf gelassen.

270 Zuschauer im Güterbahnhof

Moderator und Veranstalter Marian Heuser sorgte auf der Papenburger Bühne für ein abwechslungsreiches Programm. Rund 270 Zuschauer waren auf der nahezu ausverkauften Veranstaltung, wie Mit-Organisator Markus Gubitz aus Leer mitteilte. Als Stargast war Annika Blanke aus Leer eingeladen, die bereits auf dem Deichbrand-Festival auftrat. Sie leitete mit einer Anekdote über chaotische Weihnachten in den Abend ein. Die Veranstaltung bot dem Zuschauer eine literarische Reise, die von humorvollen Bierhymnen erzählte, ihn aber auch mit Missständen der Welt konfrontierte. Mittels Applaus und einer Punktetafel von 1 bis 10 bewertet eine zufällig gewählte Jury aus Zuhörern die Auftritte. Nach zwei Durchgängen entscheidet der Punktestand, wer im Finale gegeneinander antritt. Letztlich gehe es aber um „den guten Abend“, erklärte der Kandidat Thomas Lankau alias „Satzsucher“, das Prinzip eines Poetry-Slams.

Fünf „Slammer“ plus Ehrengast

Jonas Scheiner aus Wien begann den Contest mit einer Geschichte voller Nostalgie und geplatzter Träume. Kandidat Nummer zwei, Thomas Lankau, hatte mit seinem hamburgischen Akzent die Lacher auf seiner Seite. Theresa Sperling bewies, dass sie das Publikum ebenso mit ernsten Themen von sich überzeugen kann. Ihre Texte handelten von zerstörten Selbstbildern und über die Flucht eines Mädchens aus ihrem Heimatland. Rainer Holl setzte bei seinem Auftritt wiederum auf Witz und Vulgarität, indem er sich ironisch über Rivalitäten zwischen Regionen lustig machte.

Das Publikum entschied sich nach beiden Runden für zwei thematisch ganz unterschiedliche Kandidaten. Theresa Sperling trat im Finale gegen Rainer Holl an. Obwohl in ihrem letzten Text „Im Bier und jetzt“ konsequent einzelne Laute ausgetauscht wurden und sich so eine zweite Sinnebene ergab, brachte die Finalistin jeden der Texte auswendig auf die Bühne. Lauteren Applaus und damit auch den goldenen Anker erlang jedoch Holl. Er zählte Gegenwartsphänomene, wie zum Beispiel die Erfindung der künstlichen Intelligenz, der selbstfahrenden Autos oder auch das Einhornklopapier, in seinem Text „Alles ist krass“ auf.

Gäste begeistert

Publikumsrufe, viel Gelächter und Applaus – von der gesamten Veranstaltung begeistert zeigten sich die Gäste. „Ich find das Ambiente ziemlich schön“, lobte Edda Diercks. Sie erhielt in der ersten Runde eine der Punktetafeln. Nach Angaben der Leeranerin käme man durch die Karte mit den umliegenden Zuschauern ins Gespräch, da diese über den Erfolg der Kandidaten mitbestimmen würden.

„In kleineren Städten freuen sich die Leute besonders“, so Holl. Er lebe von Poetry Slam und würde daher zehn bis 15 Mal im Monat meistens in Norddeutschland auftreten. Dass es sich um eine anstrengende Arbeit handle, sei das eine – doch das Sammeln von Momenten wäre das, was die Künstler bewege, erklärt Scheiner die Arbeit. Jeder der Künstler habe allerdings neben den Auftritten auch noch andere Einnahmequellen wie eigene Workshops oder Bücher.


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