Schokolade für drei Euro Papenburg will „Fairtrade-Town“ werden

Von Annika Keilen

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An dem Fairtrade-Projekt beteiligen sich (von links): Jan Peter Bechtluft, Eugen Lechler, Stephan Bethe, Silvia Beckmann, Heinrich Hövelmann, Hermann-Josef Röttgers, Oliver Beckmann. Foto: Katharina PreuthAn dem Fairtrade-Projekt beteiligen sich (von links): Jan Peter Bechtluft, Eugen Lechler, Stephan Bethe, Silvia Beckmann, Heinrich Hövelmann, Hermann-Josef Röttgers, Oliver Beckmann. Foto: Katharina Preuth

Papenburg. Mit der Aktion „Taste Fair Africa“ soll Papenburg mithilfe von fair gehandelter Schokolade zur „Fairtrade-Town“ werden.

Für das Erlangen dieses Titels plant die Papenburger Marketing GmbH den Verkauf in einem neuen Shop für Genuss aus aller Welt. Zudem will Menü 2000, der Kantinenservice der Meyer Werft, die Schokolade dort zum Verkauf anbieten.

Mit den Vertriebspunkten ist bereits ein Teil der Bedingungen für die Erlangung des Titels „Fairtrade-Town“ erfüllt. Die Kampagne, die sich die Förderung des fairen Handels auf kommunaler Ebene zum Ziel setzt, fordert jedoch auch die Erfüllung von weiteren Bedingungen. So muss ein Ratsbeschluss der Stadt vorliegen, eine lokale Steuergruppe für die Projektkoordination gebildet werden, und es müssen sich ausreichend städtische Vertriebswege finden.

Für den Titel muss neben Kaffee ein weiteres fair gehandeltes Produkt angeboten werden. Zudem müssen öffentliche Medien berichten und von Vereinen und Schulen wird Beteiligung gefordert. Wie Bürgermeister Jan Peter Bechtluft (CDU) mitteilte, ist der Ratsbeschluss der Stadt, das erste Kriterium zum Erwerb des Titels, in Vorbereitung.

Menü 2000 macht mit

Ein Treffen zum Projekt fand in den Räumen von Menü 2000 statt, welches sich selbst an „Taste fair Africa“ beteiligen will. Das Unternehmen bewirtschaftet den Kantinenservice der Meyer Werft und bewirtet dort rund 2000 Menschen, so Geschäftsführer Oliver Beckmann. Obwohl der Verkauf der Schokolade erst zum Muttertag, 13. Mai, geplant sei, so Projektleiter Heinrich Hövelmann, sollen von den 3000 bestellten Tafeln bereits 400 verkauft sein. „Wenn wir eine Welt ohne Hunger schaffen wollen, gehört der faire Handel in den Mittelpunkt des wirtschaftlichen Handels“, betonte Stephan Bethe, Referatsleiter im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).

Um Papenburg noch näher an den Titel zu bringen ist das Gelände der Alten Werft als Vertriebsstandort angedacht. Ehrenbürgermeister Hövelmann möchte die fair gehandelte Schokolade dort über den geplanten Shop „Genuss aus aller Welt“ verkaufen. „Es geht im Kern darum, auf den maximalen Gewinn zugunsten der Produzenten in Afrika zu verzichten“, erklärte Hövelmann, der die Papenburger Stiftung „Klima schützen, damit Kinder leben können“ gegründet hat.

Für Kakaobauern

Im Mittelpunkt des Wohltätigkeitsvorhabens steht eine Schule in dem ugandischen District Hoima, für die mehrere Bauprojekte durchgesetzt wurden. Nach Angaben des Stiftungsvorsitzenden würden ein Euro der Schokolade an die Kakaobauern nach Ghana gehen, ein Euro an die Produktion und ein Euro stehe der Schule in Uganda zu. In Papenburg wird die Schokolade demnach bis zu drei Euro kosten, das entspricht ungefähr dem dreifachen Preis einer handelsüblichen Tafel.

Auch der Vertriebspartner für die Schokolade steht schon fest: Fairafric produziert als eines der ersten Unternehmen Schokolade in Ghana. Vom Rösten der Bohne über Formen der Schokolade bis zur verpackten Tafel passiert die hauptsächliche Wertschöpfung nach Angaben des Unternehmens in Ghana.

Für die endgültige Gestaltung seien der Aufdruck eines Schiffes und der Name „Pier 22“ geplant, erklärte Hövelmann. Inwieweit sich die lokalen Schulen an der Fairtrade-Initiative beteiligen werden, ist noch unklar.


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