„Nicht hinter Ofen verstecken“ So trotzen Verkäufer auf Papenburger Wochenmarkt dem Frost

Von Nils Kögler und Annika Keilen

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Papenburg. Mit Temperaturen von bis zu minus acht Grad haben am Freitag Verkäufer und Besucher des Wochenmarktes in Papenburg zu kämpfen gehabt.

Wie Verkäufer sich und ihre Ware auf dem Papenburger Wochenmarkt vor dem Frost schützen und warum Stammkunden sich vom Wetter nicht abschrecken lassen, erklären sie in einer Umfrage unserer Redaktion. „Warme Gedanken an die Südsee, Zwiebellook und fünf Liter heißen Tee dazu“, so wappnet sich Käseverkäuferin Helga Kröger gegen die Kälte.

Weichkäse vor Frost schützen

Trotz dieser positiven Einstellung bringen die Minusgrade einige Herausforderungen für die Verkäufer mit sich. Der Hartkäse könne zwar ungeschützt ausgelegt werden, doch den Weichkäse müsse er vor Frost schützen, erklärt Holger Schmidt, Besitzer des Standes für Käse- und Nussspezialitäten. Schließlich enthielte letzterer viel mehr Feuchtigkeit, die gefrieren könne. Einmal nicht auf dem Wochenmarkt zu erscheinen, können sich beide nicht vorstellen: „Die Stammkunden verlassen sich schließlich darauf“, so Schmidt.

„Egal, ob Sommer oder Winter ist“

Anders stellt sich die Lage am Obst- und Gemüsestand von Jürgen Plogst dar. Maximal ein Drittel der üblichen Kundschaft besuche ihn auch an den kalten Tagen, schätzt der Händler. Zudem müsse man viel heizen, um das empfindliche Obst und Gemüse vor der Kälte zu schützen, erläutert er. Insgesamt rechnet sich der Verkauf für Plogst in diesen Tagen nicht. Und doch motivierten ihn auch die zahlreichen Begegnungen und Erlebnisse auf dem Markt, erklärt Plogst, „da ist es egal, ob Sommer oder Winter ist.“

Wochenmarktstammkunden schrecken aber auch eisige Temperaturen nicht ab. „Jeden Freitag komme ich her“, erklärt Vera Hoekstra – egal bei welchem Wetter. Das gute Essen und die leckeren Sachen lockten sie immer wieder an, so Hoekstra weiter, auch wenn sie sich dafür dick anziehen müsse. Johanna Pachutani ist sogar mit dem Rad gekommen. Ihr Mann habe das Auto, doch sie wolle sich „trotzdem nicht hinter dem Ofen verstecken“, so Pachutani.

Suppe wird immer gegessen

Ein Marktverkäufer freut sich auf jeden Fall über die Temperaturen. Hinrich Amelsberg betreibt einen Suppenstand. „Suppe wird immer gegessen, gerade in dieser Zeit“, sagt der Ostfriese. Vor allem um die Mittagszeit kreuzten noch einige Kunden an seinem Stand auf. Im Sommer laufe das Geschäft trotzdem besser, denn die zahlreichen Touristen, die in der sonnigen Jahreszeit den Weg zu ihm fänden, blieben im Winter aus, erklärt der Suppenverkäufer.


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