Kolumne Tropen-Helmut über SPD, Fußball-WM und Pediküre am Esstisch

Von Helmut Tropen*

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Helmut Tropen gewährt Einblicke in sein Ritual zur Körperpflege. Screenshot: Gerd SchadeHelmut Tropen gewährt Einblicke in sein Ritual zur Körperpflege. Screenshot: Gerd Schade

Papenburg. Zwischen Fußnagelpflege am Esstisch und Philosophieren über die Fußball-WM 2018 in Russland macht sich Tropen-Helmut Gedanken über die SPD. Dabei lotet er die Möglichkeit aus, wie sich der ehemalige SPD-Spitzenmann Martin Schulz vielleicht für den vakanten Posten des Ersten Stadtrats in Papenburg gewinnen lässt.

Seitdem wir in Bad Papenburg die 35-Stunden-Woche haben, baden wir regelmäßig schon freitags. Unsere Wanne ist nicht das geräumigste Exemplar, und meine Füße ragen am Ende immer heraus. Erst neulich offenbarte der freie Blick auf die Quanten, dass die Fußnägel dringend mal wieder gestutzt gehörten. Sie erinnerten in Form und Farbe stark an Chipsletten. Das Ritual der Pediküre erledige ich für gewöhnlich mit dem Knipser, heimlich und – in Ehrfurcht vor Alfred Tetzlaff – am Esstisch.

Holland in Not

Mit der Heimlichkeit war es aber kürzlich nicht weit her. Die beste Ehefrau von allen kam früh und unerwartet heim. Sie stellte die Einkäufe ab und sah mich an wie eine Speise, die man nicht bestellt hat. Dann setzte es ein Donnerwetter, bis die Gattin abschließend und ungewöhnlich schrill feststellte, dass Holland nu` aber in Not sei!

Ich lobte sie für ihre fundierten Kenntnisse um das Teilnehmerfeld der Fußballweltmeisterschaft. Musste sie jedoch belehren, dass Deutschland im Allgemeinen und Bad Papenburg im Besonderen ja wohl weit größere Probleme hätten als unsere niederländischen Nachbarn.

Bedrohlicher Blick

Der Blick der Gattin blieb unverändert und bedrohlich. So kam ich nicht umhin, als unverzüglich eine Erklärung dieser These nachzuliefern. Eine stolze und traditionsreiche Volkspartei unseres Mutterlandes löse sich auf, erläuterte ich. Und der Rat des schrulligen Bad Papenburgs, so ließ ich folgen, eiert nun gar seit 2016 ohne Ersten Stadtrat vor sich hin.

SPD Wählen das neue Rauchen?

Die Liebste hob mahnend den Zeigefinger und meinte, SPD Wählen sei ja wohl das neue Rauchen. Derart barsch dürfe man, warf ich ein, die Sozialdemokraten, die in unserer Historie viel für die Republik errungen hätten, allerdings nicht abstrafen. Vielmehr müsse hier pragmatische Weitsicht an den Tag gelegt und das eine Problem mit dem anderen verknüpft werden.

Illustres Rumpelstilzchen

So stecken die Genossen in einem ernst zu nehmenden Dilemma. Denn die SPD wisse nicht, wie sie den Geist, den sie einst aus Brüssel rief und St. Martin taufte, wieder loswerden soll. Tja, und der Rat unseres Städtchens könne ein weiteres illustres Rumpelstilzchen gut verkraften. Um den lukrativen Posten zu erlangen, könne ich mir gar vorstellen, dass, wenn es nötig sei, St. Martin womöglich der Bad Papenburger Union beiträte.

An dieser Vision fand die Gattin Gefallen und schlug vor, die Spekulation anlässlich eines schmackhaften Abendessens näher zu beleuchten. Nachdem ich alle abgeknipsten Nägel aufgesammelt hatte, begruben die beste Ehefrau von allen und ich das Kriegsbeil. Wir beschlossen, zum Italiener zu gehen. Letztere sind ja auch irgendwie in Not – und schon waren wir wieder beim Thema Weltmeisterschaft...

*Helmut Tropen, eine Facebook-Kunstfigur des Papenburgers Achim Goldenstein, nimmt für unsere Zeitung an jedem ersten Samstag im Monat die großen und kleinen Geschehnisse seiner Heimatstadt mit satirisch-spitzer Feder aufs Korn.


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