Festakt im Alten Güterbahnhof Neuer Gerichtsdirektor in Papenburg tritt Amt an

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Papenburg. Jetzt ist es amtlich: Gerhard Többen ist am Donnerstag zum neuen Direktor des Amtsgerichts Papenburg ernannt worden. Bei einem Festakt mit knapp 100 geladenen Gästen im Alten Güterbahnhof wurde zugleich der bisherige Direktor Harald Deeken in den Ruhestand verabschiedet.

„Horrido“ – mit diesem alten Gruß aus der Jägersprache hieß der Präsident des Landgerichts (LG) Osnabrück, Thomas Veen, Többen in seinem neuen „Jagdrevier“ willkommen. Dabei sind dem 59-jährigen Rheder, der vom Oberlandesgericht (OLG) Oldenburg beruflich zurück ins nördliche Emsland wechselt und Veen zufolge ein leidenschaftlicher Jäger ist, die Pfründe nicht unbekannt. Bereits von 2000 bis 2008 war Többen als Richter am Amtsgericht Papenburg tätig. Zufällig hatte seine erste Dienstzeit in der Fehnstadt mit dem Tag der Amtseinführung von Deeken als Direktor begonnen – am 24. August 2000. Beide waren zeitgleich vom Amtsgericht Leer versetzt worden.

Rückkehr ein „Glücksfall“

Veen nannte die Rückkehr Többens einen „Glücksfall“. Denn mit dem neuen Direktor bekomme die Gerichtsbarkeit in Papenburg nicht nur einen versierten Juristen, sondern auch einen Mann mit langjähriger Verwaltungserfahrung. Denn wie der LG-Präsident ausführte, hatte der gebürtige Hemsener nach dem Abitur zunächst eine Laufbahn im allgemeinen Verwaltungsdienst angetreten. Insgesamt 14 Jahre sei Többen bei der Stadt Meppen beschäftigt gewesen, zuletzt als stellvertretender Leiter des Bauamtes. In den 80er-Jahren absolvierte Többen nebenberuflich ein Studium der Rechtswissenschaften und wechselte 1993 in den Dienst der Justiz. Zu Többens „Steckenpferd“ habe sich das Familienrecht entwickelt, sagte Veen. Beim OLG sei der Rheder im Familiensenat tätig gewesen.

Eingangsbereich wird neu gestaltet

An seiner neuen Wirkungsstätte erwarten den Direktor Veen zufolge „eine Menge Aufgaben“. Als Beispiele nannte er die weiter voranschreitende Digitalisierung im Rechtssachenverkehr sowie die Neugestaltung des Eingangsbereiches. Letztere entspreche nicht mehr den gegenwärtigen Sicherheitsanforderungen.

Keine Standortdebatte mehr

Anders als so mancher seiner Amtsvorgänger nicht befürchten muss Többen eine Standortdebatte, wie die OLG-Präsidentin Anke van Hove in ihrer Rede betonte. Sie bescheinigte den Bediensteten am Amtsgericht Papenburg „eine beeindruckende Leistung“ in Form von quantitativ und qualitativ hochwertiger Arbeit. Veen nannte das Gericht „eine kleine Erfolgsgeschichte, die nicht totzukriegen“ sei. Papenburg zeige, dass auch ein kleines Amtsgericht gut funktionieren könne.

Lobende Worte

Viele lobende Worte gab es für Harald Deeken, der Ende Januar in den Ruhestand gewechselt ist. Veen nannte den Leeraner einen „Volljuristen im besten Sinne und leidenschaftlichen Richter mit viel Liebe und Achtung zu den Menschen“. Bürgermeister Jan Peter Bechtluft (CDU) schrieb Deeken die Attribute „verlässlich, nachvollziehbar und anerkannt“ ins Stammbuch. Für den Anwaltsverein Papenburg würdigte Rechtsanwalt und Notar Reinhard Hebbelmann Deeken als fair, besonnen und ruhig. Stellvertretend für die Direktoren im Bezirk des LG Osnabrück räumte der Direktor des Amtsgerichts Bersenbrück, Oliver Sporré, ein, sich von Deeken das eine oder andere abgeschaut zu haben – ganz nach dem Motto „Von den Besten lernen“. Die Vorsitzende des Personalrats am Amtsgericht Papenburg, Tanja Schnieders, betonte, dass Deeken stets ein offenes Ohr für die Mitarbeiter gehabt habe. Többen rief sie ein „Willkommen zurück“ zu.

„Große Fußstapfen hinterlassen“

Deeken dankte seinen ehemaligen Kollegen für „unermüdlichen Einsatz“ während seiner Amtszeit, Többen zeigte sich überwältigt von dem hohen Maß an Wertschätzung, das ihm während des Festaktes entgegengebracht worden sei. Harald Deeken hinterlasse große Fußstapfen, deren Ausfüllen schwer werde. Musikalisch umrahmt wurden Verabschiedung und Amtseinführung von einem Trio der Musikschule des Emslandes.


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