Urteil am Amtsgericht Papenburg Haftstrafe für Besitz und Verbreitung von Kinderpornos

Von Jennifer Kemker

Ein 23-Jähriger aus dem nördlichen Emsland ist zu zwei Jahren Haft verurteilt worden, weil er Kinderpornos im Internet runtergeladen und weiterverbreitet hat. Foto: Archiv/FreiEin 23-Jähriger aus dem nördlichen Emsland ist zu zwei Jahren Haft verurteilt worden, weil er Kinderpornos im Internet runtergeladen und weiterverbreitet hat. Foto: Archiv/Frei

Papenburg. Mehr als 600 Dateien mit kinderpornografischem Material sind auf dem Mobiltelefon eines 23-Jährigen aus dem nördlichen Emsland gefunden und sichergestellt worden. Das Amtsgericht Papenburg verurteilte ihn nun zu zwei Jahren Haft.

Laut Anklage soll der Beschuldigte im Zeitraum von September 2016 bis Januar 2017 von bestimmten Webseiten Bilder und Videos, auf denen der sexuelle Missbrauch von Kindern und Jugendlichen zu sehen ist, heruntergeladen haben. Darüber hinaus verschickte der 23-Jährige die Dateien auch an andere, auch Material, das überwiegend Kleinkinder zeigte, sei dabei gewesen.

Als „schockierend und abscheulich“ beschrieb der Angeklagte selbst seine Taten vor Gericht und räumte alle Vorwürfe ein. Es tue ihm sehr leid, denn er verstehe selber nicht, warum er in der Vergangenheit so etwas getan habe. Nachdem er bereits eine stationäre Therapie in Anspruch genommen habe, befinde er sich momentan wieder in ambulanter Behandlung. Jedoch habe er zuvor schon einmal eine Therapie abgebrochen.

Keine günstige Sozialprognose

Die Richterin könne nach eigenen Angaben nicht von einer günstigen Sozialprognose ausgehen, weil ihr die therapeutischen Maßnahmen nicht nachhaltig erschienen. Das Problem sei außerdem, dass er nicht aus eigener Motivation Hilfe gesucht habe, sondern erst, als die Gesellschaft auf sein Fehlverhalten aufmerksam wurde.

Der Bundeszentralregisterauszug des jungen Mannes zeige laut Richterin vier Eintragungen mit ähnlichen Vergehen, das die Staatsanwaltschaft zu seinen Lasten wertete. Strafschärfend wirke sich auch die Ungehemmtheit aus, mit der die Straftaten ausgeübt wurden. Für die insgesamt 34 angeklagten Fälle beantragte der Staatsanwalt eine Haftstrafe von zwei Jahren und zwei Monaten.

Richterin will „deutliches Zeichen setzen“

Die Verteidigung machte im Plädoyer noch einmal deutlich, dass die Taten nicht zu entschuldigen seien. Der 23-Jährige habe aber eingesehen, dass er sein Verhalten drastisch ändern müsse. Eine Haftstrafe von rund zwei Jahren stelle für den Mann eine Zukunftsprognose dar, die sehr schlimm sei.

Die Richterin begründete ihr Urteil damit, dass der Angeklagte gewusst habe, dass er etwas Verbotenes gemacht hat. Dass er dann plötzlich erkannt habe, dass es falsch ist, könne sie nicht als mildernd gelten lassen. Es müsse ein deutliches Zeichen gesetzt werden, so die Richterin, die den Mann zu zwei Jahren Haft verurteilte.