„Unhaltbare Zustände“ Grüne beklagen Situation des Papenburger Heimatvereins

Meine Nachrichten

Um das Thema Papenburg Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Seit dem Auszug aus dem Alten Amtshaus im Sommer 2016 lagern die Exponate des Heimatvereins Papenburg im Bahnhofsgebäude. Foto: Gerd Schade/ArchivSeit dem Auszug aus dem Alten Amtshaus im Sommer 2016 lagern die Exponate des Heimatvereins Papenburg im Bahnhofsgebäude. Foto: Gerd Schade/Archiv

pm/gs Papenburg. Die Grünen-Fraktion im Rat der Stadt Papenburg hat sich nach einem Besuch des Heimatvereins im Bahnhofsgebäude „schockiert“ gezeigt. In einer Pressemitteilung beklagt sie „unhaltbare Zustände“ und fordert die Stadt zum Handeln auf.

Der gegenwärtige Zustand, in dem sich die Heimatfreunde um ihre Vorsitzende Martina König mit dem „zum Teil wertvollen historischen Inventar“ befinde, sei äußerst unbefriedigend. „Wir fragen uns, warum eine Stadt wie Papenburg nach gut anderthalb Jahren nicht in der Lage ist, eine endgültige ,Heimat‘ für unser Heimatmuseum in welcher Form auch immer, zu finden“, schreibt Fraktionsvorsitzender Knut Glöckner in der Mitteilung. Dass die ehrenamtliche Tätigkeit der Inventarisierung, Archivierung und Pflege von König und einem Mitarbeiter mit diesem Verhalten nicht die nötige Wertschätzung erfahren würde, sollte aus Sicht der Grünen allen klar sein. „Daher stellt sich die Frage, wie lange Frau König diese unentgeltliche Belastung noch auf sich nimmt. Und dann?“

Scharfe Kritik an Rat und Verwaltung

Mit scharfen Worten kritisiert Glöckner Rat und Verwaltung: Sie „sollten sich schämen, den Verlust oder die Vernachlässigung der zum Teil einmaligen Exponate billigend in Kauf zu nehmen“. Diese bildeten das Leben und Wirken der Papenburger Vorfahren über einen Zeitraum von etwa 200 Jahren ab. Das betreffe die Wurzeln Papenburgs in jeglicher Hinsicht und sei für das kulturelle Erbe einer Stadt von größter Bedeutung. „Aber das scheint niemanden wirklich zu interessieren“, meint Glöckner. „Niemand zeigt sich wirklich verantwortlich und auch die Stadt ist nicht gewillt, notwendige Mittel im Haushalt bereit zustellen. Was für ein Armutszeugnis.“

Mit Papenburger Erbe nicht allein lassen

Der Fraktionschef kritisiert, wie nach seiner Auffassung schnell, großzügig und unbürokratisch stattdessen 50.000 Euro für den Einbau der Walcker-Orgel für die St.-Antonius-Kirchengemeinde zur Verfügung gestellt habe, obwohl die Orgel mit dem historischen Papenburg nun gar nichts zu tun habe. „Oder ca. 14.000 Euro für die Rikscha, die von ihrer Sinnhaftigkeit auch eher umstritten ist. Wir appellieren an alle Verantwortlichen, diesem unwürdigen Zustand so schnell wie möglich ein Ende zu bereiten.“ An die Mitglieder des Heimatvereins ergeht die Bitte, König mit dem Erbe der Papenburger Vorfahren nicht im Stich zu lassen.

Der Heimatverein hatte seine langjährige Heimat – das Alte Amtshaus – im Sommer 2016 verlassen müssen, weil die Stadt den seit 1996 bestehenden Mietvertrag aus Kostengründen (32.000 Euro pro Jahr) nicht mehr verlängern wollte. Seitdem lagert das gesamte Inventar im Bahnhofsgebäude.

(Weiterlesen: Papenburger Heimatverein sucht neue Heimat)


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN