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Ablieferung im Jahr 2023 AIDA will weiteres Kreuzfahrtschiff von Meyer Werft

Von Christoph Assies


Papenburg. Der Weltmarktführer bei Kreuzfahrten, die Carnival Corporation, hat für ihre deutsche Marke AIDA Cruises die Papenburger Meyer Werft mit dem Bau eines neuen Kreuzfahrtschiffes beauftragt. Ablieferung ist für Frühjahr 2023 geplant.

Das nun bestellte Kreuzfahrtschiff für AIDA Cruises soll ein baugleiches Schwesterschiff der „AIDAnova“ und eines noch namenlosen Schwesterschiffes werden, das im Frühjahr 2021 abgeliefert wird. Bei Indienststellung soll es über 2700 Passagierkabinen für rund 6000 Passagiere und 20 Decks verfügen.

Werft-Geschäftsführer Tim Meyer sagte in einer Pressemitteilung der Werft, der Auftrag sei bereits das zehnte Schiff für AIDA in Papenburg. „Das unterstreicht die langfristige Partnerschaft zwischen der Carnival Corporation und der Meyer Werft. Die drei Schiffe dieser Generation sind mit der neuesten Technologie ausgestattet, die auf Nachhaltigkeit und Energieeffizienz ausgerichtet ist“, so Meyer weiter.

Das mit umweltfreundlichem Flüssigerdgas (LNG) angetriebene Schiff soll 2023 in Dienst gestellt werden. Der Auftragswert: rund eine Milliarde Euro. „Wir reagieren damit auf das anhaltend starke Wachstum im Kreuzfahrtmarkt“, sagte Aida-Chef Felix Eichhorn am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa.

Typschiff „AIDAnova“ aktuell im Bau

Aktuell ist das sogenannte Typ-Schiff der Helios-Baureihe, die „AIDAnova“ für die Rostocker Reederei auf der Meyer Werft im Bau. Das bisher größte jemals in Deutschland gebaute Kreuzfahrtschiff wird 337 Meter lang und 42 Meter breit und soll im November abgeliefert werden. Der Ozeanriese ist zugleich der erste einer Serie von bisher acht mit dem umweltfreundlicheren Flüssigerdgas (LNG) betriebenen Schiffen, die Carnival für die Unternehmensmarken AIDA Cruises, Costa Crociere, P & O Cruises und Carnival Cruise Line bei der Meyer Werften Gruppe bestellt hat. Der Auftrag ist einer der größten in der Schiffbaugeschichte. Erst vor vier Wochen hatte die britische Reederei P & O Cruises den Bau eines weiteren LNG-Schiffes bei der Meyer Werft verkündet, das im Frühjahr 2022 abgeliefert werden soll.

Meyer Werft bis 2023 ausgelastet

Die Papenburger Schiffbauer sind bis zum Herbst 2023 mit Aufträgen für 14 Schiffe ausgelastet. Eine solch langfristige Perspektive erfordere stetig eine hohe Anpassungsfähigkeit und Weiterentwicklung der Werft. „Pro Jahr investiert das Unternehmen zwischen 50 bis 80 Millionen Euro, um wettbewerbsfähig zu bleiben“, teilte die Werft weiter mit.

Nahezu alle großen Kreuzfahrtreedereien der Welt gehören derzeit zum Kundenkreis der Werft. Die Papenburger stehen mit ihrem Auftragsbestand auf Platz zwei bei den weltweit im Kreuzfahrtschiffbau operierenden Werften. Im Jahr 2016 hat das Traditionsunternehmen mit ihren Standorten in Papenburg und Rostock (Neptun) mit einem Gewinn von 67,1 Millionen Euro zwölf Millionen Euro mehr Gewinn gemacht, als im Jahr davor.

Für AIDA Cruises hat die Meyer Werft bereits von 2007 bis 2013 die insgesamt sieben Schiffe der „Sphinx“-Baureihe gebaut, ehe Aufträge für zwei Kreuzfahrtschiffe an die japanische Werft Mitsubishi Heavy Industries vergeben worden waren. Mit den nun insgesamt drei neuen Schiffe der Helios-Baureihe investiert AIDA Cruises nach eigenen Angaben in den nächsten Jahren mehr als drei Milliarden Euro. Zudem würden mit jedem neuen Schiff rund 2000 neue Arbeitsplätze an Bord und an Land geschaffen. Derzeit verfügen die zwölf Schiffe der Flotte über eine Kapazität von 25208 Betten. Das Unternehmen zählt insgesamt 11400 Mitarbeiter aus 40 Ländern, darunter 10000 an Bord. (mit dpa)