Gründer von „Ballin‘ Apparel“ Das sind die Köpfe hinter dem jungen Modelabel aus Papenburg

Von Daniel Gonzalez-Tepper


Papenburg. Mode für junge Menschen aus Papenburg und Umgebung und gerne auch darüber hinaus – mit diesem Anspruch haben die beiden Papenburger Dennis Henike und René Straubinger das Label „Ballin‘ Apparel“ gegründet. Der erste Zuspruch ist überwältigend.

Die Kapuzen-Pullover und T-Shirts, die beide in den vergangenen Monaten entworfen und im Januar haben produzieren lassen, waren nach wenigen Tagen ausverkauft. Eine neue Bestellung bei einem Produzenten in Indonesien wird in den nächsten Tagen erteilt und soll Mitte März im Emsland eintreffen.

Die Idee, gemeinsam etwas geschäftlich aufzubauen im Bereich Mode, kam beiden Mitte 2017 bei einem Wochenendtrip nach München. „Wir sind in die Maximilianstraße spaziert und sahen einen Hund einer wohlhabenden Familie, der auf einem edlen Marken-Kissen saß“, berichtet René Straubinger. Die Eltern des 25-Jährigen stammen aus Bayern, deshalb ist er häufig und gerne in der bayrischen Metropole. Beide raunten sich zu. „Der Hund ist aber ballin“. Ballin steht im Amerikanischen für einen Menschen, der es aus einfachen Verhältnissen mit harter Arbeit zu etwas gebracht hat. „Wir wollten eine Modemarke, die genau diesen Lifestyle widerspiegeln soll: Edel, aber zu bezahlbaren Preisen“, sagt Dennis Henike, der René Straubinger seit dem Teenageralter kennt. Apparel bedeutet schlichtweg Bekleidung.

Ausbildung bei Händler für Berufsbekleidung

Der 23-jährige Henike ist für das Design und die Produktion bei dem „Fashion-StartUp“, wie es die beiden Gründer selber nennen, verantwortlich, der zwei Jahre ältere Straubinger kümmert sich um das Marketing und den Vertrieb, den er bereits im Unternehmen seiner Eltern verantwortet hat. Henike hat eine Ausbildung zum Groß- und Einzelhandelskaufmann bei einer Firma für Berufskleidung absolviert und dadurch Kontakte zu Großhändlern und Produzenten von Kleidung knüpfen können. So kamen beide auch zu einem Deutschen, der seit mehreren Jahren Bekleidung in Indonesien produziert. Wegen der aufwendigen Zollbestimmungen und nicht so einfachen Kommunikation wollen Henike und Straubinger allerdings voraussichtlich zu einem Produzenten in Europa wechseln, wie beide ankündigen.

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An dem Design des Logos von „Ballin‘ Apparel“ haben die Gründer gemeinsam getüftelt, das Schriftbild und die Größe auf der Bekleidung mehrfach verändert. Bei der Auswahl und der Veredelung der Pullis und der Shirts stand Bequemlichkeit im Vordergrund, wie beide erzählen. Hilfe bei der Gestaltung und Programmierung der Internetseite haben sie von befreundeten IT-Fachleuten aus Münster bekommen. Die Fotos für die Seite sind in der ersten Januarwoche im Umfeld des alten Güterbahnhofs in Papenburg erstellt worden, als Model stellten sich Henikes Freundin Martyna Wichary und zwei Kumpel zur Verfügung. „Bei Minustemperaturen war das nicht ganz einfach“, berichtet Dennis Henike, über dessen Wohnung am Volkspark in Papenburg derzeit noch der Versand der Waren läuft und das als „Hauptquartier“ von „Ballin‘ Apparel“ dient.

Erste Ware in kurzer Zeit ausverkauft

Als der Webshop in der dritten Januarwoche online ging, wurden Henike und Straubinger von der Nachfrage überrannt. Die Ware war in kurzer Zeit ausverkauft, obwohl beide nur sehr wenig Werbung in sozialen Netzwerken gemacht haben. Sogar Bestellungen aus Amerika hat es gegeben, weil beide eine Zulassung zum Handel über Amazon bekommen haben. Im zweiten Schritt ab Mitte/Ende März wird es drei neue Designs von Pullovern und Shirts geben, auch eine Jacke (Windbreaker) wird gerade produziert. Im Sommer sollen Schuhe (Sneaker) hinzukommen.

Um bekannter zu werden, hat Straubinger Kontakt zu einigen „Influencern“ aufgenommen, also Menschen, die über Videos und Fotos in sozialen Netzwerken Geld verdienen. Zugesagt hat beispielsweise Hendrik Nitsch aus dem Münsterland, der als Comedian im Netz den Rentner Udo Bönstrup mimt. „Er hat immerhin rund 600.000 Menschen, die ihm bei Facebook oder Instagram folgen“, berichtet Straubinger.

Investoren haben bereits angeklopft

„Natürlich macht es einen stolz, Menschen auf der Straße oder in der Diskothek zu sehen, die unsere Mode tragen“, sagt Straubinger, der derzeit noch überwiegend im Betrieb seiner Eltern tätig ist, sich aber jederzeit Zeit nehmen kann, wenn es bei „Ballin‘ Apparel“ Dinge zu erledigen gibt. Geld verdienen beide nach eigenen Angaben noch nicht mit dem Start-up, können aber im Notfall auf wohlhabende Menschen bauen, die ihnen als Investoren bereits Anteile abkaufen wollten. Das wollen beide aber vorerst nicht. Irgendwann, so hoffen Henike und Straubinger aber, von „Ballin‘ Apparel“ leben zu können. „Eine Erfolgsgeschichte wie „Naketano“ wollen wir uns aber lieber nicht erträumen“, sagen beide. Das Essener Modelabel, das auf Kapuzenpullis mit dicken Kordeln und Kunstlederaufnähern setzt, war zuletzt in aller Munde und machte Umsätze im mittleren zweistelligen Millionen-Bereich, dennoch haben die Gründer das Aus der Marke zum 31. Dezember 2018 verkündet.

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