Zahlen für 2016 veröffentlicht Meyers Werften in Papenburg und Rostock steigern Gewinn

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Papenburg. Die Meyer Werft hat mit ihren Standorten in Papenburg und Rostock (Neptun) 2016 mehr Gewinn gemacht als im Jahr davor. Das geht aus der jetzt im Bundesanzeiger veröffentlichten Konzernbilanz der Meyer-Neptun GmbH mit Sitz in Luxemburg hervor. Ein Ruhekissen seien die Gewinnzahlen aber nicht, betont Paul Bloem, Werftsprecher und Mitglied der Geschäftsleitung.

Die Bilanz für 2016, über die zuerst die „Ostfriesen-Zeitung“ berichtet hatte, weist unter dem Strich einen Gewinn in Höhe von 67,1 Millionen Euro aus. Das sind annähernd zwölf Millionen Euro mehr als 2015 (55,3 Millionen). Wie dem Jahresbericht der im luxemburgischen Senningerberg angesiedelten Dachgesellschaft weiter zu entnehmen ist, wurde der gestiegene Gewinn trotz leicht gesunkener Umsätze erwirtschaftet. Demnach gingen die Umsatzerlöse 2016 von 1,79 auf 1,73 Milliarden Euro zurück. Der Vorsteuergewinn kletterte in diesem Zeitraum von 77,2 auf 95,5 Millionen Euro. In dem Bericht nicht erfasst ist der Meyer-Standort Turku (Finnland).

Geschäftsleitung mahnt

Bloem sieht die Entwicklung positiv, hebt aber auch mahnend den Zeigefinger. „Es zeigt, dass wir unsere Hausaufgaben gemacht haben“, erklärte er am Freitag auf Anfrage unserer Redaktion. Zugleich warnte er vor einer Überbewertung der Zahlen. Auch seien sie kein Anlass, sich zurückzulehnen. Bloem betonte, dass die Werften vor 2016 „ganz schwierige Jahre gehabt“ hätten – nicht zuletzt durch die neue Kreuzfahrtschiffbau-Konkurrenz in Ostasien, wodurch „die Entwicklung insgesamt in den Keller gerauscht“ sei.

Ein Drittel der Werften weltweit ohne Auftragseingang

Auch in dem Bericht wird generell darauf verwiesen, dass der Schiffbau bis vor zwei Jahren weiter in der Krise gesteckt habe. Demnach hat etwa nur ein Drittel der 372 Werften rund um den Globus überhaupt Auftragseingänge verzeichnet.

Die Meyer Werft hatte 2016 die Kreuzfahrtschiffe „Ovation of the Seas“ für die US-Reederei Royal Caribbean und „Genting Dream“ (Star Cruises) fertiggestellt und abgeliefert, das Schwesterunternehmen Neptun in Rostock-Warnemünde übergab sechs Flusskreuzfahrtschiffe an die Reederei Viking.

„Die Luft ist dünn“

Bloem betont derweil, dass im Vergleich zu den Umsatzerlösen „die Luft, die wir atmen, dünn ist“. Darüber hinaus habe das Unternehmen in den vergangenen Jahren stets auch im großen Stil investiert. Als Beispiel nannte er das ebenfalls im Jahr 2016 fertiggestellte Entwicklungs- und Technologiezentrum.

Die Werft sieht sich angesichts prallvoller Auftragsbücher für die Zukunft gut gerüstet. Gleichwohl seien die „Herausforderungen größer als das, was wir als Gewinn ausweisen“. Unklar sei beispielsweise, was passiere, wenn China in den Markt einsteige. Überhaupt tauchen Bloem zufolge in der Branche „zunehmend mehr Spieler“ auf. „Es gibt mehr Werften als in den Jahren zuvor“ – aus Papenburger Sicht Gott sei Dank bei einem stabilen Abnahmeniveau von Kreuzfahrtschiffen, wie Bloem sagte. Der Meyer Werft bescheinigt er einen „schönen Kundenmix, aber natürlich gibt sich auch die Konkurrenz weiterhin Mühe“.

Zahl der Kreuzfahrttouristen gestiegen

Zu den Bilanzzahlen für 2017 wollte sich Bloem auf Nachfrage nicht äußern. Der Jahresbericht 2016 weist derweil auch das Gesamtvolumen der Neuaufträge in dem Jahr aus: Für die Bestellungen von insgesamt drei Kreuzfahrtschiffen (zwei für die US-Reederei Disney Cruises, eines für die britische P & O Cruises) sind 2,94 Milliarden Euro verzeichnet (Vorjahr: 4,28 Milliarden). Beide Werften zusammen hatten demnach Ende 2016 einen Auftragsbestand im Wert von 10,3 Milliarden Euro (zwölf Luxusliner, zwei Flusskreuzfahrtschiffe, ein Tanker und eine Fähre).

Die Zahl der Kreuzfahrttouristen ist dem Bericht zufolge 2016 um eine Million auf 24,2 Millionen Passagiere gestiegen. Wie darin weiter nachzulesen ist, rechnet die Meyer-Neptun GmbH für die kommenden Jahre „mit einer zusätzlichen Bestelltätigkeit der Reedereien“. Grund sei Ersatzbedarf für ältere werdende Flotten, die durch neue Schiffe ersetzt würden. Die Meyer Werft ist aktuell bis in das Jahr 2023 mit Aufträgen ausgelastet.


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