Es sollen weitere Zeugen gehört werden Kein Urteil im Prozess mit sieben Angeklagten in Papenburg

Von Jennifer Kemker

Weitere Zeugen müssen gehört werden, bevor es zum Urteil kommt. Foto: Michael GründelWeitere Zeugen müssen gehört werden, bevor es zum Urteil kommt. Foto: Michael Gründel

Papenburg. Mit Baseballschlägern und Metallstangen sollen insgesamt sieben Angeklagte aus dem nördlichen Emsland einen 29-Jährigen verprügelt haben. Vor dem Papenburger Amtsgericht konnte in der Hauptverhandlung kein Urteil gefällt werden.

Aus der Anklageschrift ging hervor, dass der Geschädigte im September 2016 in eine Restaurantbaustelle ging, um nach einem Job zu fragen. Kurze Zeit später sei er von den Beschuldigten im Alter von 22 bis 54 Jahren mit Schlagwerkzeugen, wie Baseballschlägern, Metall- und Holzstangen und anderem Material, das sie auf der Baustelle finden konnten, verprügelt worden. Dabei sei der 29-Jährige nicht nur schwer am Körper, sondern auch am Kopf verletzt worden.

Einer der Angeklagten bestritt die Vorwürfe. Er sei nie in dem Restaurant gewesen, sondern hätte ab dem Nachmittag bis spät abends gearbeitet. Es habe einige Wochen vorher mal einen Konflikt gegeben, sodass der 29-Jährige ihn auf einem Parkplatz mit einem Messer bedrohte.

Ein anderer Beschuldigte sagte aus, dass er an dem Tag mit einem der Angeklagten auf dem Weg zu einer Pizzeria gewesen sei und der Geschädigte sie im Auto anhielt, um mit ihnen zu reden. Einer der beiden sei ausgestiegen und habe sich mit den 29-Jährigen unterhalten und sei hinter einer Hausecke verschwunden. Plötzlich seien weitere Leute aufgetaucht, sodass der Beschuldigte aus dem Wagen stieg und zu der Gruppe rannte. „Als ich ankam, sah ich, wie er am Boden lag und auf ihn eingeprügelt wurde“, so der Angeklagte. Schnell habe er seinen Freund aus der Menge gezogen, wobei einer mit einer Holzlatte bewaffnet gewesen sei.

Mit Holzlatte geschlagen

Der 29-Jährige sagte aus, dass er zusammen mit zwei Bekannten in dem Restaurant war. Die beiden seien festgehalten worden und die zunächst fünf Männer seien auf ihn zugekommen, um ihn zu schlagen. Zwei weitere Männer hätten eine Kapuze über dem Kopf gehabt. Als einer der Männer ihn mit einer Holzlatte schlagen wollte, sei er ausgewichen und ein anderer wurde am Kopf getroffen. Als er danach mit einem Baseballschläger angegriffen worden sei, zerbrach er an seinem Unterarm. Trotz der zahlreichen Angriffe sei er nicht bewusstlos geworden.

Auf die Frage des Gerichts, was der Auslöser für die Tat gewesen sei, konnte der Geschädigte nicht antworten. Er habe die Männer vorher nicht gekannt. Der Richterin erschien es jedoch merkwürdig, dass er als völlig unbeteiligte Person in einem Restaurant nach einem Job fragen wollte, und plötzlich von mehreren Männern geschlagen wird. Obwohl er aussagte, die Männer nicht zu kennen, konnte er genau wiedegeben, wer, mit welcher Waffe zugeschlagen haben soll.

Unterschiedliche Sachverhalte

Auf einige Vorhalte des Gerichts, die zeigen, dass der 29-Jährige bei der polizeilichen Vernehmung und bei Gericht unterschiedliche Sachverhalte wiedergibt, konnte der Mann keine Erklärung finden.  „Irgendwas steckt da noch hinter, das sie nicht sagen wollen“, so die Richterin. Dass der Mann Verletzungen habe, sei unstrittig. Jedoch konnte er keine Angaben zum Tathergang machen, wenn es um Details ginge. Um die Hintergründe und den Tathergang aufzuklären, müssen weitere Zeugen geladen werden, die an dem Tag mit den Angeklagten und dem Geschädigten zutun gehabt haben sollen. Der Fortsetzungstermin wurde für Mittwoch, 7. März um 9.30 Uhr terminiert.