Theo-Prax-Projekte an den BBS Papenburger Schüler wollen Suizidprävention bekannter machen

Von Jennifer Kemker

Das Suizidpräventionsprojekt „U 25“ der Caritas wollen (von links) Auftraggeberin Katrin Warstat, Anja Behrends Stefanie Dreesmann Nico Többen, Simon Hinrichs und Chris Leißing bekannt machen. Foto: Jennifer KemkerDas Suizidpräventionsprojekt „U 25“ der Caritas wollen (von links) Auftraggeberin Katrin Warstat, Anja Behrends Stefanie Dreesmann Nico Többen, Simon Hinrichs und Chris Leißing bekannt machen. Foto: Jennifer Kemker

Papenburg. Alle 56 Minuten beendet ein Mensch durch Suizid sein Leben und pro Jahr sterben über 500 Jugendliche durch Suizid. Das sind die Fakten, die einer Gruppe des Theo-Prax-Projektes der Fachoberschule Wirtschaft an den Berufsbildenden Schulen (BBS) Papenburg zugrunde liegt. Sie haben Werbemittel für die Caritas im Bereich der Suizidprävention erstellt.

Mit dem Projekt „U 25“ beschäftigten sich Chris Leißing, Anja Behrends, Simon Hinrichs, Stefanie Dreesmann und Nico Többen. Es wurde 2001 gegründet. Es bietet eine anonyme und kostenlose Online-Beratung für Jugendliche bis 25 Jahren an. Nach Angaben von Leißing werden pro Jahr rund 900 Jugendliche beraten. Warnzeichen für Angehörige und Freunde von potenziellen Suizidgefährdeten können der Rückzug aus dem Umfeld, Drogenmissbrauch, Gewalt oder auch die Vorankündigung sein. „Eine Ankündigung sollte immer ernst genommen werden“, so Leißing.

Zum Aufgabenbereich und Ziel des Projektes gehörten laut Többen, den Erstkontakt für Jugendliche mit „U 25“ zu schaffen, einen sogenannten Notfallkoffer mit Werbematerialen zu entwickeln, der die Mitmenschen und Eltern sensibilisieren soll. Dabei soll der Koffer nachhaltig und optisch ansprechend für die Zielgruppe gestaltet sein. Auch die individuelle Hilfe für die Jugendlichen stehe im Vordergrund. „Die optimalen Inhalte für den Notfallkoffer ermittelten wir mithilfe einer Umfrage und Gesprächen mit Therapeuten“, so Többen.

Online-Umfrage an Schulen

An der Online-Umfrage, die an den Berufsbildenden Schulen (BBS) in Papenburg und anderen Schulen durchgeführt wurde, nahmen nach Angaben von Hinrichs 262 Personen teil, die überwiegend im Alter zwischen 17 und 18 Jahren alt waren. Dabei kam heraus, dass das Suizidpräventionsprojekt der Caritas noch 93 Prozent der Teilnehmer unbekannt war. Desweiteren konnte die Gruppe aus der Umfrage herausfinden, dass bereits 57 Prozent der Befragten Mobbing erfahren haben und 28 Prozent über Suizid nachgedacht haben. „Achtet auf eure Mitmenschen und redet mir ihnen“, riet Hinrichs.

Zum Inhalt des Koffers gehören laut Anja Behrends bestimmte Werbematerialien, die auch einen psychologischen Hintergrund haben. „Mit den Artikeln wollen wir das Projekt unter Jugendlichen bekannter machen“, sagte sie. Aus diesem Grund befinden sich in dem Jutebeutel Artikel, die auf die Zielgruppe abgestimmt wurden. Ein sogenanntes „Skillheft“ soll nach den Worten von Stefanie Dreesmann neue Reize auslösen, um den Gedanken an den Suizid für einen Moment zu unterdrücken. „Jeder muss bestimmte Reize für sich selbst festlegen, die dabei helfen, den Suizidgedanken loszuwerden“, so Dreesmann.

Insgesamt 15 Gruppen beschäftigten sich mit verschiedenen Konzepten, die im Rahmen des Theo-Prax-Projektes an den BBS Papenburg vorgestellt werden. Dabei arbeiten die Schülergruppen mit Auftraggebern aus der Region zusammen.