Urteil in Düsseldorf ergangen Verfahren wegen Automatensprengung in Aschendorf vorläufig eingestellt

Von Daniel Gonzalez-Tepper

Der Geldautomat der Ostfriesischen Volksbank (OVB) im Combi-Markt in Aschendorf war am frühen Morgen des 29. Juli 2016 gesprengt worden. Ein 27-Jährigen, dem vorgeworfen wird, an der Tat als Helfer beteiligt gewesen zu sein, ist nach einem anderem Urteil zu einer Tat in die Niederlande abgeschoben worden. Deshalb wurde das weitere Verfahren nun vorläufig eingestellt. Foto: Hermann Hinrichs/ArchivDer Geldautomat der Ostfriesischen Volksbank (OVB) im Combi-Markt in Aschendorf war am frühen Morgen des 29. Juli 2016 gesprengt worden. Ein 27-Jährigen, dem vorgeworfen wird, an der Tat als Helfer beteiligt gewesen zu sein, ist nach einem anderem Urteil zu einer Tat in die Niederlande abgeschoben worden. Deshalb wurde das weitere Verfahren nun vorläufig eingestellt. Foto: Hermann Hinrichs/Archiv

Aschendorf. Das Verfahren gegen einen 27-Jährigen, der am 29. Juli 2016 einen Geldautomaten der Volksbank im Combi-Markt in Aschendorf gesprengt haben soll, ist vom Landgericht Osnabrück vorläufig eingestellt worden. Grund ist eine Verurteilung wegen einer anderen Tat und die Abschiebung in die Niederlande.

Bereits am 10. April 2017 ist vor dem Landgericht Düsseldorf ein Urteil gegen ihn ergangen. Für die Sprengung eines Geldautomaten am 14. September 2016 in Ratingen bei Düsseldorf erhielt der Niederländer eine Haftstrafe von fünf Jahren, einer der drei Mittäter muss ebenfalls fünf Jahre ins Gefängnis, zwei weitere vier Jahren und zehn Monaten sowie neun Monaten.

Zahl der weiteren Taten bleibt unklar

Weil der 27-Jährige, der aus Utrecht stammt, nach der Verurteilung an die Niederlande ausgeliefert wurde und er dort die Haftstrafe absitzt, ist das Verfahren für die mutmaßliche Tat in Aschendorf vorläufig eingestellt worden, teilte die Staatsanwaltschaft in Osnabrück auf Nachfrage mit. Das passierte mit Bezug auf Paragraph 154 b Strafprozessordnung („Absehen von der Verfolgung bei Auslieferung und Ausweisung“). Zur Zahl der weiteren Taten, die dem 27-Jährigen zur Last gelegt werden, konnte der Sprecher nichts sagen, genauso wenig wie, ob es in den Niederlanden einen weiteren Prozess gegeben hat.

(Weiterlesen: Prozess gegen 27-Jährigen nach Automatensprengung in Aschendorf)

Auch das Landgericht Osnabrück und das Landgericht Düsseldorf konnten darauf auf Nachfrage nichts mitteilen. Von dem Sprecher der Staatsanwaltschaft Osnabrück hieß es: „Sollte der Täter nach der Verbüßung der Haftstrafe wieder nach Deutschland einreisen, könnte das Verfahren hier wieder aufgerollt werden.“

Bei Flucht nach Sprengung in Ratingen gefasst

Bei der Tat im Ratinger Ortsteil Lintorf im September 2016 hatte das Quartett zunächst mehr als 68.000 Euro erbeutet, hatte die betroffene Commerzbank damals bekannt gegeben. Die Tätergruppe war mit Motorrollern geflüchtet und versteckte sich in einer Garage, wobei sie von einem Zeugen beobachtet wurden, der die Polizei alarmierte. Die nahm wenig später alle vier Männer fest. Von dem erbeuteten Geld konnte allerdings nur rund 46.000 Euro wieder aufgefunden werden, die restlichen rund 22.000 Euro blieben verschwunden. Bei der Verhandlung vor dem Landgericht Düsseldorf hatten die drei Haupttäter alle ein Geständnis abgelegt und erklärt, dass sie in erheblichen finanziellen Schwierigkeiten stecken.

(Weiterlesen: Bankautomat im Combi-Markt in Aschendorf gesprengt)

Auch in Aschendorf Beute gemacht

Dabei sollen der 27-Jährige und seine beiden Komplizen zweieinhalb Monate vorher in Aschendorf ebenfalls Beute gemacht haben. Wie viel, geht aus der Ankündigung für den abgesagten Prozess heute nicht hervor und konnte von einer Sprecherin des Landgericht Osnabrück am Mittwoch auch nicht beantwortet werden. Der 27-Jährige soll dabei „durch entsprechende Vorbereitungshandlungen Hilfe geleistet“ haben, hieß es in der Prozessankündigung. Die beiden mutmaßlichen Mittäter sind weiter flüchtig.