Offener Brief Schulleiter aus Uganda bitten „liebe“ Emsländer um Hilfe

Von Gerd Schade

Diesen offenen Brief richten Amon Zondera, Aloysius Mugisa und Herbert Baguma (von links) an die Menschen in Papenburg und im Emsland. Foto: Gerd SchadeDiesen offenen Brief richten Amon Zondera, Aloysius Mugisa und Herbert Baguma (von links) an die Menschen in Papenburg und im Emsland. Foto: Gerd Schade

Papenburg. Mit einem offenen Brief danken drei Männer aus Uganda bei einem Besuch in Papenburg ihren Gastgebern und rufen die „lieben“ Menschen in der Fehnstadt und im Emsland zur Unterstützung beim Aufbau einer Produktionsschule zur Förderung der Selbstversorgung in dem afrikanischen Entwicklungsland auf.

Koordinator und künftiger Leiter der Schule ist Aloysius Mugisa. Er nahm Kontakt zu Papenburgs Ehrenbürgermeister Heinrich Hövelmann auf. Die Stiftung des langjährigen CDU-Politikers, „Klima schützen, damit Kinder leben können“, engagiert sich seit Jahren in dem ugandischen District Hoima im Westen des Landes.

Stippvisiten in Schulen und Unternehmen

Zusammen mit Schulinspektor Amon Zondera und dem Leiter der St.-James-Secondary-School in Hoima, Herbert Bagunda, reiste Mugisa nach Papenburg. Auf dem Programm standen mehrere Stippvisiten in Kindergärten Schulen und Firmen sowie in der Historisch-Ökologischen Bildungsstätte, wie Mugisa im Gespräch mit unserer Redaktion berichtet. Er zeigte sich dankbar und erfreut für die Gastfreund- und Hilfsbereitschaft, die sie „bei allen, mit denen wir gesprochen haben“, erfahren hätten. Aus dem offenen Brief geht zudem hervor, dass die drei Afrikaner eine Menge über Berufsberatung und Gruppenunterricht gelernt hätten.

„Wissen nicht, was zu tun ist“

In ihrem Schreiben, das sie zu ihrem Besuch in der Redaktion mitbringen, bitten Mugisa, Zondera und Bagunda um Unterstützung für den Aufbau der Schule. Hövelmann loben sie dafür, dass er viele Ideen erfolgreich umgesetzt habe. Das Trio macht ihnen keinen Hehl daraus, dass ihnen selbst das praktische Wissen fehlt. „Wir haben Ideen, wissen aber nicht, was zu tun ist“, heißt es in dem Brief.

Keine Klassenräume, keine Lehrer

Darin skizzieren die Verfasser zudem die aktuellen „riesigen Probleme“ ihres Landes. Sie berichten von 1,5 Millionen Flüchtlingen aus dem Sudan und dem Kongo. Jeden Tag kämen mehr. Für die mehr als 2000 Flüchtlingskinder aus dem Kongo im Distrikt Hoima gebe es keine Klassenräume, keine Lehrer und niemanden, der ihre Sprache spricht. Überdies sei wegen des Klimawandels unsicher, wann und ob überhaupt die so wichtige Regenzeit beginnt.