Landwirte befürchten Ausbruch Angst vor der Afrikanischer Schweinepest im nördlichen Emsland

Von Katharina Preuth

Die Abschusszahlen von Wildschweinen haben sind im nördlichen Emsland nicht verändert. Foto: Gregor Fischer/dpaDie Abschusszahlen von Wildschweinen haben sind im nördlichen Emsland nicht verändert. Foto: Gregor Fischer/dpa

Papenburg. Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist in Osteuropa auf dem Vormarsch. Ein Ausbruch in Deutschland wäre auch für die rund 900 Schweine haltenden Betriebe im nördlichen Emsland eine Katastrophe, erklärt Thomas Korte, Vorsitzender des Landvolkes im nördlichen Emsland. Landwirte beugen vor.

Mit dem Ausbruch der ASP in den Nachbarländerländern Polen und Tschechien ist die Möglichkeit, dass sich die Seuche in Deutschland ausbreitet, gestiegen. Sie befällt sowohl Wild- als auch Hausschweine. Für die landwirtschaftlichen Betriebe im nördlichen Emsland bedeutet das, Vorkehrungen zu treffen und achtsam zu sein.

Eine Hygieneverordnung für Schweinehalter führt Schutzmaßnahmen auf, deren Einhaltung durch den Landkreis Emsland überprüft werde, teilt Udo Mäsker, Sprecher des Landkreises, auf Anfrage unserer Redaktion mit. Die Verordnung beinhaltet unter anderem, dass betriebsfremde Personen nur in Schutzkleidung den Stall betreten dürfen, Futter und Einstreu geschützt gelagert werde und Schuhe sowieFahrzeuge desinfiziert werden müssen. „Bei Verstößen gegen die Vorschriften drohen nicht nur empfindliche Bußgelder, sondern auch Prämienkürzungen“, so Mäsker. Außerdem habe der Landkreis die Tierhalter, aber auch Tierärzte und Jäger, aufgefordert, aufmerksam zu sein. „Denn entscheidend für ein schnelles und wirksames Eingreifen im Ernstfall ist ein funktionierendes Frühwarnsystem“, ergänzt der Landkreissprecher. Der Fachbereich Veterinärwesen und Verbraucherschutz des Landkreises habe die Landwirte zudem darauf hingewiesen, dass bereits der Verdacht auf ASP sofort angezeigt werden müsse.

Für Menschen ungefährlich

Zwar ist die ASP für Menschen ungefährlich, Schweine verenden daran jedoch innerhalb weniger Tage. In den Ländern Osteuropas, in denen sich die Seuche ausbreitet, sind vor allem Wildschweine infiziert. Sie geben den Erreger unbemerkt an den Bestand weiter.

Thomas Korte, Vorsitzender des Landvolkes, befürchtet aber weniger, dass die Krankheit über die Wildschweine nach Deutschland gelangt, als mehr durch nicht erhitztes Schweinefleisch aus den betroffenen Ländern. „Wenn Reisende aus Osteuropa ihre Mettbrötchen an einer Raststätte an der A 31 entsorgen, landet möglicherweise verseuchtes Fleisch im Wildbestand“, befürchtet Korte. Wildschweine kämen auf der Suche nach Futter bis an die Autobahnen und könnten den Erreger so weitertragen. „Davor haben wir große Angst“, so Korte.

Schon ein erkranktes Schwein in Deutschland reiche aus, um den Export des Fleisches extrem zu gefährden, erklärt der Landwirt. Die Ausfuhr nach China, dem größte Abnehmer von Schweinefleisch, würde direkt gestoppt und erst ab der Eindämmung der ASP nach sechs Monaten wieder aufgenommen. Sowohl für kleine wie auch große Höfe wäre der Schaden immens. „Viele kleinere Höfe würden zum Aufhören gezwungen. Die Größeren müssten weitermachen, weil der Stall der Bank gehört, aber mit riesigen Verlusten“, sagt Korte.

Zur Prävention müsse, neben den Hygienevorschriften für die Bauern, der Wildschweinbestand extrem ausgedünnt werden, fordert der Landwirt.

Abschusszahlen unverändert

Thomas Schomaker, Sprecher der Jägerschaft Aschendorf-Hümmlin,g erklärt, dass die Abschusszahlen der Wildscheine zwar jährlichen Schwankungen unterliegen würden, hätten aber seit dem Ausbrechen der ASP nicht zugenommen. Die Jäger würden dafür Sorge tragen, dass sich der Bestand nicht explosionsartig vermehre. Dass vermehrt Wildschweine auftreten, sei ein neues Phänomen. Das liege zum Beispiel am gestiegenen Maisanbau. Die Pflanzen bieten den Schweinen Nahrung und Versteck. Das nördliche Emsland ist traditionell ein Niederwild-Bereich, mit Hasen, Fasanen und Rehen.

Aufhebung der Schonzeiten

Der Kreistag wird in seiner kommenden Sitzung am Montag, 19. Februar, über die Aufhebung der Schonzeit für Wildschweine abstimmen. Diese Maßnahme soll auch dazu beitragen, die Einschleppung der ASP zu mindern. Aktuell dürfen Jäger Keiler und Bachen nur in der Zeit zwischen dem 16. Juni und dem 31. Januar schießen.