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12.02.2018, 19:45 Uhr KOMMENTAR

Afrikanische Schweinepest: Nicht nur das Wildschwein ist schuld

Kommentar von Katharina Preuth

Als Konsequenz auf die afrikanische Schweinepest sollen vermehrt Wildscheine gejagt werden. Foto: Friso Gentsch/dpaAls Konsequenz auf die afrikanische Schweinepest sollen vermehrt Wildscheine gejagt werden. Foto: Friso Gentsch/dpa

Papenburg. In Osteuropa breitet sich die Afrikanische Schweinepest (ASP) aus. Auch die Landwirte im nördlichen Emsland befürchten einen Ausbruch in Deutschland.

Die Angst der Landwirte vor einem Ausbruch der afrikanischen Schweinpest (ASP) ist gerechtfertigt. Selbst ein einziges infiziertes Tier würde durch einen direkt eintretenden Exportstopp nach China, dem Hauptabnehmer von Schweinefleisch, enorme finanzielle Verluste für alle deutschen Schweinehalter mit sich bringen.

Bauernverbände und Agrarpolitiker scheinen dabei einen Hauptschuldigen ausgemacht zu haben: das Wildschwein. Auch der Landkreis Emsland reagiert, in dem er in seiner kommenden Sitzung über die Aufhebung der Schonzeit der Tiere abstimmt.

Dabei schätzt das Friedrich-Löffler-Institut (FLI) das Risiko, dass die ASP durch das Wildschwein nach Deutschland gelangt, als mäßig ein. Für die Ausbreitung über weite Strecken sind nicht die standorttreuen Wildscheine verantwortlich, sondern diejenigen, die aus betroffenen Ländern einreisen und infiziertes Fleisch dabei haben. Das FLI sieht das Risiko als hoch an, dass die Seuche über das Fernstraßennetz Deutschland erreicht. Alleine eine Reduzierung der Wildscheine wird den Ausbruch der ASP nicht verhindern. Somit sind insbesondere Reisende aus Ländern Osteuropas in der Pflicht, darauf zu achten, welche Lebensmittel sie mit sich führen.


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