Hohe Nachfrage nach Flächen Papenburger Hafen knackt wieder Millionenmarke beim Umschlag

Von Christoph Assies

Mehr als 200 Seeschiffe liefen im vergangenen Jahr den Papenburger Hafen an. Foto: Christoph AssiesMehr als 200 Seeschiffe liefen im vergangenen Jahr den Papenburger Hafen an. Foto: Christoph Assies

Papenburg. Die Millionenmarke bei den Umschlagzahlen im Papenburger Hafen ist wieder überschritten. Das Wachstum im zweistelligen Prozentbereich wertet Wirtschaftsförderin Sabrina Wendt als positives Zeichen für die Zukunft. Nachfragen nach Hafenflächen seien deutlich höher, als das derzeitige Angebot.

Insgesamt stieg der Hafenumschlag 2017 mit 1.024.532 Tonnen im Vergleich zum Vorjahr (909.070 Tonnen) um 13 Prozent an. „Die Betriebe der Hafenwirtschaft sind mit der Entwicklung sehr zufrieden“, sagte Wendt am Freitag in einem Gespräch mit unserer Redaktion.

Sowohl beim Umschlag per Seeschiff, als auch beim Umschlag per Binnenschiff sind die Zahlen gestiegen. Wendt führt unter anderem eine bessere Vermarktung der hiesigen Torffirmen auf den Anstieg des umgeschlagenen Torfes zurück. Diese Tatsache ist am Ende mit für eine Steigerung von 559.976 auf 647.217 Tonnen – also um mehr als 15 Prozent – beim Umschlag durch die insgesamt 216 Seeschiffe verantwortlich. „Wir sind und bleiben einfach in erster Linie ein Torfhafen“, so Wendt. Weitere Hauptumschlaggüter in Papenburg sind Splitt und Schotter, Eisen, Kies, Dünger und Betonfertigteile.

Umschlag per Bahn ging zurück

Insgesamt 183 Binnenschiffe (2016: 170) liefen im vergangenen Jahr Papenburg an und sorgten mit einem Umschlag von 205.241 Tonnen für einen Anstieg von fast 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wo über Binnenschiffe 136.946 Tonnen umgeschlagen wurden. Unter anderem dafür verantwortlich ist der Hafenstatistik zufolge eine höhere Nachfrage von Landwirten bei Dünger aufgrund eines günstigeren Preises.

Der Umschlag per Bahn hingegen ging von 212.148 Tonnen im Jahr 2016 auf 172.073 Tonnen im Jahr 2017 wieder zurück.

Die bisherige Rekordbilanz in Papenburg mit mehr als 1,2 Millionen Tonnen Hafenumschlag gab es im Jahr 2012. Die Umschlagzahlen im Hafen der Fehnstadt werden seit 1929 erfasst.

Planungen für neue Seeschleuse im Zeitplan

Stadtbaurat Jürgen Rautenberg sieht den Hafen „in einer neuen Dimension“ angekommen. Umso wichtiger sei es, Betriebssicherheit bei der Seeschleuse zu behalten. „Wir sind bei den Planungen für die neue Seeschleuse voll im Zeitplan und bereiten die Ausschreibung für den ersten Bauabschnitt derzeit vor“, so Rautenberg. Dabei sei auch innerhalb des Rathauses viel Koordination gefordert, denn es handele sich um eines der größten Bauprojekte der letzten Jahrzehnte in der Stadt. Mit dem Papenburger Planungsbüro Grote, das sich in einer europaweiten Ausschreibung durchgesetzt hatte, sei er froh, dass die Stadt einen erfahrenen Partner bei dem Großprojekt an ihrer Seite habe, so Rautenberg.

Erweiterungsflächen im Hafen notwendig

Die Überschreitung der Millionenmarke bei den Umschlägen werteten Rautenberg und Wendt als Zeichen dafür, dass im Hafen Erweiterungsflächen gebraucht würden. Dem Stadtbaurat zufolge sei die Stadt bei der Erweiterungsfläche „Bokeler Bogen“ derzeit weiter in Gesprächen mit Grundstückseigentümern und habe Mittel für Flächenankäufe in diesem Bereich im Haushalt veranschlagt.

„Wir haben derzeit deutlich mehr Nachfragen nach Flächen mit Hafenanschluss, als wir verfügbar haben“, betonte Wendt. Speziell für den Nordhafen sei sie derzeit in guten Gesprächen mit Investoren für Erweiterungen und Neuansiedlungen.

Umschlag im Papenburger Hafen in Tonnen. Quelle: Stadt Papenburg • Foto: Christoph Assies • Grafik: NOZ/Heiner Wittwer

Für die Aufwertung des Hafenteils „Eisenbahndock“ hinter der Bahnlinie an der Bahnhofstraße will Rautenberg ein externes Planungsbüro beauftragen. „Wir sehen das Areal im Kontext mit der Entwicklung der Innenstadt und wollen hier, wie bei der Entwicklung Aschendorfs, mit einem Büro zusammenarbeiten. Allein ist das nicht leistbar, das haben wir auch bei dem Konzept für den Aschendorfer Ortskern gesehen“, so der Stadtbaurat.