Serie „Bands aus der Region“ Irische Folkband aus Papenburg singt über Whisky und die Liebe

Von Katharina Preuth

Traditionelle irische Volkslieder singen die Smilin Shamrock. Die Band besteht aus (von links) Maria Kösters, Charly Kampeling und Thomas Kösters. Foto: Katharina PreuthTraditionelle irische Volkslieder singen die Smilin Shamrock. Die Band besteht aus (von links) Maria Kösters, Charly Kampeling und Thomas Kösters. Foto: Katharina Preuth

Papenburg. Die Lieder der Papenburger irischen Folkband „Smilin Shamrock“ handeln von „der Liebe oder dem Saufen“, erzählen die Musiker. Sie spielen den traditionellen Sound der grünen Insel.

Der Probenraum der Smilin Shamrock ist gleichzeitig das Wohnzimmer von Maria und Thomas Kösters. Doch eigentlich erinnert hier alles eher an einen Pub. Auf einer Leiste, die sich um den kompletten Raum erstreckt, stehen leere Bier- und Whiskyflaschen, an der Wand hängt ein Motorrad neben einer gelben Leuchtreklame für Moto Guzzi, dem italienischen Motorradhersteller. Und dazwischen hängen, stehen und liegen Musikinstrumente. An den Probeabenden sind zusätzlich Mikrofone, Notenständer und Verstärker aufgebaut und Charly Kampeling, das dritte Bandmitglied, hat seine eigenen Instrumente dabei.

Obwohl jeder Meter mit Nippes versehen ist, herrscht hier eine urgemütliche Atmosphäre. Dazu trägt nicht zuletzt der Klang von irischer Volksmusik bei, der den Raum ausfüllt, sobald die Musiker loslegen. Wenn Maria Kösters das Akkordeon spielt, Charly Kampeling die Gitarre zupft und den Gesang übernimmt und Thomas Kösters die beiden am Kontrabass begleitet ist Irland ganz nah.

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Durchfeierte Nächte

In den Texten geht es um durchfeierte Nächte und grüne Wiesen. „Wir wollen die irischen Geschichten mit unserer Musik am Leben erhalten“, sagt Kampeling

Doch verzichten die drei komplett auf die politischen Lieder, von denen die irische Tradition eine ganze Menge in ihrem Repertoire bereit hält. „Wir haben uns von Liedern über den Krieg und dem Streben nach Freiheit distanziert“, sagt Maria Kösters. „Das ist Sache der Iren“, ergänzt Kampeling. Die Papenburger Musiker wollen sich nicht anmaßen den Freiheitskampf des irischen Volkes zu fühlen und darüber singen zu können. „Wir belassen es bei der frohen Seite der irischen Musik.“ Und auch davon gibt es reichlich.

Drei Akkorde reichen

Jeder der Musikbegeisterten musiziert auf mehreren Instrumenten. „Das Publikum freut sich über die Abwechslung und wir uns auch“, so Thomas Kösters. Er selbst ist der Musikneuling des Trios. Ohne Spielerfahrung hat er, während seine Frau und Charly Kampeling probten, zum Kontrabass gegriffen und die Akkorde gelernt. „Drei Akkorde reichen locker zum Spielen“, erzählt er. Neuerdings versucht er sich auch am Gesang.

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Ein Auto voller Instrumente

Auf einen deutlich größeren musikalischen Erfahrungsschatz schaut seine Ehefrau zurück. Schon vor der Gründung der Smilin Shamrock 2011 hat sie jahrelang in einer irischen Folkband gespielt, dort hauptsächlich Akkordeon und Tin Wistle, eine britische Schnabelflöte. Dann macht Maria Kösters noch Stepptanz. Nach der Auflösung ihrer früheren Band ist Maria Kösters über eine Anzeige an Kampeling geraten. „Er fuhr hier eines Tages mit seinem kleinen Auto vor, aus dem er Unmengen an Instrumenten holte“, erinnert sie sich. Und seitdem gibt es die Band.

Kampeling übernimmt in dem Trio den Hauptgesang und die Gitarre.

„Atmosphärische Musikmacherei“

Die Drei treffen sich einmal wöchentlich zum Proben, durch die Musik entspannen sie und schalten den Alltag einen Moment aus. Die Folk Sessions seien für sie „atmosphärische Musikmacherei ohne Leistungsdruck aber mit viel Menschlichkeit, sagt Maria Kösters. Öffentliche Auftritte sind dagegen eher sporadisch. „Wenn jemand Bock hat uns zu sehen, packen wir unsere Sachen ins Auto und fahren los“, so Kampeling.

Wenn es die Arbeit zulässt, stößt hin und wieder Andreas Kuper, als viertes Mitglied, zur Band dazu.