Inhaber des Sportseeschifferscheins gesucht Verein „Gesine von Papenburg“ sucht Nachwuchs am Ruder

Von Christoph Assies


Papenburg . Auf dem Traditionsschiff „Gesine von Papenburg“ fehlen Skipper. Der Verein benötigt für weitere Fahrten langfristig neue Mitglieder, die einen Sportseeschifferschein (SSS) gemacht haben.

„Nur mit diesem Schein darf das Schiff gefahren werden“, erklärt Dietmar Spekker, Schriftführer im Freundeskreis „Gesine von Papenburg“ im Gespräch mit unserer Redaktion. Er ist seit neun Jahren Mitglied des Vereins und bereitet sich gerade auf seine Prüfung für den SSS vor. „Das ist sehr aufwendig und auch nicht ganz billig“, sagt Spekker. Bis zu 3000 Euro müsse man dafür investieren.

„Wir brauchen aber mehr Skipper, die diesen Schein haben, weil wir aktuell von acht Skippern nur drei im Alter zwischen 35 und 45 Jahren haben“, erklärt Spekker. Die Traditionsschifffahrt ist bei den Regularien zwischen der Sport- und der Berufsschifffahrt angesiedelt. Ein Sportbootführerschein See, wie er für das Steuern von Jachten gebraucht wird, reicht somit für das Kommando über die „Gesine“ nicht aus.

Fahrten werden bestens gebucht

Der geringen Anzahl an Skippern stehen viele Fahrten mit dem zweimastigen Segelschiff im Jahr gegenüber. Im vergangenen Jahr unternahm die 19 Meter lange und fünf Meter breite Schmack unter anderem Törns zum Hamburger Hafengeburtstag und zur Rumregatta nach Flensburg. „Wir können bei mehrtägigen Fahrten bis zu zehn Gäste an Bord nehmen“, so Spekker.

Gefahren werde die „Gesine“ von einem Skipper und einem Co-Skipper. „Und das natürlich immer auf die Sicherheit aller an Bord bedacht“, betont Spekker. Das 82 Tonnen schwere Schiff sei eher träge und nicht sehr wendig. „Wenn etwas passiert, geht das zwar langsam, aber sehr gewaltig“, meint Spekker. Daher seien eine gute Ausbildung und das Einschätzen von Wind, Wellen und Ebbe und Flut wichtig.

55 Euro pro Person und Tag

Mitfahrten mit der schwimmenden Botschafterin Papenburgs sind nach Angaben des 35-Jährigen auf Anfrage immer möglich. Für eine einwöchige Tour mit der „Gesine“ nimmt der Verein 55 Euro pro Person und Tag zuzüglich einem Betrag für Verpflegung.

Jetzt hoffen Spekker und seine Mitstreiter darauf, dass sich Interessierte, die einen Sportseeschifferschein haben, für Törns mit der „Gesine“ begeistern lassen. „Wir sind natürlich immer in Gesprächen bei Treffen von Traditionsschiffen auf der Suche nach möglichen neuen Skippern, bisher aber ohne Erfolg. Ich weiß, dass es aber hier in der Gegend Menschen gibt, die einen Sportseeschifferschein haben und mit denen wollen wir sprechen“, sagt Spekker. Im Idealfall seien es Papenburger, „denen es vielleicht gar nicht bewusst ist, was sie im positiven Sinne hier mit dem Sportseeschifferschein anrichten können“, sagt der Surwolder, der von einem Arbeitskollegen vor einigen Jahren in die Gesine-Crew gebracht wurde. „Mein erster Törn ging von Hamburg nach Emden. Vorher hatte ich wenig mit dem Wasser am Hut, aber ich kam völlig begeistert in Emden an damals und seitdem lässt mich die ,Gesine‘ nicht mehr los“, sagt Spekker.