Führungswechsel Papenburger SKFM-Chef Schmidt übergibt an Gerdes

Von Katharina Preuth

Die Geschäftsführung des SKFM übergibt Norbert Schmidt (links) an seinen Nachfolger Holger Gerdes. Foto: Katharina PreuthDie Geschäftsführung des SKFM übergibt Norbert Schmidt (links) an seinen Nachfolger Holger Gerdes. Foto: Katharina Preuth

Papenburg. Seit 31 Jahren arbeitet Norbert Schmidt beim Sozialdienst katholischer Frauen und Männer (SKFM) im nördlichen Emsland. Zum 1. März geht der Geschäftsführer in den Ruhestand. Seinen Nachfolger Holger Gerdes arbeitet er bereits ein.

Als Norbert Schmidt vor über 30 Jahren als Sozialarbeiter in der Wohnungslosenhilfe angefangen hat, gab es neben seiner eigenen, noch eine weitere Vollzeitstelle. Der ehrenamtliche Vorstand übernahm gleichzeitig die Aufgaben der Geschäftsführung und von den Papenburger Tafeln war noch keine Rede. Mittlerweile arbeiten 35 Hauptamtliche für den SKFM Papenburg. Sie sind beschäftigt in den drei Sozialen Kaufhäusern, den sieben Tafelausgabestellen, in einem Projekt für Langzeitarbeitslose, in der Wohnungslosenhilfe und im mitarbeiterstärksten Bereich der rechtlichen Betreuung. Und auch die Geschäftsführung ist mit Norbert Schmidt im Jahr 2005 in professionelle Hände übergegangen.

SKFM ist gut aufgestellt

Vieles von dem was heute den SKFM des nördlichen Emslandes ausmacht, ist das Resultat der langjährigen Arbeit von Norbert Schmidt. Er selbst winkt seine Verdienste im Gespräch schnell ab und verweist sofort auf die vielen Mitarbeiter und den großen Pool an Ehrenamtlichen. „Ohne die viele Hilfe hätte ich es nicht geschafft“, sagt Schmidt. Die Bescheidenheit ist eine seiner wesentlichen Charakterzüge, das wissen seine Mitarbeiter. Und auch Nachfolger Holger Gerdes bemerkt: „Ohne Norbert Schmidt würde es den SKFM so nicht geben. Es ist bestens organisiert und unternehmerisch aufgestellt“.

Nach Namibia

Da spricht jemand, der es wissen muss. Ganz 25 Jahre hat Gerdes für die Sparkasse gearbeitet. Als Bankkaufmann liegen ihm die Zahlen und bis vor zwei Jahren hätte er es nicht für möglich gehalten, das ihn sein beruflicher Weg einmal in eine sozial-karikative Richtung führt. Doch dann hat sich seine Familie zu einem Abenteuer aufgemacht, aus der er selbst verändert hervor gegangen ist. Für zwei Jahre sind sie gemeinsam von Haren aufgebrochen und mit Sack und Pack nach Windhoek, Namibia gezogen. Als Sparkassenangestellter hat Gerdes dann am anderen Ende der Welt gearbeitet. „Mein Horizont hat sich erweitert und verschoben“, sagt er. Zum Ende seiner Zeit in Afrika sei ihm klar geworden, dass er sich beruflich verändern möchte.

Großes Herz

Ohne Erfahrungen in der sozialen Arbeit hat sein Job als SKFM-Geschäftsführer bereits Mitte Januar begonnen. Norbert Schmidt übernimmt die Einarbeitung in den ersten Wochen. „Mit BWL kennt er sich gut aus, die soziale Schiene muss er in Zusammenarbeit mit den Kollegen im Blick behalten“, resümiert Schmidt nach dem ersten Kennenlernen. Auch wenn die Entscheidung für die Personalie letztendlich beim Vorstand lag, hat Norbert Schmidt seine Erfahrung mit einfließen lassen. „Wir wollten einen Betriebswirt mit großem Herzen und den haben wir gefunden“, sagt der scheidende Geschäftsführer. Der Neue betont, dass es nicht sein Ziel sei etwas zu verändern, sondern die gute Arbeit weiterzuführen. Dennoch müsse er die Zahlen im Blick behalten. Wenn der SKFM ein reines Wirtschaftsunternehmen wäre, würde es ihn nicht mehr geben, so Gerdes. Doch obwohl der sozial-karikative Aspekt im Fokus stehe, müsse er betriebswirtschaftlich denken, um den Menschen zu helfen, erklärt Holger Gerdes.